Festmusik für Orgel und Chor in der Osternacht in Anholt

Äußerst vielfältig präsentiert sich die Kirchenmusik in Anholt in der Osternachtsfeier am 30. März 2024 um 21:00 Uhr im „Anholter Dom“. Choralschola und Kirchenchor haben ein um-fangreiches Programm erarbeitet. Schon am Osterfeuer erklingt das meditative „Im Dunkel unsrer Nacht“ aus Taize. In der Kirche folgt dann „Wie groß sind deine Werke, Herr“ im Satz von Johann Crüger (1598 – 1662). Crüger war 40 Jahre lang Lehrer am Gymnasium Zum Grau-en Kloster und gleichzeitig Kantor der St.-Nicolai-Kirche in Berlin. Über 122 Lieder für den evangelische Kirchengesang hat er komponiert, umgearbeitet oder erstmals veröffentlicht.

Ruhe verbreitet die Choralschola mit dem Psalm „Dixit Dominus“. Hier kommt die gute Akustik der Kirche dem unbegleiteten Gesang der Männer besonders entgegen. Kraftvoll wird es bei „Kein Land, kein Volk ist auf der Erd‘“. Adolf Lohmann (1907 – 1983) bearbeitete das Lied, eine Paraphrase des Psalms 19. Der schwungvolle Dreier-Rhythmus wechselt regelmäßig zwischen halben und Viertelnoten, was den fanfarenartigen Charakter unterstreicht.

Orazio Vecchi (1550 – 1605) schuf eine reizvolle Vertonung des Psalms 116. Vecchi war ein populärer und erfolgreicher Komponist und u.a. Domkapellmeister in Salò, Modena und Cerregio sowie Hofkapellmeister und Musiklehrer der herzoglichen Prinzen zu Modena. Zum Gemeindelied „Halleluja, lasst uns singen“ schrieb Chorleiter Sven Joosten einen Überchorsatz, der prunkvollen nochmals steigert. „Halleluja, Jesus lebt“ wird es mächtig durch die Kirche schallen. Willy Trapp (1923 – 2013) wählte altenglische Melodien als Grundlage für sein Ordinarium „Lob und Dank sei Gott“. Der Chor singt aus dieser Mess-Komposition das beschwingte „Heilig“ im barocken Stil. Von Trapp stammt der Satz: „Auch ein Kirchenmusiker sollte sich mit Tanzmusik auskennen, er lernt dabei nämlich, im Takt zu spielen.“

Musikalischer Höhepunkt ist das berühmte „Halleluja“ aus dem Messias von Georg Friedrich Händel (1685 – 1759). Seine Musik eroberte die Welt im Sturm. Der Barockkomponist war schon zu Lebzeiten eine Legende. Sein „Halleluja“ – in der Fest- und Königstonart D-Dur – gilt als sein bekanntestes Werk.

Während des Gottesdienstes gibt es natürlich auch für die Gemeinde viele Gelegenheiten kräftig und froh in die bekannten Osterlieder einzustimmen. Martin Boland spielt auf der klangprächtigen (und teilrenovierten) Seifert-Orgel österliche Festmusik und Improvisationen. Die musikalische Gesamtleitung hat Sven Joosten.

Autor:

Sven Joosten aus Hamminkeln

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