Wahlkompass Mülheim: Carsten Trojahn (Piraten) "Es gibt zu viele Einbahnstraßen"

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„Wir dürfen den ÖPNV nicht kaputtsparen“, warnt Piraten- „Kapitän“ Carsten Trojahn.

Sie haben sich viele Gedanken gemacht, um die nahe Zukunft zu meistern: Die Mülheimer Piraten. Sie fordern zur Kommunalwahl 2014 mehr politische Transparenz, einen verbesserten öffentlichen Nahverkehr und die Einführung neuer Technologien.

„In Mülheim gibt es rund um die Innenstadt zu viele Einbahnstraßen“, sagt Carsten Trojahn, Spitzenkandidat der Mülheimer Piraten. Das Verkehrskonzept der Piraten sieht die Öffnung der Leineweberstraße in beide Richtungen vor - Kurzparkplätze inklusive. Zusätzlich sieht es die Öffnung des Kurt-Schumacher-Tunnel in beide Fahrtrichtungen vor. „Nur so kann ein wirklicher City-Ring entstehen.“ Dazu gehöre auch eine Ampelschaltung, die für einen effektive Verkehrsfluss führe.
„Wir stehen für eine realistische Politik. Wir werden den motorisierten Verkehr nicht durch hemmende Ampelschaltungen aufhalten. Wir bieten aber Alternativen. Zum einen setzen wir uns für ein attraktives Radwegenetz und ein abgestimmtes und attraktives ÖPNV-Konzept ein. Deswegen muss Radfahren so sicher und angenehm wie möglich sein. Daher fordern wir, Radfahrstreifen anzulegen.“ Es mache auch wenig Sinn, sich über die teuren Tunnel der Straßenbahnen zu klagen. Vielmehr sollten sie besser genutzt werden. „Manchmal muss man investieren, um den ÖPNV attraktiver zu machen. Dazu gehören saubere und moderne Bahnen sowie der Ausbau der Linie 102 in Richtung Saarn. Die U18 sollte bis zur Hochschule Ruhr-West fahren.“ Ziel müsse ein städteübergreifender ÖPNV sein.

Städtische Gesellschaften reduzieren

Kritisch sieht der Pirat auch die große Anzahl von eigenständigen Gesellschaften. „Da wird Geld verbrannt, weil die Entscheidungen intransparent sind. Wir fordern, solange die Gesellschaften bestehen, Experten in die Aufsichtsräte zu schicken. Politiker haben da nichts zu suchen.“ Mittelfristig streben die Piraten eine Reduzierung der Gesellschaften an. Nur so sei eine finanzielle Kontrolle durch den Rat möglich.
Der Erlös des Verkaufs der RWE-Aktien sollte in die STEAG GmbH investiert werden, um den städtischen Haushalt zu entlasten. „Der Kurs wird nicht besser und Kommunen dürfen nicht mit dem Geld der Steuerzahler zocken.“ Zudem sollten auch die Verantwortlichen der Zinsgeschäfte endlich ermittelt werden. Die Verluste sollten zügig eingeklagt werden. Auch Finanzierungsmodelle wie Cross-Border-Leasing und Co. lehnen die Piraten ab, weil sie die Finanzlage verschleierten.

Moderne Technologien nutzen

Einsparmöglichkeiten sieht Trojahn im konsequenten Einsatz moderner Technologien: Von solarer Energienutzung bis hin zu modernen LED-Lampen.
„Der Abriss des Kaufhofes stellt den ersten Schritt zur Stärkung der Innenstadt dar.“, ist sich Trojahn sicher. Eine Tiefgarage unter dem dann entstehenden Platz würde die Parkplatzsituation entlasten. Der grüne Platz selbst sollte attraktiv genutzt werden. An der Nordseite (Richtung Rathaus) könnte in der niedrigen Bebauung Einzelhandel einziehen. Der sollte, ebenso wie der Einzelhandel, besser gefördert werden. „Aber da müssen Verwaltung und MST umdenken, um beispielsweise wieder ein Brunnenfest zu etablieren und andere Aktivitäten zu fördern.“

Zur Person

Carsten Trojahn gehört zu den Urgesteinen der Mülheimer Piraten. Er gründete die Partei 2009 vor Ort. Der 33-jährige Fachinformatiker ist unverheiratet.


Wahlprogramm in Kürze:

Bürgerbeteiligung:
Einbindung der Interessen der Bürger/Innen in die Politik. Fachkundige Bürger sollen stärker am Prozess teilhaben und ihre Meinung ernsthaft in die Diskussionen aufgenommen werden.
Live-Übertragung von Sitzungen des Rates und von Ausschüssen, damit die Bürger die Entscheidungsprozesse mitverfolgen können. Ruhrbania:
Vermeidung weiterer Kosten. Das Baufeld 3, zwischen Bahnbögen und Konrad-Adenauer-Brücke, ist nach dem jetzigen Konzept unwirtschaftlich und eine Umsetzung nicht empfehlenswert.
Infrastruktur:
Beibehaltung der VHS am jetzigen Standort. Zusätzliche kostenlose Kurse zu den Themen Gesundheit, Ernährung und Recht.
Abriss des Kaufhofes und Neugestaltung des Platzes. Einbindung von Einzelhandel und Bürgern bei der Optimierung des Stadtbildes.
Bildung:
Förderung der U3 und Ü3-Betreuung zur Entlastung junger Familien.
Nahverkehr:
Straßenbahnen sind das Rückgrat des ÖPNV und ökologische Alternative zum PKW. Deswegen Ausbau des Netzes und bessere Ausnutzung des Ruhrtunnels. Stärkung des städteübergreifenden Nahverkehrs.
Umwelt:
Aufstellung eines Windkatasters, um günstige Standorte für Windkleingeneratoren herauszufinden. Ablehnung des Frackings als Gasfördermethode. Änderung der Abfallgebührenordnung. Mülleinsparung muss belohnt werden.
Verwaltung:
Reduzierung städtischer Gesellschaften, um wirtschaftlicher und transparenter zu werden. Modernes Management in der Verwaltung.
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