Die Grippewelle rollt durch Castrop-Rauxel

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Schnupfen, Husten, Fieber! Die Grippewelle hat auch Castrop-Rauxel voll erwischt. Die Wartezimmer der Arztpraxen sind proppevoll. (Foto: Thiele)

„Wir werden überrannt von Grippekranken“, sagt Allgemeinmediziner und Ärztesprecher Michael Greef. Aktuell sind die Wartezimmer der Castrop-Rauxeler Ärzte voll von Menschen, die husten und schniefen. Manche leiden an einem grippalen Infekt, einem „Bagatellinfekt“, so Greef, andere haben sich mit dem Grippevirus angesteckt und kämpfen nun auch mit Gliederschmerzen und starker Abgeschlagenheit.

„Seit zwei Wochen hat uns die Variante des H1N1-Virus aus Asien erreicht.“ Mehrheitlich seien es jüngere Leute, die davon betroffen seien. „Glücklicherweise“, sagt der Ärztesprecher, denn sie würden sich schneller wieder davon erholen. Etwa eine Woche dauere es, bis man wieder fit sei. Bei älteren Patienten dagegen könne aus einer Grippeerkrankung schneller eine Lungenentzündung werden. Bislang gebe es aber nur vereinzelte Fälle von älteren Erkrankten, so Greef, und er habe bisher keine gefährlichen Krankheitsverläufe beobachtet. „Laut Robert-Koch-Institut ist nicht mit einer Epidemie zu rechnen.“

Impfung noch möglich

Allzu schnell wird die Grippewelle aber wohl trotzdem nicht vorübergehen. „Nach der Erfahrung des Robert-Koch-Instituts wird sie noch mindestens vier Wochen andauern“, erklärt Greef. Wer bisher noch nicht geimpft sei, für den würde es sich daher noch lohnen. Etwa zehn bis 14 Tage nach der Impfung fängt der Impfschutz an zu wirken. „Wir haben noch Impfstoff, der vom Robert-Koch-Institut zugelassen ist“, so Greef. „Es ist der richtige; er trifft das Virus.“
Vor allem Risikopatienten können noch von einer Impfung profitieren. Dazu zählen Schwangere, alle Personen ab 60 Jahren sowie Menschen mit einer Grunderkrankung, wie zum Beispiel einer Blutzuckererkrankung oder einer Abwehrschwäche. Auch für Menschen, die in der Familie einen Schwerkranken, etwa einen Tumorkranken, haben, der nicht angesteckt werden solle, sei eine Impfung sinnvoll, erläutert Greef.

Ausreichend trinken und Menschenmassen meiden

Als weitere Alternativen, um sich vor einer möglichen Ansteckung mit dem Grippevirus zu schützen, empfiehlt der Mediziner neben gesunder Ernährung auch, ausreichend zu trinken. „Durch die Flüssigkeit bleiben die Schleimhäute feucht und haben dann ihre volle Abwehrkraft.“ Darüber hinaus rät er, Menschenansammlungen und allzu engen Kontakt zu vermeiden.
Daher sollte man auch auf den Handschlag verzichten. Und wen es doch erwischt hat, der sollte nicht in seine Hand husten oder niesen, sondern in die Armbeuge, um andere Menschen nicht anzustecken. „Wir desinfizieren in der Praxis alle zehn Minuten unsere Türklinken“, erklärt Greef, denn über Klinken bestünde ebenso wie bei Diensttelefonen, die von mehreren Menschen genutzt würden, die Gefahr, Viren zu übertragen.
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Oliver Iffland aus Castrop-Rauxel | 25.02.2016 | 12:28  
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