Feuerwehren üben auf Lippramsdorfer Bauernhof realistischen Einsatz

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Eine starke Rauchentwicklung aus einem Bauernhaus und Scheune am Bornweg in Lippramsdorf-Eppendorf sorgte am Samstagnachmittag für einiges an Aufsehen bei Anwohnern und einigen Passanten. Nur kurze Zeit später rückten auch schon die ersten Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr an. Obwohl der komplette Bauernhof eigentlich schon seit mehreren Jahren nicht mehr genutzt wurde, gab es hier für ein paar Stunden noch einmal richtiges Leben.

Glücklicherweise handelte es sich nicht um einen realen Brand, sondern nur um eine ganz besondere Übung der Lippramsdorfer Feuerwehr. Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit der Feuerwehren aus Dorsten und Haltern, hatte sich Übungsleiter Hans Jürgen Balke etwas ganz besonderes überlegt. Angenommen wurde, dass es aus ungeklärter Ursache zu einem Brandausbruch im Keller des Bauernhauses gekommen war und im Gebäude noch vier Menschen vermisst wurden. Darunter drei Kinder und ein Heizungsmonteur. Zusätzlich drohte das Feuer vom Wohnhaus auf die Stallungen überzugreifen.

„Mit dieser Ausgangslage wird zunächst der Löschzug Lippramsdorf konfrontiert, zur Unterstützung werden dann auch die Kameraden aus Wulfen und Lembeck mit eingesetzt“, berichtet Hauptbrandmeister Balke kurz vor der Übung. Und weiter: „Dieser ehemalige Bauernhof ist für uns ideal zum üben. Hier kann auch ruhig mal ein wenig Wasser abgegeben werden. Zusätzlich gibt es weite Wege innerhalb der Gebäude und außerdem nur einen Hydrant in der Gegend.“ Rund 40 Einsatzkräfte der drei befreundeten Einheiten waren zu dieser traditionellen Jahresabschlussübung ausgerückt.

Nach einer kurzen Lageerkundung durch den Lippramsdorfer Löschzugführer Carsten Drees wurden die ersten Kommandos gegeben und Absprachen mit den anderen Löschzugführern aus Wulfen und Lembeck getroffen. Sofort machten sich die Einsatzkräfte daran, das Szenario abzuarbeiten. Schläuche wurden über den Hof gerollt, mit Wasser gefüllt und Trupps unter Atemschutz eingesetzt. Nach und nach wurden von drei Seiten her, die Gebäude nach den Vermissten abgesucht. Dichter Rauch aus einer Nebelmaschine, machte es den vorgehenden Wehrleuten nur schwer unmöglich, etwas in den Räumen zu sehen. Wie bei einem echten Brand musste jeder Raum einzeln nach einem Suchschema abgetastet werden.

Neben einem Dummy im Keller, warteten auch drei Kinder im Dachgeschoss auf ihre Rettung. Diese "Schauspieler" machten ihre Sache richtig gut. Sie forderten die vorgehenden Einsatzkräfte und brachte sie bei ihrer Rettung richtig ins Schwitzen. Natürlich warteten auch einige Schwierigkeiten, die es galt zu meistern. So gab es beispielsweise keine ausreichend befestigte Zufahrt für die schweren Einsatzfahrzeuge zum Wohnhaus. Schweres Gerät und Leitern mussten mühsam heran getragen werden. Bereits nach kurzer Zeit konnten die ersten Geretteten ins Freie verbracht und die Brandbekämpfung gezielt eingeleitet werden. Da der Gebäudekomplex über eine große Fläche verfügt, war das Verlegen und Mitführen von Schlauchleitungen ein weiterer Schwerpunkt. Auch der neue digital Funk wurde eingesetzt und die Verständigung zwischen den unterschiedlichen Einheiten ausgetestet.

Nachdem alle Personen gerettet und das Feuer gelöscht waren, wurde mit einem Überdrucklüfter das Gebäude wieder rauchfrei geblasen. Nach über einer Stunde war die Übung beendet. Bei einer anschließenden Nachbesprechung im Lippramsdorfer Gerätehaus wurde schnell klar, dass es für alle Seiten eine gute Übung war. „Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Verlauf sehr zufrieden. Das Gebäude war für alle völlig fremd und hatte viele Unwägbarkeiten. Trotzdem wurden die Übungsziele erreicht und die Zusammenarbeit klappte auch städteübergreifend hervorragend. Es war auf jeden Fall eine gute Vorbereitung für den Ernstfall, der hoffentlich so schnell nicht eintritt.“, resümiert Löschzugführer Carsten Drees.
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