Equal PayDay: Frauen demonstrieren für Entgeltangleichung an Männer-Gehälter

Die Gleichstellungsbeauftragten wie Rita Nehling-Krüger (Hamminkeln) und Heike Kemper (Wesel) wollen die Aktion via Arbeitskreis nach vorne bringen. (Foto: JuK/HaS)
Die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Wesel beteiligen sich auch in diesem Jahr wieder gemeinsam am 23. März an den bundesweiten Aktionen zum inzwischen 5. Equal Pay Day unter dem diesjährigen Motto „Lohnfindung“.
Beabsichtigt ist, an dem Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, im ganzen Kreisgebiet an den Rathäusern und dem Kreishaus Flagge zu zeigen. So soll auf den immer noch herrschenden Entgeltunterschied von 23 Prozent zwischen den beiden Geschlechtern aufmerksam gemacht werden.

Zudem sind in einigen Kommunen an diesem Tag noch weitere Aktionen geplant. In Dinslaken macht das Frauenforum zusammen mit der Gleichstellungsstelle auf den Entgeltunterschied von 23 % mit einem Informationsstand auf dem Wochenmarkt in der Altstadt von 10.30 – 12.30 Uhr aufmerksam. Einige Marktbeschicker haben sich für ihre Kundinnen etwas einfallen lassen.

Interessierte werden gebeten, an diesem Aktionstag mit roten Taschen zum Marktstand der Akteure zu kommen. Einen Informationsstand wird es auch im Rathaus Neukirchen-Vluyn geben.

Das diesjährige Datum des Aktionstages ergibt sich aus der Tatsache, dass Frauen bis zum 23. März arbeiten müssen, um das durchschnittliche Vorjahresgehalt der Männer zu erreichen.

Der thematische Schwerpunkt des nationalen Aktionsbündnisses 2012, dem u. a. auch die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen angehört, liegt bei der Lohnfindung.
Denn sowohl bei der kollektiven als auch bei der individuellen Lohnfindung treten häufig folgende Probleme auf: Tätigkeitsmerkmale wie „psychische Belastung“, „Monotonie der Arbeit“ und weitere, typische Frauenberufe betreffend, werden selten angemessen bewertet. Ebenso problematisch sind die unterschiedliche Verhandlungsmacht von Frauen und Männern, die fehlende Transparenz sowie die geschlechtshierarchische Abwägung von Beruf und Familie.
Um diesen Schwierigkeiten entgegenzuwirken, muss zum einen die Transparenz erhöht werden. Dies kann z. B. durch Analysen der gesamtbetrieblichen Entgeltstrukturen oder Paarvergleiche zur Feststellung der „Ist- und Soll-Bewertung“ erfolgen.
Zum anderen sollte die Arbeitsbewertung dahingehend reformiert werden, dass zunächst eine Überprüfung der als allgemein „maßgeblich“ empfundenen Kriterien und anschließend eine Neubewertung dieser Kriterien erfolgt.

Mit der aktuellen Lohnlücke von 23 Prozent bildet Deutschland nicht nur eines der Schlusslichter in der Europäischen Union sondern sie führt für die vielen Frauen auch zu einer Rentenlücke von 59 Prozent und damit zu einem gesamtwirtschaftlichen Problem. Die drei wesentlichen Ursache hierfür liegen darin, dass Frauen in bestimmten Berufen, Branchen und auf den höheren Stufen der Karriereleiter fehlen, ihre Erwerbstätigkeit häufiger und länger familienbedingt unterbrechen oder reduzieren und gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit von Frauen und Männern nicht nachhaltig durchgesetzt wird.

Die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Wesel schließen sich daher der Forderung des nationalen Aktionsbündnisses an und erwarten:
Entgeltgleichheit für eine zukunftsfähige Gesellschaft.

Auch die Fachstelle Frau und Beruf Kreis Wesel begrüßt und unterstützt wieder die Aktion der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Wesel.
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Petra Egbring aus Dinslaken am 20.03.2012 um 19:52 Uhr  
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