HSV-Special: Alles was mal war

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Die "Väter" des Herbeder Handballs: hinten (v.l.:) Erich Limberg, Paul Schemberg (sitzend v.l.:) Bürgermeister Wohlleb, Horst Schwartz, Rektor Bruno Heide und Fitz Dannert (Foto: HSV Herbede)
 
Zeitungsausschnitt der "Glück-Auf-Kampfbahn", Heimspielstätte der Herbeder Feldhandballer. (Foto: HSV Herbede)

Gestern ging es also um die aktuelle sportliche Lage der Herbeder Seniorenmannschaften. Nicht vergessen werden soll aber auch das, was früher einmal war: Heute also ein Rückblick auf die vergangen Jahre, von der Gründung des Vereins bis heute. Wie alles angefangen hat und wie erfolgreich die Herbeder damals auf dem Großfeld waren – heute in Teil drei des HSV-Specials.

Sportlich tritt Herbede im Jahre 1916 das erste Mal auf die Bildfläche: Mitten im ersten Weltkrieg wird der SV Herbede gegründet, einzig um von den Mitgliedsbeiträgen Bälle kaufen zu können. Die heutigen Vereinsfarben schwarz und weiß waren damals schwarz und grün. Nachdem die Sportart Handball 1922 in Deutschland ins Leben gerufen wird, interessieren sich 1927 auch in Herbede die ersten Sportler dafür, den Ball mit der Hand anstelle des Fußes ins Tor zu befördern – so folgt nur ein Jahr später die Gründung einer Handballabteilung durch Karl Steveling. Handball als Hallensport, daran denkt damals niemand. Ähnlich wie beim Fußball wird auf großen Plätzen an der frischen Luft gespielt.
Fünf Jahre lang hält sich die Abteilung, ehe der Spielbetrieb 1933 aus politischen Gründen beendet wird – genauso wie das Vereinsleben.

Im August 1945 erhält der SV Herbede die Erlaubnis, zumindest den Fußballsport wieder betreiben zu dürfen, die Handballer haben es diesmal schwerer: Mehrere Versuche einer Neugründung scheitern, erst im November 1950 gelingt es, eine neue Handballabteilung zu Gründen. Leiter damals: Erich Limberg. Von dort an geht es steil bergauf mit dem Herbeder Handballsport.
Rund ein Jahr später eröffnet in Herbede die „Glück-Auf-Kampfbahn“. Diese wird Heimspielstätte der Handballer und erfreut sich großen Besucherzahlen. `53 erringt der Club den ersten Titel: Die Kreismeisterschaft. In der Folgesaison eröffnet eine Jugendabteilung und gibt Kindern und Jugendlichen die Chance, den Handballsport im Verein auszuüben.
1956, ebenfalls ein prägendes Jahr: Horst Schwartz übernimmt die Leitung der Handballabteilung.

Drei Jahre später steigen die Senioren unter Rolf Gerhard in die Bezirksklasse auf. Nochmal zwei Jahre weiter dann der Riesenerfolg: Trainer Robert Gerhartz und sein Team schaffen den Sprung in die damals höchste deutsche Hallen-Spielklasse und die Industrieliga Westfalen. Im Feldhandball gehen die Erfolge weiter, 1967 geht’s in die Oberliga – mal wieder höchste deutsche Liga. In der Folgezeit steigt der Club allerdings recht schnell wieder ab, etabliert sich aber in der Verbandsliga, ehe in den 70er Jahren endgültig der Umbruch erfolgt: Der Handball wandert komplett in die Sporthallen, Feldhandball ist Geschichte.

Hier reiht sich zunächst Erfolg an Erfolg, nach dem Verbandsligaaufstieg 1979 ist es 1984 soweit: Die Herbeder kehren unter Spielertrainer Uli Schwartz, in seiner ersten Amtszeit, in die Oberliga zurück, klopfen vier Jahre später sogar an der Regionalligatür an. Bis 1996 hält sich der SV Herbede dort, ehe man nach zwölf Oberligajahren absteigt.
Ein Jahr zuvor verstirbt Horst Schwartz, von ´56 bis ´87 Abteilungsleiter der Handballer. Bereits im Juli wird zu seinen Ehren die Heimspielstätte der Herbeder auf den Namen „Horst-Schwartz-Sporthalle“ getauft – und trägt diesen Namen bis heute.

Zur Jahrtausendwende steht dann einmal nicht die erste Herrenmannschaft im Fokus: Die Reserve um Spieler wie Marko Weiss, Uli Schwartz, Thomas Molz, Björn Reichardt und Jan Schiltz schafft den Landesliga-Aufstieg, während die 1. Mannschaft in der Verbandsliga agiert. 2003 müssen sich beide Mannschaften dann aber nach unten orientieren.
Im Jahr 2003 dann ein weiterer entscheidender Punkt der Vereinshistorie: Die Handballabteilung trennt sich vom SV Herbede, wird zum eigenständigen Verein HSV Herbede und ist von nun an der einzig reine Handballverein in Witten.
Die jüngere Vergangenheit bietet Licht und Schatten: So pendelte die erste Mannschaft zwischen Landes- und Bezirksliga, dafür schaffen es Reserve und 3. Mannschaft, wieder von ganz unten hochzukommen. Die Reserve steigt 2010/2011 in die Kreisliga auf, ebnet so den Weg zum Aufstieg der dritten Mannschaft.
Ein Damenteam gibt es seit 2006/2007 nicht mehr in Herbede – bis zur aktuellen Saison.
Einige der „Mädels“ die mittlerweile für die HSV-Damen auflaufen staubten übrigens 2008 noch den Kreismeistertitel in der C-Jugend ab.

In den letzten Jahren gab’s für die Herbeder allerdings zum Saisonabschluss immer etwas zu feiern, eines der Seniorenteams schaffte stets den Aufstieg: Vergangenes Jahr die 1. Mannschaft, im Jahr davor die Zweite. Und auch in diesem Jahr sieht es ja nicht ganz so schlecht aus, wenn es um das Thema Aufstieg geht.
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