"So viel Zeit" braucht so viele Menschen: Mehr als 800 Personen für den nächsten Goosen-Film gesucht

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Good Movies als passendes Motto: Junge Männer mit längeren Haaren wie Lars Thriskos sind besonders begehrt.
 
Im Kinosaal sind die Sitze beim Casting leer - viele werden sich später an dieser Stelle wiedersehen. Auf der Leinwand, vor vollen Plätzen.

Mehr als 800 Komparsen und Kleindarsteller wurden gesucht für den kommenden Dreh des Kinofilms "So viel Zeit” – und am Samstagmittag am Hauptbahnhof scheint es kurzzeitig so, als wäre mindestens die Hälfte davon zu selben Zeit am dortigen Kino Metropolis aufgeschlagen. Das ab 13 Uhr vorgesehene Casting legte angesichts des großen Andrangs am Aufgang zum Lichtspielhaus einen Frühstart hin.

Eine Art Rundlauf hat die verantwortliche Agentur Eick im Kino aufgebaut. Zunächst ist ein Fragebogen auszufüllen, dann geht es rechtsseitig in den Saal. Hier wird der Kandidat mit einer Kennziffer versehen, die auf einem großen Blatt vermerkt wird. Mit diesem Zettel, nun vor der Brust gehalten, geht es vor die Leinwand, wo zwei Fotografen alle ablichten. Hier steht jeder einmal im Scheinwerferlicht, sogar vor Kinosesseln. Leeren allerdings. Es folgt der linksseitige Abgang.
Der Stoff des Films aus der Feder von Frank Goosen spielt in den 1980er Jahren und in der Gegenwart, er erzählt die Geschichte einer Rockband aus dem Revier. Gesucht: Darsteller von Rockern, Groupies, Roadies, Securityleuten, Konzertbesuchern und "Normalos”. Gekommen sind am Samstag neben vielen "Normalos” auch einige, die sofort in den Fokus der Agentur-Truppe rücken.

"Headbanger"-Köpfe sind sehr gesucht

Lange Haare sind nämlich erwünscht, "Headbanger”-verwendbare Köpfe passend zu einer 80er-Rockband. Damit bloß keiner dieser Kandidaten durchflutscht, wuselt der zweite Regie-Assistent Angel Pinar zusätzlich durch die Szenerie. Wer beim Foto mit Matte auffiel, erhält gleich ein zusätzliches Kärtchen, welches ihn als stilechten Besucher eines Rockkonzerts vor gut 30 Jahren einteilt und wird noch ein zweites Mal mit Alters- und Größenangabe abgelichtet. Zu ihnen gehört Lars Thriskos. Der junge Mann aus Düsseldorf nimmt erstmals an einem Casting teil: "Eine lustige Aktion. Ich bin ein Rockmusik-Fan, daher passt das hier super.” Wie vermutlich ganz viele hier hofft auch er auf eine kleine Sprechrolle, "und vielleicht geht ja auch über diesen Film hinaus noch was”.
Schließlich sind ja alle Casting-Besucher nun bei der Agentur registriert, die regelmäßig Film- und Fernsehproduktionen wie etwa die drei Tatorte des WDR bestückt. Mit den längeren Haaren ist Thriskos prädestiniert für "So viel Zeit” – würde er sich diese in einem anderem Fall auch für einen Film abschneiden lassen? - "Nein, keine Chance! Dann gibt's nämlich mindestens mit der Freundin Ärger.” Priorität klar verteilt. Am frühen Nachmittag ebbt der Ansturm wieder ab, zahllose Kandidaten haben sich vorgestellt.

Drehort Zeche Bochum

Der Kinofilm „So viel Zeit“ erzählt von fünf Freunden, die mit ihrer Band kurz vor dem Durchbruch stehen. Jedoch zerstreiten sie sich, was die Auflösung der Gruppe nach sich zieht. Als einer der fünf erfährt, dass er unheilbar krank ist, will er sich unbedingt aussöhnen und die alte Band noch einmal auf die Bühne bringen. Von seiner Krankheit erwähnt er dabei nichts. Die Dreharbeiten beginnen am kommenden Montag, 20. Februar, und dauern bis zur ersten April-Woche. Die Konzerte aus den verschiedenen Epochen werden in der Zeche aufgenommen, hier laufen die Kameras zwischen dem 14. und 16. März.
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