WiM richtet Logistik-Zentrum ein

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Cristina Dos Santos-Strauß und Reinhard Jehles sind stolz auf das neue Lager. (Foto: PR-Foto Köhring/AK)

Nachdem die Annahmestelle von Sachspenden für geflüchtete Menschen an der Solinger Straße 9 zum Gemeinnützigen Logistik-Zentrum (GLZ im Pott) mutierte, verfügt das Lager unter Leitung von Reinhard Jehles endlich über Lagerkapazitäten, die das Arbeiten rund um die Flüchtlingshilfe erleichtert. Jehles von „Willkommen in Mülheim“, kurz WiM: „Denn - nach wie vor besteht ein großer Bedarf an Sachspenden.“

Damit appelliert er an die Mülheimer nicht ohne Grund: Von Januar bis Mai waren 1.200 Kunden mit Besucherscheinen im WiM-Kaufhaus an der Friedrichstraße (Stadtmitte). „Der Bedarf ist nach wie vor groß, auch wenn man bedenkt, dass in Kürze weitere 360 Menschen bei uns aufgenommen werden.“ Ganz davon abgesehen, dass jetzt auch die Familienzusammenführung voll im Gange ist. Aus diesem Grunde muss das WiM-Kaufhaus verstärkt mit Sachspenden bestückt werden.

Benötigt werden vor allem Kleidung, Haushaltswaren, Wäsche und kleinere Haushaltsgeräte – auch im Hinblick auf den Umstand, dass die Menschen, die an der Mintarder Straße und an der Holzstraße untergebracht sind, bis Ende 2017 Selbstversorger sein werden. Der Rat hatte im April beschlossen, die beiden Dörfer entsprechend umzurüsten und umzubauen. In der Zwischenzeit findet auch das Inventar der beiden Kleiderkammern ein Zwischenlager in den Hallen an der Solinger Straße.

Neu und bedingt durch die große Lagerkapazität ist aber vor allem, dass sich das Lager seit Anfang der Woche nach und nach mit Merchandizing-Artikeln füllt. Gemeint sind Paletten mit 4.000 Springbällen, 3.500 Kinderschirmen, 7.500 Malbüchern, 6.000 Wasserbällen, Kuscheltieren und Kinderbüchern, die seit dem 29. Mai angeliefert werden. Cristina Dos Santos-Strauß: „Die Artikel gehören zur Kinderbuchreihe „Der kleine Drache Kokosnuss“ und vor allem der Kinderschirm ist sehr beliebt,“ weiß die rechte Hand von Reinhard Jehles.

WiM-Gründer Jehles: „Kurios ist, wo solche Mengen herkommen.“ Die neuen Artikel stammen aus Sortimentsbereinigung und Überproduktionen und werden ab sofort aus dem Logistik-Zentrum in Mülheim weiter verteilt. Mittlerweile hat Jehles ein neues Netzwerk über Mülheims Grenzen hinaus aufgebaut. Darüber sind Ruhrgebiets-Tafeln, AWOs, Kinderschutzbunde und WiM-Projekte anderer Städte vernetzt. Per e-mail werden über 100 gemeinnützige Vereine erreicht. Bei Bedarfsanmeldungen, beispielsweise für „Kokosnuss“-Schirme, müssen die Vereine allerdings garantieren, dass Artikel nicht wieder auf dem Markt erscheinen. Dank der Mülheimer Firma Stascheit und der „selbstlos-kulturstiftung“, die von Anfang an WiM unterstützen, können ab sofort große Mengen an Sachspenden angenommen und an gemeinnützige Vereine im Ruhrgebiet verteilt werden.

Der Umgang mit hohen Stückzahlen ist damit für WiM heute kein Problem mehr. Die Art der Betätigung ist aber noch neu für Jehles und sein Team von ehrenamtlichen Mitarbeitern. In der großen Halle sind neben Paletten von Bällen, Büchern und Schirmen auch die für Ghana bestimmten Nähmaschinen gelagert. Dagmar Mühlenfeld hat die Sammelaktion einst ins Leben gerufen. Noch werden alte Nähmaschinen gesucht, die im Spätsommer nach Afrika verschifft werden sollen. Jehles und seine Kollegin freuen sich über die Weiterentwicklung und haben weitere Zukunftspläne: Ein hotspot für die individuellen Bedürfnisse, eine Koordinations-Plattform, ein zentraler Info-Point für Fragen um Einwanderung, Beschäftigung und Fortbildung für Geflüchtete schweben Cristina Dos Santos-Strauß und Reinhard Jehles vor. Seit Jahren kennen sie Probleme, die mit Einwanderung verbunden sind.
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