Fehlerhafte Deckenkonstruktion in Aulen: Drei Gebäude bereits gesperrt

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Die Aula der Pestalozzi Schule ist bereits gesperrt worden, um die fehlerhafte Deckenkonstruktion zunächst genau zu überprüfen. Ulrich Taruttis, Sachgebietsleiter bei den Zentralen Diensten der Stadt Bochum, zeigt die aktuelle Bauweise. Die Nutzung ist bis auf Weiteres nicht möglich. (Foto: Petra Anacker)
 
Andreas Grosse-Holz von den Zentralen Diensten der Stadt Bochum, Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke und Frank Allmeroth , Leiter der Zentralen Dienste, (v.l.) haben nach den Turnhallenschäden nun eine weitere Hiobsbotschaft für Wattenscheider und Bochumer Schulen verkündet.

Nach den Turnhallen sind es nun die Schulaulen im gesamten Stadtgebiet, die der Stadt Sorge bereiten. So wurde am Montagmittag, 5. September, mitgeteilt, dass die Deckenkonstruktionen der Veranstaltungssäle bauliche Mängel aufweisen.

"Vier Aulen sind bereits bis auf Weiteres geschlossen, sechs weitere werden bis Mitte September überprüft", so Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke. Betroffen sind die Pestalozzi Schule, Graf-Adolf-Straße 40, die Weilenbrink-Schule, Arndtstraße 27, die Natorpschule, Natorpstraße 51, sowie die Franz-Dinnendahl-Schule, Lenneplatz 21, die aktuell allerdings nicht genutzt wird.
Zwei Säle wurden bereits als unbedenklich eingestuft. So kann in den Aulen der Schiller-Schule, Waldring 71, und der Heinrich-Kämpchen-Schule, Dr.-C.-Otto-Straße 88, der Betrieb nahtlos weitergehen.
Als Nächstes sind die Arnoldschule, Arnoldstraße 31, die Hans-Christian-Andersen-Schule, Heinrichstraße 40, die Neulingschule, Neulingstraße 15, die Grundschule Linden, Donnerbecke 3, die Cruismannschule, Cruismannstraße 2, und die Hilda-Heinemann-Schule, Eifelstraße 15-17, an der Reihe.
"Wir haben bereits gemeinsam mit einem Sachverständigen 48 Aulen vorgeprüft, 19 stellten sich dabei als unkritisch heraus. Zwölf erforderten eine sofortige Untersuchung, sechs weitere folgen und elf Gebäude unterliegen einer langfristigen Priorität", erläutert Frank Allmeroth, Leiter der Zentralen Dienste der Stadt Bochum, den aktuellen Stand. Nach Abschluss der Überprüfung und eventueller weiterer Sperrungen wird schnellstmöglich der Bedarf zur Sanierung ermittelt, um den Schulen eine lange Wartezeit zu ersparen.

Fehlerhafte Deckenkonstruktion


Das Problem mit den Deckenkonstruktionen ist nicht neu. Bereits im letzten Jahr mussten zahlreiche Turnhallen gesperrt werden, da die Gefahr bestand, dass einzelne Deckenplatten herunterfallen könnten. Dieser Fehler findet sich ebefalls bei den Deckenkonstruktionen der Wattenscheider und Bochumer Aulen wieder. Die vernagelten einzelnen Platten wurden mit glattschaftigen Nägeln gerade vernagelt. Die Bauvorschrift sieht eine schräge Vernagelung vor, um eine Belastung durch Wettereinwirkung und das selbstarbeitende Material zu verhindern. Bei den Bauten aus den 70er bis 90er Jahren ist die Frist, um die Mängel eventuell rechtlich zu verfolgen, bereits seit geraumer Zeit abgelaufen.
"Heute fragt man sich, warum die Deckenplatten nicht verschraubt, sondern genagelt wurden. Die Antwort ist simpel: Zu dem Zeitpunkt der Erbauung der Aulen gab es Werkzeuge wie Akkuschrauber nicht", erklärt Andreas Grosse-Holz von den Zentralen Diensten der Stadt Bochum.
Auch die Drahtaufhängung der Deckenplatten sei für damalige Verhältnisse normal gewesen. Heute erfülle sie nicht mehr den baulichen Standard.
Im Gegensatz zu den Turnhallen, die durch die Nutzungsweise, wie beispielsweise die Belastung durch diverse Ballspiele, kritischer beurteilt wurden, stufen die Experten die Aula-Problematik zunächst als latente Gefahr ein. "Sollte ein Schaden gefunden werden, so wird die betroffene Aula sofort gesperrt", ergänzt Markus Bradtke mit Nachdruck die Vorgehensweise der Stadt Bochum in puncto Sicherheit. Andreas Grosse-Holz von den Zentralen Diensten der Stadt Bochum, Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke und Frank Allmeroth , Leiter der Zentralen Dienste, (v.l.) haben nach den Turnhallenschäden nun eine weitere Hiobsbotschaft für Wattenscheider und Bochumer Schulen verkündet. Foto: Baston
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1 Kommentar
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Dr. Volker Steude aus Bochum | 05.09.2016 | 23:21  
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