Bücher für die Lesekinder

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Jens Willmes (sitzend, 3.v.l.), Geschäftsstellenleiter der Sparda-Bank in Bochum, überbrachte dem Verein "Mentor - Die Leselernhelfer" einen symbolischen Scheck über 1.000 Euro, den Heidrun Abel (sitzend, 4.v.r.), Bochumer Vorsitzende des Vereins, in Empfang nahm. Die Spende wurde direkt in Buchgeschenke für die Viertklässler, die von den Lesepaten betreut werden, investiert. Foto: Vesper

Die Leselernhelfer von "Mentor e.V." freuen sich über 1.000-Euro-Spende der Sparda-Bank




Wenn die Lesepaten des Vereins "Mentor - die Leselernhelfer" sich in den nächsten Tagen wieder mit ihren Viertklässlern treffen, um gemeinsam in die Welt der Buchstaben abzutauchen, dann haben sie eine Überraschung dabei: einen dicken, bunten Welt-Atlas.

"Wir schenken jedem Viertklässler, den wir betreuen, zum Ende der Grundschulzeit ein Buch - bereits zum zweiten Mal haben wir diesen Atlas ausgewählt", berichtet Heidrun Abel, Vorsitzende von "Mentor e.V." in Bochum. "Es ist ein Buch, von dem die Kinder lange etwas haben - und ist im Idealfall ein Buch für die ganze Familie."
Buchhändler Hanss Janssen, Vorstandsmitglied des Vereins, erklärt, warum: "Da sind nicht nur Karten drin, sondern auch Satellitenaufnahmen und jede Menge Fakten und Hintergrund-Informationen über die einzelnen Länder und Kontinente. Es ist ein Buch, das Kindern Spaß macht und in das sie auch mit ihren Eltern immer wieder gemeinsam hineinschauen können." Und das im Idealfall auch jede Menge Gesprächsanlässe liefert, denn viele der Kinder, die von den Lesepaten begleitet werden, haben einen Migrationshintergrund, ihre Eltern stammen aus den unterschiedlichsten Ländern. "In letzter Zeit begleiten wir außerdem zunehmend Flüchtlingskinder", berichtet Heidrun Abel.

Bedarf ist groß


120 Kinder werden in diesem Jahr beschenkt, ihre Lesepaten konnten die Bücher jetzt in Empfang nehmen. Finanziert wird das durch Spenden - nicht zuletzt durch die der Sparda-Bank: Jens Willmes, Filialleiter der Sparda-Bank Bochum an der Grabenstraße, überbrachte jetzt den symbolischen Scheck sowie eine Förderurkunde: "Wir unterstützen erstmals das Bochumer Mentor-Projekt", berichtet er. Bei der Spende handelt es sich um Erlöse aus dem Sparda-Gewinnsparen, durch das regelmäßig soziale Projekte vor Ort gefördert werden. "Ein Beirat wählt diese Projekte aus - diesmal fiel die Wahl auf die Leselernhelfer hier in Bochum", erläutert Willmes, sichtlich beeindruckt von dem Herzblut, mit dem die Leselernhelfer bei der Sache sind. "Ehrenamtliches Engagement unterstützen wir gerne, wir sind daher auch Partner der Ehrenamtskarte, in deren Genuss auch die ehrenamtlichen Lesepaten kommen können."
471 Ehrenamtliche hat der Verein in Bochum aktuell, "aber wir könnten locker doppelt so viele gebrauchen", macht Heidrun Abel deutlich. "Der Bedarf ist riesig - nicht nur durch Flüchtlingskinder, sondern auch dadurch, dass wir inzwischen sowohl an Grundschulen wie zunehmend auch an weiterführenden Schulen gebraucht werden."
Dr. Wolfgang Brauneck, zweiter Vorsitzender des Vereins, ergänzt: "Wir sind an fast allen Bochumer Grundschulen aktiv, außerdem an 15 weiterführenden Schulen - insgesamt an 64 Schulen im gesamten Stadtgebiet." Kinder, denen das Lesenlernen schwer fällt, erfahren durch die Lesepaten Unterstützung auf ihrem Weg durch den Buchstabendschungel. Das Mentor-Prinzip ist dabei eigentlich ganz einfach: "Ein Kind – ein Pate – eine Stunde pro Woche" - das ist die Faustformel.
Wer Lesepate werden will, der muss vor allem Freude am Umgang mit Kindern haben, geduldig sein - und mindestens eine Stunde pro Woche erübrigen können. "Wir haben aber auch viele Mentoren, die inzwischen zwei oder drei Kinder begleiten", berichtet Heidrun Abel.

Auch Männer können Lesepate werden


Ein solcher ist Bernd Hupfeld - und "nebenbei" noch bestes Beispiel dafür, dass nicht nur Frauen Lesepaten sein können, sondern auch Männer, was gerade für Jungs wichtig sein kann. "Manchmal ist es schwierig, die Kinder zu motivieren", berichtet Hupfeld. "Oft aber hilft es, wenn man sie erst einmal reden lässt, etwa über ihren Schultag oder ihre Alltagssorgen. Dann kann man viel leichter wieder den Bogen zum Lesen schlagen." Oft sind es auch ganz banale Dinge, die Einfluss darauf haben, wie erfolgreich eine Lesestunde ist: "Einmal kam ein Junge direkt nach dem Schwimmen zum Vorlesen - da war er natürlich platt. Als wir den Termin verlegt haben, funktionierte es plötzlich sehr viel besser."
Seit neun Jahren dabei und damit Lesepatin der ersten Stunde in Bochum ist Marianne Schwinning. Wie viele Kinder sie auf ihrem Weg durch den Buchstabendschungel in dieser Zeit begleitet hat, darüber hat sie den Überblick verloren - aber begeistert ist sie von dem Projekt nach wie vor: "Natürlich gibt es bei all den Erfolgserlebnissen auch mal Enttäuschungen, das gehört dazu." Ganz wichtig ist ihr stets der gute Kontakt zu den Eltern - was nicht immer der Fall ist. "Aber wenn die Eltern dahinter stehen, dann klappt das meist viel besser."
Ingrid Raue dagegen macht gerade die Erfahrung, dass ihr erstes Lesekind in die weiterführende Schule wechselt. "Aber ich werde es weiter begleiten, das steht schon fest." Und noch etwas steht für die Lesepatin bereits fest: "Ich werde noch ein weiteres Kind dazunehmen."

INFOS:



- Mentor - die Leselernhelfer, sind weiter auf der Suche nach Lesepaten für Bochumer Grundschüler.
- Einführungen für neue Mentorinnen und Mentoren finden regelmäßig an jedem ersten Donnerstag eines Monats in der Weilenbrink-Schule an der Arndtstraße 25 - 27 statt.
- Die nächste Veranstaltung ist am Donnerstag, 7. Juli, von 9.30 - 11.30 Uhr.
- Anmeldung unter info@bochum-mentor.de ist erforderlich.
- Weitere Infos über Mentor gibt es unter www.bochum-mentor.de, telefonisch bei Heidrun Abel, Tel.: 02327/79813 oder in der Buchhandlung Janssen, Brüderstrasse 3, Tel.: 13001 Lesepaten Mentor - die Leselernhelfer sind weiter auf der Suche nach Lesepaten für Bochumer Grundschüler.
- Einführungen für neue Mentorinnen und Mentoren finden regelmäßig an jedem ersten Donnerstag eines Monats in der Weilenbrink-Schule an der Arndtstraße 25 - 27 statt.
- Die nächste Veranstaltung ist am Donnerstag, 7. Juli, von 9.30 - 11.30 Uhr.
- Anmeldung unter info@bochum-mentor.de ist erforderlich.
- Weitere Infos über Mentor gibt es unter www.bochum-mentor.de, telefonisch bei Heidrun Abel, Tel.: 02327/79813, oder in der Buchhandlung Janssen, Brüderstraße 3, Tel.: 13001.
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