Trinkwasser "für alle Zwecke zu verwenden"

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Trinkwasser aus dem Halterner See kann nach Angaben der Aufsichtsbehörden "für alle Zwecke verwendet werden".

"TFA-Spuren können in der Trinkwasseraufbereitung nicht entfernt werden." Gleichwohl könne das Trinkwasser aus dem Halterner Stausee im Einvernehmen mit den Aufsichtsbehörden wie gewohnt für alle Zwecke verwendet werden.

Mitte Dezember war bekannt geworden, dass das Trinkwasser aus dem Halterner Stausee, mit dem in der Europastadt insbesondere die nördlichen Stadtteile versorgt werden, mit Spuren von TFA verunreinigt ist.

Allgemeine Vorsorge

Jetzt teilte Gelsenwasser als Versorger auf Nachfrage des Stadtanzeigers mit, die im Trinkwasser aus dem Wasserwerk Haltern gemessenen Stoffspuren von Trifluoressigsäure (TFA) "liegen weiterhin mit ca. zwei Mikrogramm (µg) pro Liter deutlich unter dem Maßnahmenwert von zehn µg pro Liter, bei dem Maßnahmen ergriffen werden sollten, um den Wert zu verringern."

Ein Mikrogramm entspricht einem Millionstel Gramm. Da die Trinkwasserverordnung für TFA keinen Grenzwert vorgebe, greife hier das System allgemeiner Vorsorgewerte des Umweltbundesamts, heißt es bei Gelsenwasser.
Der BUND (Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland) hatte bereits im Dezember gefordert, den Eintrag von TFA zu stoppen, auch wenn Paul Kröfges, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Wasser, "aus den ermittelten Werten keine unmittelbare Gefahr ableiten" konnte.

Minimierungsgebot

Kröfges verwies auf eine "industrielle Komponente", die neben "Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln" Ursache für die Spuren von Trifluoressigsäure im Trinkwasser sein könnte.

Da es für TFA in der Trinkwasserverordnung keinen Grenzwert gebe, gelte ein gesundheitlicher Orientierungswert sowie das für Einträge gültige Gebot der Minimierung. Der Orientierungswert liegt laut BUND bei einem Mikrogramm pro Liter. Der TFA-Wert im Halterner Wasser ist doppelt so hoch.
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