Was tun gegen Leerstände auf der Lange Straße?

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Das Thema Leerstände bildete den Schwerpunkt während des Rundgangs.

Die zahlreichen unvermieteten Läden standen im Mittelpunkt eines öffentlichen Rundgangs auf der Lange Straße, zu dem der Bundestagsabgeordnete Frank Schwabe (SPD) am Freitag (17. Juni) eingeladen hatte. 22 von 103 Geschäftslokalen stehen entlang der Einkaufsstraße leer, deren Sanierung im Rahmen des Projekts Soziale Stadt Habinghorst vor gut einem Jahr abgeschlossen wurde.

Von 15 Eigentümern habe man die Kontaktdaten und kontaktiere sie wegen eines Leerstandsmanagements, sagte Maik Schumacher vom Stadtteilbüro Habinghorst. Noch bis Ende dieses Jahres wird bekanntlich das um zwei Jahre verlängerte Projekt finanziert. Bis dahin möchte das Stadtteilbüro eine Webseite schaffen, auf der interessierte Geschäftsleute die Exposés aller nicht vermieteten Ladenlokale einsehen können.
„Wie viele Kleider will man verkaufen, um die Miete bezahlen zu können?“, äußerte sich Armin Fiolka, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Inwerb, angesichts der Leerstände eher skeptisch. An der ein oder anderen Stelle tut sich dagegen etwas. Wie Schumacher weiß, hat das Gebäude Lange Straße 107 an der Ecke Nordstraße neue Besitzer. „Das ist ein Eigentümer, der ansprechbar und regelmäßig vor Ort ist“, zeigte er sich optimistisch.
Auch beim früheren Schuhladen Kroes scheint Bewegung zu sein, denn ein Bauschild ist dort angebracht. Mit Blick auf das erst kürzlich aufgegebene Blumengeschäft Risse bemängelte Fiolka, dass Augsburg auch Sonntag geöffnet habe. „Das entscheiden wir nicht. Wir legen nur die verkaufsoffenen Sonntage fest“, machte Bürgermeister Rajko Kravanja jedoch deutlich, dass die Kommune darauf keinen Einfluss habe.

Ärzte ins Erdgeschoss

Während Schwabe vorschlug, die Fenster der leeren Läden vorübergehend mit historischen Fotos der Lange Straße zu bekleben, „damit ein anderer Eindruck entsteht“, schwebte Schumacher vor, gezielt Internethändler, die auf der Suche nach einem Standort sind, anzusprechen. Und der SPD-Fraktionsvorsitzende Bernd Goerke regte an, freie Läden umzunutzen, indem Arztpraxen aus den oberen Etagen ins Erdgeschoss ziehen. Wie Stadtentwickler Martin Oldengott bestätigte, verfügt Habinghorst über die beste medizinische Versorgung in Castrop-Rauxel – ein Pfund, mit dem man wuchern sollte.
Auf einen ungünstig angelegten Behindertenparkplatz an der Hugostraße wies ein regelmäßiger Besucher der Lange Straße hin. Da der Parkplatz schräg angelegt sei, könne man aus der Richtung Lange Straße nicht hinein fahren. Kravanja versicherte dem Mann: „Ich werde das mit den Kollegen besprechen.“

Wochenmarkt in Habinghorst

Thema während des Rundgangs war außerdem der Wochenmarkt, der am Standort auf dem Habinghorster Marktplatz nur noch zwei Händler verzeichnet. Nicht zuletzt deswegen plädierten die Vertreter der Politik und des Stadtteils für eine Verlegung zum ehemaligen Postplatz. „Hier kommt mehr Laufkundschaft hin“, nannte Axel Bleck, Vorsitzender des Vereins Habinghorst!, ein Argument. Wie Fiolka zu berichten wusste, seien die Markthändler aber an einem Umzug nicht interessiert. „Wir müssen bei denen werben, die noch nicht da sind“, schlug Schumacher deswegen vor. Die jetzige Marktperiode laufe bis März 2017, so Oldengott. „Dann werden wir über den Markt reden.“
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1 Kommentar
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Wolfgang Höffchen aus Castrop-Rauxel | 22.06.2016 | 17:28  
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