DLRG-Mitglieder aus dem Kreis Wesel retten Menschen und Tiere in Magdeburg und Schönebeck

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Ohen Boote geht in den Flutgebieten zurzeit gar nichts, .... (Foto: DLRG)

Seit Montagfrüh sind fünf Einsatzkräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-
Gesellschaft (DLRG) aus dem Kreis Wesel mit einem speziellen Rettungsboot im Hochwassereinsatz in Sachsen-Anhalt. Ihre gemachten Erfahrungen seit dem sind bewegend.

Den gesamten Montag waren die Wasseretter aus Dinslaken und Wesel mit der Evakuierung der kleinen Ortschaft Zuchau fünfzig Kilometer südlich von Magdeburg beschäftigt. Neben großer Dankbarkeit haben sie dabei aber auch einzelne Schicksalsschläge erlebt. „Die Einwohner verlassen auf unserem Boot ihr bisheriges Leben und haben Angst vor der Zukunft!“, erzählt der Weseler Truppführer Jens Hemping.

Unklar ist, was die Einwohner bei der Rückkehr erwartet und wie hoch der Schaden ist. „Wer sich in unser Boot setzt, legt sein ganzes Vertrauen in unsere Hände. Das ist eine wahnsinnige Verantwortung, wenn die Leute mit uns
ins Ungewisse fahren.“, so Hemping. Trotz aller Müdigkeit erwarte er von seinen Helfern immer auch das notwendige Einfühlungsvermögen.

„Menschlich sein!“, lächelt Hemping. Die Stimmung ist gut. Letzte Einwohner konnten die Rettungsschwimmer aber nur noch mit einem Polizisten an Bord zwangsweise evakuieren, um eine Lebensgefahr auszuschließen.


Haustiere werden zurückgelassen!

Neben aller Solidarität kommen bei lebensbedrohlichen Lagen oftmals auch Fluchtinstinkte der Menschen zum Vorschein. So haben die Wasserretter mehrere zurückgelassene Nutztiere von den Weiden sowie Hunde und Kaninchen aus den leerstehenden Haushalten gerettet. Gegen Mitternacht
wurden die Wasserretter ins 26 Kilometer entfernte Schönebeck an die Elbe verlegt.


Hilfsangebot einer Dinslakenerin via Facebook

Hier drohen weiterhin die Deiche zu brechen, so dass evakuiert werden muss.
Währenddessen wächst die Anteilnahme der Bürger: Eine ehemalige Dinslakenerin bot den Einsatzkräften per Facebook bereits eine Vollverpflegung in ihrer Marburger Pizzeria an. „Daraus ist bisher nichts geworden,“, lacht Hemping. Bisher bemühe sich sein Team am Elbufer,
dass ihr Pizzaofen weiterhin trocken bleibe. Gestern Abend klingelte es auch an der Geschäftsstelle der DLRG in Orsoy.

Eine alte Frau steckte dreißig Euro durch die Tür. „Für die Flutopfer!“, sagte sie. Das macht auch die Rettungsschwimmer sprachlos. Weitere Nachahmer
finden alle Spendenmöglichkeiten unter http://www.dlrg.de .
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3 Kommentare
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Michael Conrad aus Alpen | 11.06.2013 | 13:23  
Dirk Bohlen aus Wesel | 11.06.2013 | 13:34  
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Michael Conrad aus Alpen | 11.06.2013 | 14:59  
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