Neue Location: Nach Umzug hat sich das Gebrauchtwarenkaufhaus neu aufgestellt
S.O.S.-Team: Neustart in Velbert

Gunnar Rother, erster Vorsitzender des S.O.S.-Team-Vereins und der Geschäftsleiter des Vereins, Michael Adler, mit einem Teil der Mitarbeiter des Gebrauchtwarenkaufhauses.
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  • Gunnar Rother, erster Vorsitzender des S.O.S.-Team-Vereins und der Geschäftsleiter des Vereins, Michael Adler, mit einem Teil der Mitarbeiter des Gebrauchtwarenkaufhauses.
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Knappe drei Monate Zeit hatte der Verein „S.O.S.-Team“ vom Gebrauchtwarenkaufhaus, für seinen Umzug von Neviges nach Velbert, an die Schwanenstraße 48a. „Das war eine logistische und finanzielle Herausforderung“, sind sich der Vereinsvorsitzende Gunnar Rother und sein Vertreter Michael Adler einig. Gemeinsam mit ihrem Team haben sie diese „Mammutaufgabe“ nun bewältigt und präsentieren stolz das „neue“ Gebrauchtwarenkaufhaus.

„Kaufhaus“, genau diese Bezeichnung ist es, die einem sofort in den Kopf kommt, betritt man die neuen Räumlichkeiten des S.O.S-Teams (sozial orientierter Service) an der Schwanenstraße. Einkaufskorb, Händedesinfektion, alles ganz professionell. Geschäftsleiter Michael Adler: „In unserem neuen Standort kann man prima ‚auf Abstand‘ einkaufen. Preisbewusst und nachhaltig. Ein Kaufhaus für Jedermann.“ Insgesamt1200 Quadratmeter, davon 739 Quadratmeter reine Verkaufsfläche, auf der sich zahlreiche themenbezogene Verkaufsbereiche präsentieren. Vergleichbar mit dem „Shop in Shop-System“ großer Warenhäuser. „Alles fürs Baby“, Literatur, Kleidung, Schuhe, Dekoration, Haushalts- und Elektrowaren, von der Kaffeemaschine bis zum Computer, kaum etwas fehlt im Angebot. Selbst Motorradhelme, Kinderspielzeug, Schreibwaren und eine große Auswahl an Weihnachtsdekoration wird auf den einzelnen Aktionsflächen angeboten. Allein 16000 Bücher stehen in den Regalen der Literatur-Ecke, alle fein säuberlich sortiert und teilweise noch original verpackt. Nur die Getränke-Neonschilder an den Wänden verraten, dass der Vormieter dieser Halle ein Getränkehandel war. Übersichtlich geordnet, ordentlich gekennzeichnet, professionell mit Barcode zum Einscannen an der Kasse – selbst Kartenzahlung ist möglich. Nichts ist improvisiert, keine handgeschriebenen Zettelchen. „Das haben wir unserem organisatorischen Gehirn zu verdanken“, lacht Gunnar Rother mit Blick auf seinen Mitstreiter Michael Adler. „Er ist auch unser IT-Beauftragter und auf diesem Gebiet unschlagbar.“

Die Ware wird auf Mängel geprüft

Besonderen Wert legt das S.O.S.-Team auf die Kontrolle der Ware. Alle Spenden werden akribisch auf ihre Unversehrtheit hin überprüft. Elektro-Geräte und Haushaltswaren dürfen nicht defekt sein, Kleidung ohne Flecken oder Löcher. „Wir prüfen alles sehr genau, vorher geht nichts über den Ladentisch. Die Kleidung wird generell immer gewaschen und gebügelt bevor sie in den Verkauf geht.“ Das Alter der Ware sei dabei nicht ausschlaggebend. Oft seien es die „älteren“ Dinge, die von besonderer Qualität seien. Die Marken-Stereoanlage genauso wie die Strickjacke einer älteren Dame. Der Zustand sei am Ende entscheidend, so Rother. Das sei natürlich alles sehr arbeits- und auch personalintensiv. Viele Arbeitsschritte seien nötig bis einTeil zum Verkauf „freigegeben würde“. Von der Spendenannahme im Hof, über die Sortiervorgänge bis zur Pflege und endgültigen Kontrolle.

Angestellte werden teilweise vom Jobcenter gefördert

Zehn Festangestellte hat der Verein, einige mit Förderung vom Jobcenter. Denn: Der Verein "S.O.S.-Team e.V." ist ein Träger, der im Auftrag des Jobcenters Mettmann tätig ist und sich auf sozial orientierte Arbeiten spezialisiert hat. „Unsere Zielsetzung ist es Menschen die Chance zu ermöglichen, wichtige Kompetenzen zu erlangen um sich in den Arbeitsmarkt integrieren zu können“, so Gunnar Rother, einer der zehn Mitarbeiter, die darüber hinaus ehrenamtlich für den Vereinstätig sind. „Durch die "Arbeitsgelegenheiten" in unserem Gebrauchtwarenkaufhaus bieten wir die Plattform, sich sozial zu engagieren und arbeiten nach dem Leitsatz: ’Durch das Füreinander zum Miteinander’.“ Nur durch den überdurchschnittlichen Arbeitseinsatz der Mitarbeiter auf allen Ebenen und die große Hilfsbereitschaft der Menschen, habe das Gebrauchtwarenhaus überlebt. Aus Brandschutz-Gründen flatterte dem S.O.S.-Team im August eine unerwartete Kündigung der Räumlichkeiten in Neviges ins Haus und brach der Einrichtung fast das Genick. „Plötzlich hatten wir kein Dach mehr überm Kopf und standen vor großen Problemen. Logistisch wie auch finanziell“, erinnert sich Michael Adler, denn trotz allem sozialen Engagement sind wir unter anderem für die Gehälter und die Miete aus unseren Einnahmen angewiesen. Auch wenn wir im Schnitt 80 Prozent unter dem Neupreis liegen.“ Doch mit Unterstützung des Leerstandsmanagements der Stadt Velbert und einem Mietzuschuss, habe man nun den Neustart erfolgreich abgeschlossen. Die Spendenbereitschaft der Bürger sei nach wie vor groß und man hoffe nun den Verlust der vergangenen drei Monate wieder auffangen zu können.

Autor:

Astrid von Lauff aus Velbert-Langenberg

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