Ein Bild - Eine Geschichte

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Hallen aus Stein


Krachend schlug König Angar mit der Faust auf den Tisch. Die Diskussion verstummte schlagartig und die königlichen Ratgeber sahen ihren König, der sich drohend erhoben hatte, verunsichert an.
„Genug mit dem Geschwätz!“, brüllte Angar und starrte jeden der Anwesenden eindringlich an.
„Schluss mit der Diplomatie! Die Zeit der Verhandlung ist vorbei! Wir sind Stück für Stück zurückgewichen, haben uns wie ängstliche Weiber verkrochen und doch hat Koron nicht genug. Er wird erst aufhören, wenn er auf meinem Thron sitzt, das sollte jedem hier klar sein. Doch er wird diese Hallen aus Stein, die schon der Urgroßvater meines Urgroßvaters erbauen ließ, nur über meine Leiche betreten!“
Nach dieser Ansprache herrschte einen Augenblick Totenstille im Saal. Dann räusperte sich Angars ältester Berater.
„Aber mein König, wir haben keine Armee, um es mit Korons Heerscharen aufzunehmen. Diplomatie ist unsere einzige Möglichkeit!“ Er hielt dem starren Blick von König Angar einen Moment stand und senkte dann die Augen.
„Nein, es gibt noch eine andere Möglichkeit.“
König Angar nickte dem Diener an der Tür zu und der öffnete diese. Eine große, schlanke, in einen schwarzen Mantel gehüllte Gestalt trat ein. Sofort schien die Temperatur im Saal um einige Grade zu sinken. Die Gestalt verbeugte sich vor dem König und streifte die Kapuze ab.
„König Angar, ich grüße Euch!“
Die tiefe Stimme drang bis in den hintersten Winkel des Saals. Der älteste Berater erbleichte, als er das eingefallene, bärtige Gesicht des Fremden erblickte und wandte sich entsetzt an den König:
„Nein, mein König, das könnt ihr nicht tun!“
Doch König Angar nickte dem Fremden grimmig zu. Um Koron aufzuhalten, würde er seine Seele an den Teufel verkaufen, wenn es sein musste.
www.sabine-kalkowski-schriftsteller.de
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