Verrat oder Gehorsam?

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Adnan G. Köse Foto: privat
Gespielt vom Schauspieler, Autor und Regisseur Adnan Köse

Dinslaken. Die Verteidigungsrede des Judas Ischariot vorgetragen und gespielt von Adnan Köse.
War es Verrat oder Gehorsam? Der große Schriftsteller Walter Jens hat sich in seinem letzten Roman „Der Fall Judas“ aus dem Jahr 1975 mit der biblischen Figur des Judas Ischariot auseinandergesetzt. In allen Evangelien kommt Judas schlecht weg. Judas galt durchweg und gilt auch heute noch oft als Inkarnation des Bösen, als Verräter schlechthin. Sein Verrat steht am Beginn des Leidensweges Jesu, der mit der Kreuzigung endet. Der Verrat, der irreparable Vertrauensbruch, bekommt mit Judas einen Namen. Er ist ein Nichtswürdiger, der aus niederen Bedürfnissen den verrät, von dem er geliebt wird.
Diesem vermeintlichen Verräter hat Walter Jens mit der „Verteidigungsrede des Judas Ischariot“ eine wortgewaltiges Plädoyer geschrieben. Ist es nicht gerade seinem Verbrechen zu verdanken, dass Jesus sein Heilswerk am Kreuz überhaupt erfüllen konnte? Judas tritt auf, spricht höchstpersönlich zum Publikum und erklärt, dass er im Einvernehmen mit Jesus bereit war, die Rolle des Schwerverbrechers anzunehmen. „Ohne Judas kein Kreuz, ohne das Kreuz keine Erfüllung des Heilsplans. Keine Kirche ohne diesen Mann; keine Überlieferung ohne den Überlieferer,“ so Walter Jens selbst in seinem Roman.
Ein faszinierendes Gedankenexperiment von Walter Jens, das am 2. April um 17 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche Dinslaken von dem Schauspieler, Autor und Regisseur Adnan G. Köse vorgetragen und gespielt wird.
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