Flüchtlinge - Stadt kann auf Turnhallen vorübergehend verzichten

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Die Lage bei der Zuweisung von Flüchtlingen nach Oberhausen hat sich zumindest vorübergehend entspannt, aber es ist noch unklar, inwieweit das von Dauer sein wird. Dies ist die Botschaft, die die Verwaltung mit Oberbürgermeister Daniel Schranz an der Spitze am Donnerstagabend bei einem Gespräch zur Flüchtlingssituation mit den im Rat der Stadt vertretenen Fraktionen und Gruppen übermittelte.

Demnach gibt es in Oberhausen aktuell 3665 Plätze für Asylbewerberinnen und Asylbewerber, davon 852 in den Landeseinrichtungen. Von den 2813 Menschen, die der Stadt Oberhausen zugewiesen sind, leben mittlerweile 1721 in privaten Wohnungen. „Noch im Januar 2015 waren das lediglich 286 Flüchtlinge. Unsere Anstrengungen, vorrangig im privaten Wohnraum unterzubringen, haben sich also gelohnt“, so Schranz. Darüber hinaus wies Schranz darauf hin, dass die Unterkünfte in der Fröbelschule und der Hauptschule Eisenheim zum 30. April als Landeseinrichtungen schließen werden. Die dritte Landeseinrichtung an der Stötznerschule werde zunächst bis zum 30. September weiter geführt.

„Aufgrund der aktuellen Zuweisungssituation können wir zumindest vorübergehend auf die Turnhallen der Tackenbergschule, an der Eschenstraße und an der Landwehr verzichten“, erläuterte Schranz. „Auch die OGM-Halle im Eisenhammer soll demnächst freigezogen werden.“ Beim geplanten Standort an der Klosterhardter Straße, wo bis Ende Juni eine Notunterkunft entstehen sollte, liege die Umsetzung vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung vorerst auf Eis.

Laut Schranz würden die Turnhallen aber zunächst einmal nur ruhend gestellt und nicht sofort wieder für den Sportbetrieb geöffnet, damit auf eventuell wieder steigende Zahlen bei der Zuweisung von Flüchtlingen reagiert werden könne. Für alle Vereine seien Ausweichmöglichkeiten gefunden worden und es sei den Vereinen nicht zuzumuten, ihre Hallen erneut zu räumen, wenn diese im Sommer plötzlich wieder für Neuankömmlinge gebraucht würden. Aus dem gleichen Grunde könne auch für den Standort Klosterhardter Straße noch keine endgültige Entscheidung bekannt gegeben werden.

Wie schwer die weitere Entwicklung einzuschätzen ist, erläuterte Sozialdezernentin Elke Münich. Sollten im laufenden Jahr 500.000 Flüchtlinge Asyl in Deutschland suchen, würden unserer Stadt nach dem Königsteiner Schlüssel 1200 Menschen zugewiesen. Bei 1,2 Millionen – wie im vergangenen Jahr - seien das jedoch 2850. Nach Auskunft von Elke Münich gebe es hier keine verlässliche Prognose, zumal auch die Auswirkungen des Abkommens mit der Türkei noch nicht absehbar seien.
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