Hitzeschlacht in Worms!

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  Mülheim an der Ruhr: RWE Sporthalle | Die Nibelungenstadt Worms lädt jährlich Ende August zum großen Fest am Rhein ein. Jung und Alt treffen sich auf der Kisselswiese, um gemeinsam zu feiern und die besondere Atmosphäre auf dem Festplatz zu genießen.

Es ist die Mischung aus Wein- und Volksfest, die das Backfischfest so unverwechselbar macht. Moderne und traditionelle Fahrgeschäfte, der Duft der Süßwaren und deftiger Mahlzeiten sowie die guten Tropfen unserer heimischen Winzer schaffen eine einmalige Atmosphäre, die auch viele Gäste von außerhalb anzieht.

Doch was hat das mit dem BC Mülheim-Dümpten e.V. zu tun?

Eingebettet in diesem Rahmen veranstaltete die TG Worms nunmehr zum 32. Mal eine Backfischfest-Matineé, bei der sich die Boxstaffel der TG Worms eine Auswahl an Athleten/Athletinnen aus dem Rheinland, Saarland sowie dem Niederrhein stellte.

Seitens des BC Mülheim-Dümpten e.V. stiegen mit Cathy Satorius, Michelle Hatari, Leon Kehl sowie Morad Möllenbeck direkt vier Starter für den Niederrhein in den Ring.

Gute 300 Zuschauer wohnten diesem Spektakel bei und die Temperaturen in dem mächtig tropisch aufgeheizten Zelt, brauchten den Vergleich mit einer Sauna wirklich nicht zu scheuen.

Das war auch für alle Beteiligten, neben ihren jeweiligen Kontrahenten, eine zusätzliche körperliche Herausforderung und Bewährungsprobe.

Die insgesamt zehn Duelle dieser Martineé erwiesen sich als durchaus sehenswert. Das anfänglich zurückhaltende Publikum sparte mit zunehmender Kampfdauer nicht an Beifall.

Nachwuchsbundestrainer Roland Kubath und der als Ringarzt und -sprecher tätige Südwestverband-Präsident Dr. Dirk Schlamp zeigten den sportlich hohen Stellenwert dieser 32. Backfischfest-Matinée.

Wie die anderen Besucher angetan waren die zwei Experten besonders von den kämpferisch und auch technisch überzeugenden Kämpfen im Halbeweltergewicht der Elite zwischen Morad Möllenbeck und den für die TG Worms startenden Can Bayrakter sowie dem im Junioren-Mittelgewicht stattfindende Kampf zwischen Leon Kehl und Maurice Morio von der TG Worms.

Aber alles der Reihe nach.

Aus Dümptener Sicht stieg zuerst Cathy Satorius im Bantamgewicht der Juniorinnen (bis 52 kg) in den Ring und hatte sich mit der an Reichweite überlegenen Burcak Atik von der TG Worms auseinanderzusetzen, welche immerhin den 2. Platz bei den diesjährigen Landesmeisterschaften des Südwestdeutschen Amateurboxverbandes belegte.

Cathy machte ihre Sache sehr gut, befand sich im stetigen Vorwärtsgang und konnte immer wieder Kombination der Führungs- und Schlaghand punkten und gestaltete die erste Runde für sich.
In der 2. Runde kam die Wormserin zwar besser ins Spiel, jedoch auch diese Runde konnte Cathy durch kluge Konter für sich entscheiden, wobei beide Athletinnen das Tempo hoch hielten.
Dem zollten Beide auch in der dritten Runde Tribut, so dass hier überwiegend einzelne Aktionen das Geschehen zeichneten.
Zum Unverständnis des Bundestrainers und vieler Zuschauer sowie der Dümptener Ecke, verlies Cathy den Ring als Verliererin.

Nächste Dümptenerin war Michelle Hatari, sie bestritt jedoch keine Wertungskampf, da Ihre Kontrahentin von der TG Worms, Sarah Häußler, einige Jahre älter ist, in der Eliteklasse boxt und der Altersunterschied dann zu groß war.

Dies hielt jedoch Beide Athletinnen nicht davon ab drei klasse Runden mit hohem Tempo und schönen technischen Aktionen zu zeigen, was auch entsprechend von den Zuschauern honoriert wurde.

Nun lag es an Leon Kehl im Mittelgewicht der Junioren (bis 66 kg) den ersten Sieg für die kleine Dümptener Staffel zu holen.

Er traf auf Maurice Morio von der TG Worms, dem mehrfacher Baden-Württembergischen Meister und Gewinner der Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften 2015. Und die Zuschauer sahen einen richtig starken Kampf.

Leon versuchte von Beginn der ersten Runde an den an Reichweite überlegenen Wormser unter Druck zu setzen und seine Schlagstärke in der Halbdistanz an den Mann zu bringen. Der Wormser wiederum konnte durch schönes Distanzboxen und Konter gefallen.

Es war ein Kampf der hin und her wogte und die Zuschauer in ihren Bann zog. Beide Jungs gingen an ihre Grenzen und steckten nie auf, letztendlich wurde Leon knapp ausgepunktet.

Jetzt hatten die Dümptener noch ein Eisen im Feuer, Morad Möllenbeck.

Er traf im Halbweltergewicht der Elite (bis 64 kg) auf Can Bayrakter, den Landesmeister aus Baden-Württemberg, der für die TG Worms in den Ring stieg.

Es war wohl der beste Kampf dieser Veranstaltung, beide Athleten wollten gewinnen, sie gingen beide ein hohes Tempo und konnten das drei Runden lang halten.

Morad war gewohnt auf schnellen Beinen unterwegs. Aus einer stabilen Doppeldeckung heraus, besann er sich zunächst seiner Reichweitenvorteile und fand in der ersten Runde immer wieder die Lücken in der Deckung seines Kontrahenten und punktete.

Aber der zweiten Runde etablierte er seine Kombination aus Aufwärts- und Kopfhaken gegen den sich im permanent im Vorwärtsgang befindlichen Wormser. Dieser fand einfach kein Mittel den schnellen Dümptener zu stellen.

Auch in der dritten Runde zeichnete sich kein anderes Bild ab, Morad dominiert mit seinen Kontern das Geschehen. Der Wormser steckte zu keiner Zeit auf und versuchte wirklich bis zum Ende der letzten Sekunde den Kampf zu drehen, aber Morad hatte stets eine Hand mehr im Ziel.

Die Urteilsverkündung war dann eine Farce und brachte nicht nur die knapp 300 Wormser zum Pfeifen, als der Ringsprecher verkündete, es wäre ihm noch nie so schwer gefallen ein Urteil zu verkünden, aber er könnte das Urteil leider nicht ändern, auch der Supervisor und der Bundestrainer konnten das Urteil nicht nachvollziehen, denn der Sieg wurde dem Wormser geschenkt.

Worms war trotzdem eine Reise wert, denn die kleine Dümptener Staffel zeigten eine richtig starke Leistung und hinterließ, trotz schlechter Ringrichter Leistungen, aber die können sie letztendlich nicht beeinflussen, einen mehr als guten Eindruck.
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Harald Jonischeit aus Duisburg | 31.08.2016 | 16:19  
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