Adventsgeschichten: Bergsteiger kümmert sich um Nachwuchskletterer

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Dirk Zautke ist passionierter Bergwanderer und Bergsteiger, auf den höchsten Gipfeln fühlt er sich zu Hause.
 
Dirk Zautke möchte nicht, dass der Alpenverein zum „Alten“-Verein wird.

An den Adventssonntagen findet man gerne etwas Besonderes, wenn man das Türchen am Adventskalender öffnet. Wir haben diese Tradition aufgenommen und lassen uns in der Vorweihnachtszeit von besonderen Menschen in unserer Stadt die Tür öffnen.

Für das dritte Advents­wochenende öffnet uns Dirk Zautke die Tür. Er ist passionierter Bergsteiger und betreut beim Deutschen Alpenverein, Sektion Witten, mehrere Jugendgruppen.
Schon lange ist Dirk Zautke Mitglied beim deutschen Alpenverein Berchtesgaden. „Weil das meine Region ist“, sagt der gebürtige Herner, der seit 1997 in Witten lebt. „Meine Kinder hatten schon mit drei Jahren den ersten Klettergurt. Vor sieben Jahren wollte ich sie hier in Witten eigentlich nur bei der Jugendgruppe des Alpenvereins anmelden. Dabei sind wir dann ins Gespräch gekommen.“
Dabei stellte sich dann her­aus, dass Dirk Zautke nicht nur passionierter Bergsteiger war, sondern auch lizensierter Bergsportlehrtrainer, der seit fast 20 Jahren für den Landessportbund Bergwanderungen für Erwachsene durchführt. Und wie es der Zufall wollte, hatte sich beim Wittener Alpenverein zu dieser Zeit gerade eine Jugendgruppe aufgelöst.
Zusätzlich zu seiner Bergsportlertrainer-Ausbildung absolvierte Dirk Zautke eine Ausbildung als Jugendleiter und ist seitdem in den verschiedenen Jugendgruppen des Vereins aktiv.
Dabei hat der 50-Jährige ein ganz besonderes „Baby“ großgezogen, wie er erzählt: „Die Indoor-Kletterhallen im Ruhrgebiet sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen, und für viele Leute ist der Alpenverein ja eher ein ‚Alten‘-Verein. Mit einer Kletterwand bekommt man auch Jugendliche, und so haben wir nach einer Möglichkeit einer eigenen Kletterwand gesucht. Manche Schulen haben bereits eine Kletterwand in der Sporthalle, also lag die Kooperation mit einer Schule nahe, an der die Kletterwand sowohl von den Schülern als auch von unserem Verein genutzt werden kann.“
Allerdings ist eine solche Kletterwand nicht ganz billig, ergo galt es, neben einer kooperierenden Schule auch noch Sponsoren mit ins Boot zu holen. „Unser erster Vorsitzender Winfried Röring hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um Spenden zu sammeln, und mit der Blote-Vogel-Schule haben wir schließlich auch einen Partner gefunden. Die Kletterwand wurde dann zu zwei Dritteln von uns und zu einem Drittel von der Schule finanziert.“
Das ist mittlerweile drei Jahre her, und seitdem gibt Dirk Zautke, der hauptberuflich in Essen als Krankenpfleger in der Dialyse arbeitet, dem interessierten Nachwuchs wertvolle Tipps. Mit einem Team von fünf Leuten werden mittwochs zwei Altersgruppen angeleitet. Donnerstags steht Kletterwandtraining für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren auf dem Programm. Und alle 14 Tage leitet Dirk Zautke zusammen mit einem Pädagogen eine spezielle Jugendgruppe für traumatisierte Kinder.
Seiner Passion, dem Bergwandern und Bergsteigen, frönt er natürlich auch heute noch. Die Zahl der Berge, die er erklommen hat, weiß er nicht genau, aber wie er sagt: „Es werden schon ein paar Hundert gewesen sein.“
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