Flugzeugabsturz auf Golfplatz - Ultraleichtflieger war zu schwer

Im November stürzte auf einem Golfplatz in Recklinghausen, in der Nähe zum Flughafen Marl-Loemühle, ein Ultraleichtflugzeug ab. Laut einen Zwischenbericht war der Flieger zu schwer. Foto: Martin Meyer (Archiv)
  • Im November stürzte auf einem Golfplatz in Recklinghausen, in der Nähe zum Flughafen Marl-Loemühle, ein Ultraleichtflugzeug ab. Laut einen Zwischenbericht war der Flieger zu schwer. Foto: Martin Meyer (Archiv)
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Laut einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Fluguntersuchung in Braunschweig war das Ultraleichtflugzeug, das am 30. November 2012 auf einem Golfplatz an der Bockholter Straße in Recklinghausen abstürzte, zu schwer.
Aus dem Bericht der Bundesstelle geht hervor, dass das Flugzeug zum Zeitpunkt des Absturzes schwerer war als zugelassen. Das Leergewicht war im Gewichts- und Ausrüstungsverzeichnis des Flugzeugs vom 7. August letzten Jahres mit 325,5 Kilogramm und die Zuladung mit 147 Kilogramm angegeben.
Nach Angaben des Piloten des Unfallfliegers befanden sich zum Unfallzeitpunkt insgesamt rund 50 Liter Kraftstoff in den beiden Flächentanks. Das Gewicht beider Insassen gab er mit 123 Kilogramm an. Das Gepäck und Dokumente im Wrack wogen acht Kilogramm.
Zudem wurden laut eines Arbeitsberichtes eines Flugzeuginstandhaltungsbetriebes im Zeitraum vom 17. bis 26. November das Bugfahrwerk instand gesetzt und ein Kühlmittelthermostat ausgetauscht.
Zusätzlich wurden das komplette Instrumentenbrett ausgetauscht und neue Instrumente eingebaut. Ein entsprechendes Ausrüstungsverzeichnis und der Wägebericht fehlten in den entsprechenden Unterlagen.
Am Unfalltag traf sich der 63-jährige Pilot des Ultraleichtflugzeuges mit einer Bekannten, um gemeinsam einen Rundflug durchzuführen. Der Start erfolgte um 13.46 Uhr auf dem Flugplatz Marl-Loemühle. Nach seiner Aussage bemerkte der Pilot nach dem Start eine Nebelwand vor sich. Er sei beim Eindrehen in den Querabflug in den Nebel geraten.
Dabei habe er keine Bodensicht mehr gehabt und die Orientierung verloren. Als er bemerkte, wie sich die Flugzeugnase steil nach unten senkte und er Bäume vor sich sah, habe er noch versucht abzufangen und sei dabei mit den Bäumen kollidiert. Zeugen in der Nähe der Absturzstelle hörten ein Motorengeräusch im Nebel über dem Golfplatz und vernahmen kurz danach einen Knall. Das Ultraleichtflugzeug wurde zerstört auf dem Gelände des Golfplatzes gefunden. Fluggast und Pilot wurden dabei schwer verletzt.
Der Pilot ist im Besitz eines Luftfahrerscheins für Luftsportgeräteführer, mit der Berechtigung für aerodynamisch gesteuerte Ultraleichtflugzeuge und der Berechtigung für Passagierflüge. Seine Gesamtflugerfahrung betrug 106,24 Stunden. In den letzten 30 Tagen vor dem Unfall flog er 4,06 Stunden und in den letzten 90 Tagen davor 26,09 Stunden.

Autor:

Martin Meyer aus Datteln

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