Edelgard Wirxel-Komor (FDP) kandidiert als Landrätin: "Das Alter verleiht mir die Freiheit!"

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Edelgard Wirxel-Komor ist von der Kreis-FDP zur Kandidatin für die Kommunalwahlen gekürt worden. Als bislang einzige der Aspiranten traut sie sich, ein flammendes Bekenntnis zu ihren politischen und gesellschaftlichen Ansichten zu formulieren. Das Ergebnis lesen Sie hier im Rahmen unserer Reihe mit Statements und Interviews.

Die Freidemokratin schreibt ...

„Wir müssen das, was wir denken, sagen. Wir müssen das, was wir sagen, tun. Wir müssen das, was wir tun, dann auch sein.“ Diese Sätze von Alfred Herrhausen, ehemaliger Chef der Deutschen Bank, gesprochen in einem Fernseh-Interview kurz vor seiner Ermordung im November 1989, sind seither mein Lebensmotto.

Ich bin Edelgard Wirxel-Komor, 1947 in Neuss geboren, aufgewachsen auf einem Bauernhof mit zwei jüngeren Geschwistern. Ich bin Ökotrophologin und war einige Jahre an der Landwirtschaftskammer Rheinland tätig. Dort hatte ich unter anderem Tagungen und berufliche Wettbewerbe zu organisieren, Stipendiaten zu betreuen - später an der Versuchsanstalt für Obstbau Geschmacksprüfungen, Produkteinführungen und Ausstellungen vorzubereiten. Dann wechselte ich an ein Berufskolleg in Bonn und mein Leben als Lehrerin begann.

Nach meiner Heirat verschlug es mich an den Niederrhein, nach Sonsbeck. Beruflich wechselte ich an das Katholische Berufskolleg in Xanten. Ich habe drei erwachsene Kinder, bin geschieden, mittlerweile im Ruhestand und unterrichte noch an zwei Tagen in der Woche. Nun lebe ich seit 1978 hier und werde auch hier bleiben, der Niederrhein ist mir Heimat geworden.

Politisch gesehen wuchs ich in einem konservativen Haus auf, meine Eltern wählten CDU, dies aber nicht grundsätzlich. Auf Ortsebene wählten sie häufig auch SPD, weil sie auf kommunaler Ebene Personen, nicht Parteien wählten. Vielleicht ist das der Grund, dass ich seit 42 Jahren Mitglied der FDP bin und es in all den Jahren für mich keine Alternative gab. Es ist für mich nicht erklärbar, warum in einer Gesellschaft, in der jeder sich als Individuum betrachtet, als tolerant und liberal, so wenige Menschen die einzige liberale Partei unterstützen.

Im Gegenteil: Gängelung und Bevormundung werden immer stärker gewünscht und gewählt. Aus jedem Einzelfall wird ein Gesetz, als ob man so alle Schäden verhindern könnte! Niemand ist mehr für sich und sein Leben selbst verantwortlich, der Staat soll alles richten.

Ich kann den Widerspruch nicht auflösen, dass Kinder in größtmöglicher Freiheit aufwachsen sollen, dass sie zu selbständigen Menschen erzogen werden sollen, um dann, wenn das Ziel erreicht ist, sie mündige Erwachsene sind, diesen alles vorzuschreiben und ihnen diese Freiheit wieder zu nehmen.

Ich kann den Widerspruch nicht auflösen, dass alle Kinder studieren sollen und der Hände Arbeit demnach nicht mehr wertgeschätzt wird. Spricht aus dieser Einstellung nicht eine Arroganz gegenüber den körperlich arbeitenden Menschen?

In all diesen Bereichen ist die Politik nicht glaubwürdig, hier wird das Eine gesagt und das Andere getan; es gibt dafür weitere zahlreiche Beispiele. Bundespräsident Gauck hat gesagt: „Als ich 50 war, hätte ich gesagt, Präsident ist nichts für mich, ich kenne meine Grenzen.“

So hätte ich auch gesprochen und nun, mit 66 Jahren trete ich für die FDP als Landratskandidatin an. Warum? Das Alter verleiht mir die Freiheit und ich habe Mut zur Freiheit!
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