Im Looping mit der Mig-21: Nachbrenner ein, 950 km/h und Hochziehen

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Erinnerungen an viele Flüge und Erlebnisse auf der MiG 21 und Su-22 in den achtziger Jahren.

Alle fünf Jahren und nun schon zum vierten Mal trafen sich ehemalige Flieger der NVA, die mit mir 1987 ihre Ausbildung zum Jagd-, und Jagdbombenflieger beenden konnten. Im Herbst 1983 begannen wir an der Offiziershochschule der Luftstreitkräfte/ Luftverteidigung der NVA der ehemaligen DDR unser Studium zum Diplom-Ingenieur und die fliegerische Ausbildung. Ein Teil von uns bereitete sich auf das Studium in der damaligen Sowjetunion vor. Geflogen wurde während der Ausbildung in der DDR auf dem tschechischen Strahltrainer Aero L-39 in Bautzen und im dritten und vierten Studienjahr auf der MiG 21 U und MiG 21 SPS am Flugplatz Rothenburg an der Neiße.
Die Ausbildung der Fugschüler in der ehemaligen Sowjetunion endete dann auf dem Jagdbomber Suchoi Su-22. Dieser Typ war in der ehemaligen DDR ab ungefähr 1985 auf dem Flugplatz Laage stationiert. Dieser Platz wird noch heute durch die Bundeswehr genutzt. Wir waren im Truppendienst als Jagdflieger, Jagdbombenflieger und Aufklärungsflieger auf den Flugplätzen Drewitz, Marxwalde, Laage sowie in Preschen stationiert.

Kennt man alle Schalter und Geräte noch nach über 20 Jahren?

Natürlich nutzten wir die von unserem Frank organisierte Gelegenheit, im Flugplatzmuseum Cottbus ein „Kabinentraining“ zu absolvieren. Er brachte extra seinen alten Helm und die Fliegerjacke mit. In der Tasche, wie vorbildlich, noch das „Handbuch für Verhalten bei besonderen Fällen in der Luft“. Es wurden alte Geschichten und Erinnerungen an Flugvorbereitungen und manche lustige oder auch nicht ganz ungefährliche Situation aus der Fliegerzeit aufgewärmt: „Wisst Ihr noch…und der und das…?“ Natürlich wussten wir - und es gab viel zu Erzählen, zu Erinnern und zu Lachen.
Einige waren der Meinung, dass der „Kochi“ als er auf die Leiter zur Kabine der MiG-21 stieg, da niemals mehr reinpasse. Von wegen! Mit originaler (zu enger) Jacke und Helm saß ich in der Kabine und staunte über mich selbst, was alles noch so an Schaltern und Handlungsabläufen im Kopf gegenwärtig ist.

Ich sehe es vor mir:

" 5000 Meter Höhe - zwei Vollkurven mit Nachbrenner und 60 Grad Schräglage- Rolle und zum Looping. Also 500 km/h - Drosselhebel auf Vollast - Drehung um die Längsachse - Ziehen bis zur Schüttelgrenze und 5G - Nachbrenner ein - 950 km/h- ca. 1500 Meter Höhe – jetzt ziehen und wieder hoch auf 5000 Meter“

Das war eine meiner Lieblingsübungen in der Kunstflugzone neben dem gigantischen Gefühl, beim Überschall-Abfangen mit 1,8 bis 2-facher Schallgeschwindigkeit durch den Himmel zu jagen. Danke an die Jungs vom Flugplatzmuseum, die uns an die Maschinen und vor allem auch in die Kabinen gelassen haben und uns solche Erinnerungen verschafft haben.
Mancher von uns fliegt noch auf dem einen oder andern Sportflieger, wie es heute eben so möglich ist. Aber die unvergesslichen Flüge auf der MiG bleiben unwiderbringliche Erlebnisse. Leider waren es aber Waffen. Und für welchen Zweck? Schön ist für mich, dass wir uns heute noch aller fünf Jahre als Freunde treffen können, keiner von uns Opfer der Technik oder eines Kampf- Einsatzes wurde und wir uns über das Leben, die Familie, die Kinder und die Arbeit austauschen; Feiern und Lachen und nicht mehr über todernste militärische Dinge reden müssen.

Hier ein Video, wie eine Schulmaschine Mig-21U
ganz zivil in den Staaten 2013 geflogen wird

Autor:

Ronald Koch Langewiesen/Thür. aus Alpen

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