Protest gegen geplante Altstadt-Bauprojekte

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Für Abriss oder Sperrung statt teurer Sanierung der Erinbrücke plädiert der Arbeitskreis Bürgerfreundliche Altstadt. (Foto: Thiele)
 
Für die Planung der Untertunnelung an der Oberen Münsterstraße sei bereits zuviel Geld ausgegeben worden, so der Arbeitskreis. (Foto: Thiele)

Beim Durchgehen der Investitionsliste 2015 hat der Arbeitskreis Bürgerfreundliche Altstadt gleich mehrere geplante Bauprojekte gefunden, die seiner Meinung nach zu teuer sind: die Untertunnelung an der Oberen Münsterstraße, der Bau des Rondells an der Lönsstraße sowie die Sanierung der Erinbrücke.

Für die geplante Untertunnelung des Bahnübergangs an der Oberen Münsterstraße seien bisher 172.000 Euro für Planungsaufträge ausgegeben worden, heißt es in der Pressemitteilung des Arbeitskreises. „Es ist mir ein Rätsel, wo die Zahl herkommt. Das kann ich mir nicht erklären“, erwidert der Technische Beigeordnete Heiko Dobrindt. Seiner Kenntnis nach seien bislang Kosten von etwa 50.000 Euro für die städtebauliche Verträglichkeitsuntersuchung im Rahmen des Gerichtsverfahrens vor einigen Jahren angefallen.
Laut Arbeitskreis habe der Rat nun weitere 60.000 Euro „für Planungen und Bodengutachten in 2015 und 2016“ verabschiedet. Heiko Dobrindt bestätigt den Beschluss über 10.000 Euro an Planungskosten sowie 25.000 Euro für ein Bodengutachten im kommenden Jahr. Für 2016 seien Ausgaben von weiteren 25.000 Euro angedacht, aber noch nicht beschlossen worden, so der Technische Beigeordnete.
Zudem seien die städtischen Kostenanteile für den Tunnelbau noch nicht bekannt, wirft der Arbeitskreis der Verwaltung vor. „Zunächst sind wir allein in der Pflicht“, erläutert Dobrindt, dass die Stadt die Kosten für die Planung tragen müsse. „Beim Bau richtet sich die Finanzierung nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz. Je ein Drittel übernehmen Stadt, Bahn und Bund.“
Auch das geplante Rondell an der Lönsstraße kritisiert der Arbeitskreis. Zum einen wegen des seiner Ansicht nach falsch gewählten Standortes, zum anderen wegen der Bausumme. „Die Kosten (...) wurden im Januar noch mit 300.000 Euro veranschlagt. In der Investitions-Dringlichkeitsliste 2015 verdoppelt sich dieser Betrag beinahe, da für 2015 zwar nur Planungskosten von 60.000 Euro aufgeführt sind, für den Bau in 2016 dann jedoch weitere 470.000 Euro“, so der Arbeitskreis.
Zu Jahresbeginn seien geschätzte Kosten von 280.000 Euro genannt worden, entgegnet Dobrindt. Diese Summe habe sich allerdings ausschließlich auf den Bau des Rondells bezogen. Die beschlossenen 60.000 Euro an Planungskosten im nächsten Jahr sowie die für 2016 angedachten Kosten von 470.000 Euro bezögen sich dagegen auf eine Vielzahl von Maßnahmen. „Beispielsweise die Einrichtung einer Rechtsabbiegespur an der Herner Straße in Richtung Altstadtring fällt darunter.“
Statt einer Sanierung der Erinbrücke (Kricke-Steg) plädiert der Arbeitskreis für Abriss oder Sperrung der Verbindung zwischen Einkaufszentrum Widumer Platz und Erin-Park. „Dieser Steg war von Anfang an überflüssig: er ist nicht behindertengerecht; er wird nur geöffnet, wenn das EKZ geöffnet hat; das EKZ hat eigene Parkplätze“, lauten einige seiner Argumente gegen eine Sanierung, deren Kosten im vergangenen Jahr mit einer Summe von 420.300 Euro beziffert wurden.
Wie berichtet, plant der EUV im kommenden Jahr einen umfassenden Korrosionsschutz der Stahlbrücke. Ob sich deswegen an der Höhe der ursprünglich angedachten Kosten etwas ändert, ist noch unklar.
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