Empfehlungen zum Stadtbild

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Auch über die geplante Marktplatzumgestaltung beriet der Beirat für Kunst und Stadtgestaltung. (Foto: Möhlmeier)

Zum Abschluss der Legislaturperiode 2009 bis 2014 legt der Beirat für Kunst und Stadtgestaltung nun eine 72-seitige Broschüre als Resümee seiner Arbeit in den vergangenen fünf Jahren vor. „Damit wollen wir verdeutlichen, dass Stadtgestaltung wichtig für die Stadtentwicklung ist, und außerdem ein Bewusstsein für Baukultur schaffen“, erklärt der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt.

Beispielhaft finden sich acht von mehr als 30 Projekten in der Broschüre, über die der Kunst- und Gestaltungsbeirat (KUG) in seinen nicht öffentlichen Sitzungen beraten hat. Darunter sind der Castroper Marktplatz, die Wohnbebauung Am Hasenwinkel sowie das Multifunktionshaus an der Freiheitstraße. Was hat besondere Bedeutung, was könnte prägend für das Stadtbild sein, seien Fragestellungen, die die Beiratsmitglieder berücksichtigten, erläutert Dobrindt.
„Der Beirat ist unabhängig und niemandem verpflichtet. Wir sprechen Empfehlungen an Politik und Verwaltung aus“, betont der Vorsitzende, Dr. Bodo Steiner. So habe man sich beispielsweise bei der Marktplatzumgestaltung nicht gegen den Strukturasphalt ausgesprochen. „Wir haben gesagt: ,Das ist eine Möglichkeit. Bitte überprüft das.“ Seiner Meinung nach ließe sich das Problem der Umgestaltung auf wenige Fragen reduzieren, „die man auch gut beantworten kann“.
Auch über die Fläche Am Hasenwinkel sei lange diskutiert worden. „Da haben wir uns eindeutig geäußert: Bitte die Fläche nicht mit Wohnungsbau vollpflastern. Ihr werdet damit der dahinter liegenden Fläche nicht gerecht“, so Steiner. Diese Empfehlung habe die Stadtverwaltung aufgegriffen. Mit der nun geplanten lockeren Wohnbebauung bleibe der Abstand zum Hammerkopfturm gewahrt, und auch das Bergbeamtenhaus werde in seiner prägenden Gestaltung nicht konterkariert, sagt Dobrindt.
Bei der Errichtung des D-Pylons von Jan Bormann dagegen „haben wir die Empfehlung des Beirats zurückgestellt“, so Dobrindt. Stattdessen habe man den Bürgerwillen berücksichtigt.
Den Willen der Castrop-Rauxeler betrachten die KUG-Mitglieder bei ihren Überlegungen auch. „Aber der Bürger formuliert selten ein allgemeines Interesse, sondern oft ein persönliches“, sagt Steiner in Bezug auf die Bedenken der Anwohner an der Freiheitstraße wegen des geplanten Multifunktionshauses (Stadtanzeiger berichtete). „Da müssen wir uns fragen, ob es berechtigt oder eine subjektive Empfindung ist.“ Dies gelte sowohl für den Beirat als auch für die Stadt.
In der Regel habe man in Zusammenarbeit mit dem Beirat zufriedenstellende Ergebnisse erzielt, zieht Bürgermeister Johannes Beisenherz eine Bilanz der letzten fünf Jahre. „Ich kann dem neuen Rat nur dringend empfehlen, den Beirat weiterzuführen“, so Beisenherz. Dazu hätten bereits alle Mitglieder ihre Bereitschaft erklärt, weiß Dobrindt. Nur die Position der bildenden Künstlerin müsse neu besetzt werden, da Ursula Commandeur aus zeitlichen Gründen ausscheide.
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