Am anderen Ende der Welt...

Das Rindergehege - Cattle Yards
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  • hochgeladen von Eva Eliott

Ich sitze gerade hier im australischen Queensland auf unserer kleineren Farm von 6,000 Hektar und schaue in den allzu wertfollen Regentag hinaus, der dem Staub eine beruhigende Schwere verleit.

Angefangen hat alles vor 14 Jahren als ich als Teil meines International Business Studiums, and der FH Dortmund, ein Auslandssemester absolvieren musste.
Der rote Kontinent hatte schon lange eine magische Anziehungskraft auf mich und Dank der beruflichen Verbindungen meines Vaters war es mir moeglich eine Praktikanten Stelle in Melbourne zu bekommen.
Wenn ich sage, dass ich die Zeit meines Lebens hatte, dann ist das voellig untertrieben. Es war der Anfang eines sehr aufregenden aber auch unruhigen Lebens.
An einem ganz normalen Sonntag im australischen Fruehling 1998 habe ich, natuerlich in einem Pub, meinen heutigen Ehemann kennengelernt. Dieser Tag sollte mein Leben total auf den Kopf stellen, was damals, inclusive mir, niemand gedacht haette.
Nach 10 turbulenten, aber auch sehr schoenen Jahren im einzigartigen Melbourne, ist mein Mann seinem Traum nach gegangen und hat eine 70,000 Hektar grosse "Cattle Station" im Hohen Norden von Queensland gekauft. Von Cattle Stations oder Cattle farming (Rinderzucht) hatte ich bis dahin nur aus Buechern und Berichten gehoert. Was es bedeuten wuerde eine zu besitzen habe ich erst sehr schmerzlich erfahren als ich dort um 2Uhr morgens nach 7 Stunden langer Fahrt auf Schotterpisten, mit zwei kleinen Kindern ankam.

Es war stockdunkel und das einzige was ich im Schein meiner Taschenlampe sehen konnte war ein Caravan, der total mit Geruempel vollgestopft war. Dort habe ich dann irgendwo, irendwann in den Schlaf gefunden, nur um mir am naechsten Morgen das ganze Chaos anzuschauen.
Wir waren in der Mitte der Cape York Peninsula angekommen. Um uns war ein altes Haus, was wenigstens vor Regen schuetzen konnte, eine Andeutung einer Flugzeuglandebahn und der Caravan in dem ich irgendwie die Nacht verbracht hatte.
Es gab weder Strom noch laufendes Wasser. Die Toilettenspuehlung funktionierte nur wenn der Stromgenerator, eine kleine Dieselmaschine, angeschmissen wurde. Wir hatten einen Gaskuelschrank im Caravan und keine Einkaufsmoeglichkeiten fuer die naechsten 700km. Dank unseres damaligen Au-Pair Maedchens, habe ich es irgendwie ueberstanden fuer 6 Monate dort zu bleiben.
Heute, nach 2 Jahren sieht es dort oben ganz anders aus. Wir haben eine Solar Power Station auf unserer neuen riesigen Garage, wir haben eine warme, eher heisse Dusche, Tiefkuehltrue und Kuehlschraenke, sowie Waschmaschinen und Herde. Die Post kommt jeden Donnerstag mit dem Postflugzeug und bringt unsere Essenseinkaeufe mit.
In Notfaellen koennen die "Royal Flying Doctors" auf unserer Landebahn landen und wir koenen sogar mit dem Postflugzeug nach Cairns fliegen.
Wir haben internet,Telefon und Fernsehen, was ziemlich irreal scheint.
Mit Staub, Fluten, Kroeten, Schlangen und Moskitos muessen wir uns weiterhin herumschlage. Das bringt das Buschleben halt so mit sich.
Mein Mann baut gerade unser nagelneues Haus mit Schwimmbad fertig und am Ende des Jahres werden wir uns der, erheblich kleineren, Herausforderung stellen und einziehen...
TO BE CONTINUED

Autor:

Eva Eliott aus Wesel

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