„Schwarze Null“ erreicht: Stadtwerke wollen weitere Kunden gewinnen und Windräder bauen

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Stadtwerke-Geschäftsführer Jens Langensiepen.

Zwar liegt das endgültige Jahresergebnis für 2016 noch nicht vor, aber bei den Stadtwerken blickt man optimistisch in die Zukunft, denn nach den bisherigen Einschätzungen ist nun das Ziel erreicht, das vor der Gründung ausgegeben geworden war: Nach drei Jahren steht die „schwarze Null“ in der Bilanz.

„Damit sind alle zufrieden: wir, die Gesellschafter und, wie ich es wahrnehme, auch die Politik“, sagt Geschäftsführer Jens Langensiepen über diese Entwicklung. Eine Gewinnausschüttung an Stadt und Gelsenwasser, die grundsätzlich angestrebt ist, ist damit aber aktuell noch nicht verbunden. „Erst muss das Gesellschafterdarlehen abgezahlt werden.“
Seit dem Vertriebsstart Anfang 2014 konnten die Stadtwerke rund 2.500 Privat- und Gewerbekunden, die entweder Strom oder Gas beziehen, gewinnen. Über die drei Jahre sei es ein sehr „robustes und konstantes Wachstum“ gewesen. Ziel sei es nun, weitere Kunden zu akquirieren, denn man wolle nicht bei der „schwarzen Null“ aufhören. „Castrop-Rauxel hat etwa 32.000 Haushalte. Da ist potenziell noch viel möglich“, so Langensiepen. Dazu wolle man unter anderem mehr im Vertrieb tun und sich mehr bei den Stadtteilvereinen, wie es bei „Mein Ickern“ und Casconcept schon der Fall ist, engagieren.
Zudem soll das ökologische Engagement weitere Kunden überzeugen. So unterstützen die Stadtwerke beispielsweise seit dem Jahreswechsel Projekte, bei denen Kohlendioxid (CO2) eingespart wird, um das CO2 zu kompensieren, das beim Verbrennen von Erdgas freigesetzt wird. Dies sind weltweite Projekte, aber in einem nächsten Schritt möchte Langensiepen Projekte vor Ort unterstützen.

Ausbau der Windenergie

Im Bereich der erneuerbaren Energien sind die Stadtwerke mit dem Windrad auf Schwerin, das sie in Kooperation mit dem Landwirt Wilhelm Kremerskothen errichteten, schon vor Ort aktiv. Seit der Inbetriebnahme im März 2016 hat die Anlage etwa 3,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt, und Langensiepen rechnet damit, dass nach einem Jahr die Planzahl von fünf Millionen erreicht sein wird. „Gedanklich produzieren wir damit so viel Strom, wie wir Privatkunden mit Strom beliefern.“
Geplant sei, mehr erneuerbare Energie zu erzeugen und perspektivisch alle Kunden damit zu versorgen. Daher soll es bei dem einen Windrad nicht bleiben. „Wir beschäftigen uns mit Standorten, sprechen mit der Stadt und mit Grundstückseigentümern“, zeigt sich Langensiepen hoffnungsvoll, dass die Stadtwerke einige weitere Windanlagen in Castrop-Rauxel bauen werden.

Photovoltaik-Projekt geplant

Parallel dazu befasst man sich mit der Photovoltaik und Plänen, im Stadtgebiet Dächer mit entsprechenden Anlagen zu versehen. „Da ist ein Projekt in Sichtweite“, erklärt Langensiepen. Seiner Einschätzung nach werde in diesem Jahr der erste Schritt getan.
Neben dem Vertrieb und der Energieerzeugung, die in den drei Jahren seit ihrer Gründung verwirklicht werden konnten, bleibt die Netzübernahme das dritte Ziel der Stadtwerke. Bekanntlich laufen die Konzessionsverträge der Stadt mit RWE über die Gas- und Stromlieferung zum Ende des Jahres 2019 aus. „Sobald es die erste offizielle Ankündigung der Stadt gibt, werden wir uns damit beschäftigen“, so Langensiepen.
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