"It's a Man's World“ Frauenpolitikerin fordert: Nicht nachlassen im Bestreben für Gleichberechtigung

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Internationaler Frauentag. Veranstaltung der Gleichstellungsstelle, in Kooperation mit der Stadtbücherei im MedienHaus mit einem Vortrag der Frauenpolitikerin Marianne Weg. Medienhaus. (Foto: Foto: Walter Schernstein)

Frauenförderung, gleiche Berufschancen, gleicher Lohn, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und finanzielle Unabhängigkeit von Männern: Am Internationalen Frauentag am 8. März lauschten über 40 Frauen und Männer dem Vortrag der Arbeitsmarktexpertin und Frauenpolitikerin Marianne Weg.

Die ausgewiesene Expertin zum Thema Chancengerechtigkeit, eingeladen von der Gleichstellungsstelle, mahnte die Gäste in der Stadtbücherei, nicht nachzulassen bei dem Bestreben, Gleichberechtigung umzusetzen.

Die Forderungen der ersten Kämpferinnen für Frauenrechte vom Anfang des 20. Jahrhunderts seien, auch in Mülheim, immer noch nicht umgesetzt, gleicher Lohn für Frauen keine Selbstverständlichkeit, die Umsetzung der Frauenquote noch weit entfernt. Marianne Weg zitierte den Verfassungsrichter Ernst Benda, der bereits 1986 festhielt: „Beim bisherigen Fortschritt würde es 235 Jahre dauern, bis Frauen in den Führungsebenen von öffentlicher Verwaltung, Wirtschaft und Politik 50 Prozent erreicht hätten. Deshalb ist Frauenförderung notwendig!“.

An grundsätzlichem Wissen zu Geschlechterfragen, Benachteiligung, ihren Folgen und was zu tun ist, mangelt es laut Marianne Weg heute nicht mehr. Aber in Mülheim müsse, wie auch in anderen Städten, die Gleichstellungsperspektive „selbstverständlicher“ werden. Vorhandene Strukturen und Projekte müssten Wertschätzung und Unterstützung erfahren und die Frage „Wie wollen Frauen in Mülheim leben und was brauchen sie dafür?“ müsse erneut gestellt werden, und zwar so, dass alle Frauen einbezogen würden.

Hilfreich dafür seien beispielsweise konkrete Daten zur Lebenslage sowie zur „Lebensverlaufsperspektive“, wie sie die Bundesregierung in ihrem ersten Gleichstellungsbericht vorgelegt hat. Genderbezogene Analysen bei allen städtischen Vorhaben, unter anderem auch beim „Leitbild“, sind aus Sicht der Expertin dringend erforderlich.
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