Unterwegs mit Bus und Bahn: Bogestra bietet Infoveranstaltungen in den Flüchtlingsunterkünften

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In Gruppen tauschen sich die Flüchtlinge über die Informationen der Bogestra aus.

77 Bus- und Bahnlinien betreibt die Bogestra. Fünf Preisstufen und dazu noch verschiedene Arten von Fahrkarten gibt es im gesamten Gebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR). An diesem System scheitern schon Menschen, die hier geboren sind, aber für Flüchtlinge, die zudem oft die deutsche Sprache nicht beherrschen, ist die Situation noch viel undurchsichtiger. Deshalb plant die Stabsstelle für Flüchtlinge bis Ende des Jahres in Kooperation mit der Bogestra Infoveranstaltungen in den Flüchtlingsunterkünften. Eine davon fand jetzt an der Alten Wittener Straße statt.

Rund 30 Bewohner der Unterkunft in Laer, in der zurzeit etwa 200 Flüchtlinge leben, sind zu dem Termin gekommen. Nach Herkunftssprachen getrennt sitzen sie an den Tischen, denn während Thomas Hentschel vom Geschäftsbereich Betrieb und Kunde der Bogestra die Feinheiten des Öffentlichen Personennahverkehrs erläutert, gehen zwei Kundenbetreuer, die Arabisch sprechen, von Tisch zu Tisch und übersetzen, wo nötig, die Erklärungen.
Los geht es mit dem einfachen Basiswissen. „Mit der Kurzstrecke kann man drei Haltestellen weit fahren“, erklärt Hentschel und zeigt mit einem Beamer, wie die Fahrkarten aussehen. „Die Preisstufe A gilt für alle Haltestellen in Bochum“, führt er weiter aus, bevor es ans Eingemachte geht. Einzel-, Vierer- Tages- und Monatskarten stellt er vor, nennt Schoko-, YoungTicket sowie Ticket 2000 und erwähnt, welche Karten die kostenlose Mitnahme eines Fahrrades gestatten.

Fahrkarten zum Anfassen

Fahrkarten und Monatsausweise gehen an den Tischen herum, damit die Flüchtlinge sie kennenlernen können. „Gilt das YoungTicket für den gesamten VRR?“, kommt eine Nachfrage. „Nein, dann muss man das YoungTicketPlus nehmen“, lautet die prompte Antwort eines Kundenbetreuers.
Auch Infozettel der Bogestra auf Deutsch, Französisch und Arabisch liegen auf den Tischen bereit. Wo man Fahrkarten kaufen kann, wo man bei Bus und Bahn einsteigt und ob die Karte vorher entwertet werden muss, kann man darauf nachlesen.

"Das Wichtigste ist das Sozialticket"

„Für Sie das Wichtigste ist das Sozialticket“, erklärt Thomas Hentschel dann noch seinen Zuhörern. Diese Monatsfahrkarte zu kaufen steht jedem Flüchtling zu, der sich im Asylverfahren befindet und eine Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (BüMA) hat.
Kinder, die mit ihren Eltern geflüchtet sind, haben aber keine eigene BüMA, sondern sind auf der der Eltern vermerkt, weiß Gudrun Tews von der Stabsstelle für Flüchtlinge, die die Infoveranstaltungen mit initiiert hat. „Sie haben zwar ein SchokoTicket, aber keinen Ausweis, den sie noch zusätzlich vorzeigen müssen“, hat Tews erfahren, dass es hier bei den Fahrgastkontrollen zu Problemen kommt. Deshalb sollen die Eltern darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie die BüMA für ihre Kinder kopieren können.
Auch dem Schwarzfahren möchte Thomas Hentschel mit seiner Aufklärungsarbeit entgegenwirken. „Das ist eine Win-win-Geschichte für alle: für die Bogestra, für die Flüchtlinge und für die Helfer in den Einrichtungen, an die wir uns wenden“, sagt er. Denn die Vorgänge seien automatisiert, und wenn Flüchtlinge, nachdem sie ohne Ticket gefahren seien, auf Forderungsschreiben nicht reagierten, drohe letztlich ein Inkassoverfahren – eine Kette von negativen Auswirkungen, die mit den Infoveranstaltungen vermieden werden soll.
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