Zahl der neuen Wohneinheiten verdoppeln – Investorenkonferenz im Kunstmuseum

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Sie sehen Bochum auf einem guten Weg: Bundestagsabgeordneter Axel Schäfer, Bauminister Michael Groschek, Oberbürgermeister Thomas Eiskirch und Eckart Kröck, Leiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamts (v.l.).
 
Experten aus der Wohnungswirtschaft verfolgten die Vorträge.
Bochum benötigt neuen Wohnraum in allen Preissegmenten – vor allem aber im sozialen Wohnungsbau. Denn Bochum wächst wieder und dies nicht allein aufgrund der zugewanderten Flüchtlinge. Um gemeinsam Perspektiven zu erarbeiten, lud Oberbürgermeister Thomas Eiskirch am Montag Experten aus der Wohnungswirtschaft sowie den nordrhein-westfälischen Bau- und Wohnminister, Michael Groschek, zu einer Investorenkonferenz in das Kunstmuseum.

700 neue Wohneinheiten pro Jahr
Ziel der Investorenkonferenz war es, Akteure der Wohnungsbauunternehmen, Finanzinstitute sowie Architekten und Privatinvestoren mit der Politik ins Gespräch zu bringen. Denn „Bochum wächst und Bochum will bauen“, sagt das Stadtoberhaupt als Kernbotschaft. Man wolle die Zahl von 350 neuen Wohneinheiten im Jahr zukünftig auf 700 verdoppeln. Hierfür sollen die jährlichen zehn Millionen Euro Landesfördermittel nun wieder vollends ausgeschöpft werden. „Voraussichtlich wird noch jede Menge Jahr über sein, wenn die Mittel zu Ende sind“, mutmaßt Thomas Eiskirch.

Viel Lob für Bochum
Bauminister Groschek schwärmte regelrecht von der Bochumer Aufbruchsstimmung und dem Hunger nach Fördermitteln: „In Bochum wird der Wohnungsbau in einer Art und Weise gewichtet, wie ich es mir überall in Nordrhein-Westfalen wünschen würde.“ Bochum sei ein Vorzeigeobjekt dafür, wie man ein Bündnis für Wohnen auf kommunaler Ebene mit Leben erfüllen könne. Längst nicht überall in NRW sei das Drängen nach noch mehr Geldern so stark zu vernehmen wie in Bochum.

Jeder zweite Bochumer hat Anspruch auf eine Sozialwohnung
Ein Blick auf die Zahlen zeigt, Bochum hat aber auch einen deutlichen Nachholbedarf: 52 Prozent aller Bochumer haben einen Anspruch auf eine Sozialwohnung. Damit liegt die Stadt mit 12 Prozent deutlich über dem NRW-Durchschnitt (40 Prozent). Diese Zahlen zeigen, dass der Anspruch auf sozialen Wohnungsbau längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. „Investoren müssen nicht das Gefühl haben, dass nur Leute ankommen, denen man die Wohnung lieber nicht geben möchte – immerhin ist gut die Hälfte der Bochumer berechtigt“, ermutigt Eiskirch. Allerdings erhält in NRW nur jeder dritte Berechtigte eine Sozialwohnung.

Nachbarschaft: Die Familie des Alters
Für den Bauminister rückt der Stadtteil ins Zentrum unseres Heimatgefühls. Die Nachbarschaft sei die Familie des Alters, sagt er. Die Wohnungsbauförderung müsse so der Stadtplanung dienen und auch Mut für privates Investment machen. „Mehr neuer Wohnraum erzeugt Investitionsdruck bei den Bestandsimmobilien“, ergänzt Eckart Kröck, Leiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamts, „das hebt die Wohnqualität des gesamten Viertels.“

Organisatorische Neuausrichtung
2.000 Baugenehmigungen erteilt die Stadt jährlich. In Zukunft soll sich diese Zahl steigern, indem die Prozesse beschleunigt werden. Einige organisatorische Umstrukturierungen sollen dazu beitragen: Die Wohnungsraumförderung wird dem Baudezernat – nicht mehr der Sozialverwaltung – zugeordnet. Zudem wird die Bauordnung zum unabhängigen Amt und Stadtplanung und Wohnen in einem Amt zusammengefasst.

Die Investorenkonferenzen sind als Sofortmaßnahmen dem zukünftigen Handlungskonzept Wohnen (der Stadtspiegel berichtete) vorangestellt. Eine dritte Investorenkonferenz widmet sich in Kürze dem höherpreisigen Marktsegment.
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