Wir bleiben Opel: Anja Sommer Hossmann

Als S verfügt der Manta über eine 100 PS-Maschine. Anja Sommer Hossmann bewahrt ihren lädierten CC seit 19 Jahren auf und will nun neu durchstarten.
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  • Als S verfügt der Manta über eine 100 PS-Maschine. Anja Sommer Hossmann bewahrt ihren lädierten CC seit 19 Jahren auf und will nun neu durchstarten.
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Das Auto hat viel bessere Tage gesehen. Doch dann fiel es zunächst durch die Hauptuntersuchung, anschließend tobten sich Vandalen an diesem Coupé aus. Eine Trennung von ihrem Manta kam für Anja Sommer Hossmann aber nie in Frage. Im Gegenteil.

1991 wars, als der Film „Manta, Manta“ in die Kinos kam. Anja führte eine Gaststätte in Wuppertal und besaß zwei Mantas gleichzeitig. „Der CC mit seiner großen Heckklappe war quasi das Firmenfahrzeug, weil sich damit Getränke und überhaupt Einkäufe sehr gut transportieren ließen. Dazu besaß ich noch einen ´klassischen B´. Mit dem kurvte ich gern in die Stadt, wo es einen Treffpunkt für Menschen mit aufgemotzten Autos gab. Dort lernte ich auch meinen ersten Mann kennen“, blickt Anja Sommer Hossmann zurück.

Eine Frau, zwei Manta - das sorgte für Aufsehen

Mit ihren beiden Rochen sorgte sie durchaus für einiges Aufsehen. „Erst bin ich mit meinem grünen B zum Treff gefahren. Dann kurz nach Hause, den blauen CC geholt und wieder zurück. Da kriegten schon einige große Augen.“
Der „Klassische“, also die Variante mit normaler Kofferraumklappe, wurde später an die Schwester weitergereicht, der CC blieb. Die heute 46-Jährige, handwerklich absolut talentiert, legte bei Bedarf auch selbst Hand an. „Wie beim GT/E lag die Benzinpumpe unter dem Wagen, oberhalb der Hinterachse. Diese war defekt und musste getauscht werden. Ich durfte die Werkstatt eines Freundes benutzen, der hatte selbst aber keine Zeit. Also habe ich sie selbst getauscht, im achten Monat schwanger mit dickem Bauch. Ich brauchte fünf Stunden, habe es aber ohne männliche Hilfe geschafft. Kurze Zeit später wurde meine erste Tochter geboren“, berichtet sie stolz.
Bis 1995 blieb der Manta in Betrieb, zwei Unfällen zum Trotz. Dann verweigerte der TÜV die fällige Hauptuntersuchung. „Ich war sehr enttäuscht. Abgeben wollte ich meinen Traumwagen aber nicht. So habe ich in Wuppertal einen Tiefgaragenstellplatz angemietet und ihn zunächst abgestellt.“
Zuvor sind noch die korridierten Kotflügel und Türen durch gute Gebrauchtteile ersetzt worden, allerdings nicht mehr in Wagenfarbe lackiert. Auch weitere Teile zum Zwecke einer Restaurierung wurden im Wageninneren deponiert.
13 Jahre blieb der Opel dort stehen. In der Zwischenzeit änderte sich einiges im Leben seiner Besitzerin. Die trennte sich von ihrem Ehepartner, lernte einen neuen Mann kennen und verzog nach Bochum.

Vandalen zerstörten Manta - Anja weinte bitterlich

Anja: „Ab und an schaute ich nach meinem Manta. 2008 war ich wieder einmal dort. Als ich sah, was passiert war, habe ich bitterlich geweint.“ Vandalen hatten sich Zutritt verschafft und sich am Coupé ausgetobt. Mit diesem Ergebnis: „Die Spiegel waren abgetreten, die Windschutzscheibe eingetreten. Die Scheinwerfer haben sie kaputt gemacht, den Kühlergrill demoliert und auf der Motorhaube sind sie herumgesprungen.“ Die erstattete Anzeige brachte kein Ergebnis. „Als dann auch noch der Garagenplatz gekündigt wurde, war ich drauf und dran, den Schrotter anzurufen. Aber ich habe es nicht übers Herz gebracht, meinen Manta abzugeben. Geschweige denn, ihn verschrotten zu lassen. Also habe ich eine Garage in Bochum gemietet, wo er dann hingebracht wurde“, verdeutlicht Sommer Hossmann, dass eine Trennung nicht in Frage kam oder kommt.

„Wir bleiben Opel“ als Startschuss

Als im Herbst die Serie von Lokalkompass und Stadtspiegel „Wir bleiben Opel“ startete, wirkte dies auf sie wie ein Startschuss. Nun soll Anlauf in Richtung Restauration genommen werden. Eine zweite Garage, mit mehr Platz, Strom und Licht ist inzwischen angemietet. Hier will Anja ihren Manta zerlegen, den Teilebedarf ermitteln und neu durchstarten: „Ich träume davon, irgendwann wieder mit meinem Manta zu fahren. Und wenn es acht oder zehn Jahre dauert, diesen Traum gebe ich nicht auf!“ Wenn sich nun noch ein erfahrener Schrauber mit ein wenig Zeitüberschuss und großem Herz für diese manta-verliebte Frau finden sollte, wäre ihr Glück sicher perfekt...

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Autor:

Marc Keiterling aus Essen

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