Tempo 30 als Limit in der ganzen Stadt

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Notburga Henke. Foto: Fotostudio Witte (Foto: Fotostudio Witte)

Zur Erstellung eines Lärmaktionsplans für die Stadt Castrop-Rauxel waren alle Bürger von Anfang Mai bis Anfang Juni aufgefordert, Vorschläge einzubringen, die die Stadtverwaltung dann gegebenenfalls in den Plan einarbeiten wird.

Notburga Henke, Mitglied des BUND-Landesvorstands und Sprecherin des Landesarbeitskreises Verkehr, kritisiert jedoch, dass die Bürger zwar im Vorfeld über die Möglichkeit zur Mitwirkung informiert worden seien, dass das Thema vorab aber nicht ausreichend vermittelt worden sei. „Was verursacht Lärm? Wie empfindet man Lärm? Wie reduziert man Lärm?“, nennt sie Fragestellungen, über die die Castrop-Rauxeler ihrer Meinung nach zunächst auf Bürgerversammlungen und per Flugplatt hätten informiert werden müssen.
Sie verweist darauf, dass die Stadt Castrop-Rauxel schon in den Jahren 2004 und 2008 Lärmaktionspläne aufgestellt habe, aber damals wie heute lediglich pauschale Maßnahmen, wie „Verkehrsplanung“ und „Förderung des ÖPNV“, genannt worden seien. Notburga Henke fordert stattdessen konkret formulierte Angaben, mit welchen Mitteln der Lärmaktionsplan kurz-, mittel- und langfristig umgesetzt werden könne.
Ihre eigene Forderung besteht in einer Umgewichtung des Straßenverkehrs, bei der den Autofahrern weniger Platz eingeräumt werden soll. „Auf allen Straßen, auch den Hauptverkehrsstraßen, sollte Tempo 30 eingerichtet werden“, erklärt Notburga Henke. Im Anschluss sollten die Fahrbahnen verschmälert werden.
Tempo 30 erhöhe die Sicherheit und fördere so die Mobilität bei Radfahrern und Fußgängern, denn ihrer Meinung nach fahren viele Auto, „weil sie sich als Fußgänger und Radfahrer nicht sicher fühlen.“
Darüber hinaus würde die reduzierte Geschwindigkeit nicht nur die Luftschadstoffe, sondern auch den gesundheitsschädlichen Lärm verringern. Als weitere Maßnahmen zur Lärmreduzierung nennt Notburga Henke die Erneuerung kaputter Fahrbahnbeläge, wobei Hauptverkehrsstraßen mit Flüster­asphalt versehen werden sollten.
Nachdem sie vom Landesbüro der Naturschutzverbände NRW dazu aufgefordert wurde, hat Notburga Henke ihre Forderungen für den Lärmaktionsplan in einer Stellungnahme formuliert. Diese hat das Landesbüro anschließend im Namen der Verbände NABU, BUND und LNU an den Stadtbetrieb EUV weitergeleitet.
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