IHK teilt mit: Wirtschaft im Neanderland in sehr guter Stimmung

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Die Konjunktur im Kreis Mettmann hat im Jahresverlauf 2017 an Fahrt gewonnen. Aktuell berichtet fast jeder zweite Betrieb über eine gute Geschäftslage. (Foto: IHK)
 
Marcus Stimler, IHK-Referent für Mettmann, Velbert, Heiligenhaus und Wülfrath. (Foto: IHK)
Velbert: IHK Velbert |

"Wir waren schon in den vergangenen Halbjahren nicht pessimistisch, aber dieses Mal können wir noch bessere Nachrichten verkünden", so IHK-Konjunkturexperte Gerd Helmut Diestler. "Es herrscht eine sehr gute Stimmung in der Wirtschaft im Neanderland", fasst er zusammen. 

Gemeinsam mit Marcus Stimler, seit Juni 2017 Leiter der IHK-Zweigstelle Velbert und somit Nachfolger von Ulrich Hardt, stellte der stellvertretende Geschäftsführer der Abteilung Handel, Dienstleistungen, Regionalwirtschaft und Verkehr der IHK Düsseldorf die Ergebnisse der letzten Konjunktur-Umfrage im Kreis Mettmann vor.

Der Rücklauf der befragten Unternehmen war dieses Mal weniger stark als sonst, rund 170 Betriebe mit zusammen 18.500 Mitarbeitern haben sich beteiligt. Die Ergebnisse sprechen dennoch für sich: Die Konjunktur im Kreis Mettmann hat im Jahresverlauf 2017 erheblich an Fahrt gewonnen. „Aktuell berichtet fast jeder zweite Betrieb über eine gute Geschäftslage. Für weitere gut 40 Prozent ist sie befriedigend, weniger als jedes zehnte Unternehmen meldet schlechte Zahlen“, weiß Gerd Helmut Diestler. Damit sei die Geschäftslage im Herbst 2017 so gut wie selten seit Beginn des Jahrtausends.

Konsumnahe Wirtschaftszweige zeigen sich verhalten

"Und für das nächste Jahr erwartet die Wirtschaft im Kreis Mettmann sogar noch eine Verbesserung ihrer schon jetzt sehr guten Lage", so der IHK-Volkswirt Diestler weiter. Davon überzeugt geben sich 28 Prozent, 62 Prozent setzen auf den Erhalt des Status Quo und nur zehn Prozent erwarten eine Verschlechterung. "Überraschenderweise bleiben die konsumnahen Wirtschaftszweige mit ihren Erwartungen aber hinter den anderen Branchen zurück." Und das, obwohl die Voraussetzungen für das Konsumklima - niedrige Zinsen, viele und sichere Arbeitsplätze sowie steigende Einkommen – mehr als günstig sind. Gründe dafür sehen Diestler und Stimler vor allem in der Angst vor Konkurrenz bei den stationären Einzelhändlern. „Sie konkurrieren mit dem Online-Handel sowie mit der Tourismus-, Kultur- und Freizeitwirtschaft um die Gunst der Verbraucher.“ Zudem sei der Kreis Mettmann von attraktiven Oberzentren umgeben. Außerdem erschwerten immer wieder Großbaustellen die Erreichbarkeit von Innenstädten.

In allen anderen Branchen sei die Stimmung gut bis sehr gut. "Die Auslastung von Maschinen und Ausrüstungen ist deutlich um fast zwei Punkte auf jetzt 81,3 Prozent gestiegen." Sie übertreffe damit erstmals seit zwei Jahren wieder merklich ihren langjährigen Durchschnitt. Nahezu voll ausgelastet sei die Bauwirtschaft. Aber auch die Vorleistungsgüterproduzenten übertreffen wieder deutlich die 80-Prozent-Marke.

Fachkräftemangel wird zum Konjunkturrisiko

Von allen personalsuchenden Betrieben konnten 61 Prozent zwei Monate oder länger offene Stellen nicht besetzen. "Damit wird der Fachkräftemangel zunehmend zum Konjunkturrisiko", erläutert Gerd Helmut Diestler. Jeder zweite Betrieb sieht dadurch bereits jetzt sein Wachstumspotenzial eingeschränkt, jeder dritte gibt an, bei anhaltendem Fachkräftemangel Aufträge ablehnen zu müssen.
Um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken, setzt die Wirtschaft im Neanderland ganz klar auf Investitionen in die Bildung. Zwei Drittel der Unternehmen fordern, die berufliche Bildung zu stärken, mehr als jeder zweite, die Qualifikation der Schulabgänger zu erhöhen. „Die IHK unterstützt die Wirtschaft mit einem umfangreichen Angebot aktiv bei ihrer Fachkräftesicherung“, so Diestler. Dieses reiche von der Beratung und Vermittlung in der Berufsausbildung und der Gestaltung von Ausbildungsberufen über passgenaue Weiterbildungsangebote und Unterstützung bei der digitalen Transformation bis hin zu praktischen Hilfen bei der Integration von Berufsrückkehrern, Migranten, Flüchtlingen und Arbeitskräften aus dem Ausland. „Die IHK Düsseldorf hat dafür ein Fachkräftereferat eingerichtet und vor einem Jahr einen Willkommenslotsen eingestellt“, so Diestler.
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