VfL-Trainer Verbeek kritisiert Gündüz: „Er hat uns einen Punkt gekostet“

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Schon während der Partie hatte Gertjan Verbeek in Sachen Gündüz Gesprächsbedarf. Nach dem Abpfiff wurde es dann heftig. Foto: Molatta
Bochum: Vonovia Ruhrstadion |

Der VfL Bochum verspielt in den letzten Minuten gegen Fortuna Düsseldorf einen Punkt. Selim Gündüz nimmt die Schuld auf sich. Und Trainer Gertjan Verbeek lastet dem Youngster öffentlich eine Mitschuld an der ersten Heimniederlage an .

Es erinnerte an die legendäre Szene der Bayern, als Pep Guardiola vor knapp einem Jahr nach der Nullnummer in Dortmund nach dem Abpfiff vehement und wild gestikulierend auf Jungstar Joshua Kimmich eingeredet hatte. Dieses Mal stürmte VfL-Trainer Gertjan Verbeek nach dem Schlusspfiff, der die 1:2-Niederlage gegen Düsseldorf besiegelte, auf Selim Gündüz zu und packte sich den 22-Jährigen noch auf dem Rasen.

Natürlich ist es nicht ungewöhnlich, dass Trainer mit ihren Spielern auch direkt nach einer Partie über gelungene oder weniger gelungene Aktionen sprechen. In diesem Fall war es vor allem eine ausgesprochen misslungene Aktion, in der Gündüz im Mittelpunkt stand: In der Nachspielzeit hatte er Düsseldorfs Bebou an der Strafraumgrenze ebenso übermotiviert wie unnötig umgesenst. Strafstoß für die Gäste, Last-Minute-Tor durch Bebou, Sieg für Fortuna – und das Ende der Bochumer Heimserie.

Auf dem Platz zusammengestaucht

Wie Verbeek allerdings Gündüz öffentlich rund machte, scheint nur bedingt in die Kategorie „pädagogisch wertvoll“ zu gehören. Immer wieder tippte er sich mit dem Zeigefinger an die Stirn, während er den Jungprofi zusammenstauchte. Bestenfalls wollte der Trainer mit der Geste ausdrücken: Du musst den Kopf einschalten. Ausgesehen hat es allerdings, als zeige er ihm den Vogel. Und das gleich mehrfach.

Der Unglücksrabe selbst, bei den VfL-Fans aufgrund seiner emotionalen und leidenschaftlichen Spielweise beliebt und respektiert, bewies Größe und entschuldigte sich nach der Partie öffentlich: „Es war dumm von mir, in der letzten Minute so hinzugehen. Ich muss da nicht hingehen, das war unnötig. Dafür möchte ich mich entschuldigen, bei der Mannschaft und bei den Fans. Das nehme ich auf meine Kappe.“ Und stellte richtig fest: „Ich bin noch jung, Fehler gehören dazu. Aus solchen Situationen lernt man.“

Teamgedanke mit Füßen getreten

Bleibt die Frage, ob Verbeek seinen Spieler auf dem Platz als Einzigen so an den Pranger stellen musste – mit Gesten, die zumindest abfällig wirkten. Und mit einer Verbal-Klatsche via TV-Interview, die den Teamgedanken eher mit Füßen tritt: „Ich habe Gündüz nach dem Spiel gesagt, dass er uns einen Punkt gekostet hat.“

Von derart persönlichen Schuldzuweisungen nahmen Gündüz Mitspieler übrigens deutlich Abstand. Wie sagte doch Peniel Mlapa? „Wir sind eine junge Mannschaft, da wird es vielleicht auch mal ein bisschen wild. Da kann man niemandem einen Vorwurf machen.“

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