Offene Tür am verlassenen Habiflex Gebäude ─ Polizei rückte mehrfach aus

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Gespenstische Ruine in Dorsten: Das Habiflex Gebäude. (Foto: Bludau)
Dorsten: Habiflex |

Wulfen. Am vergangenen Wochenende sorgte eine aufgebrochene Stahltür am nunmehr zugemauerten Habiflex Gebäude in Barkenberg gleich mehrfach für einen Polizei Einsatz.

Mehrere Nachbarn der verwahrlosten Bauruine an der Jägerstraße hatten die Einsatzkräfte alarmiert, da durch diese aufgebrochene Stahltür mehrfach Jugendliche in den Wohnkomplex eingedrungen waren und hier lautstark ihr Unwesen trieben.

Dabei ging es den Anrufern auch darum, dass vor allem kleine Kinder dieses Gebäude nicht als Spielplatz für sich entdecken sollten. Das Gefahrenpotenzial ist dort nämlich entsprechend groß. Zerschlagene Fensterscheiben, ungesicherte Vorsprünge und große Mengen an Taubenkot sind nur einige Beispiele. Außerdem haben in diesem Objekt ungebetene Besucher auch schon mehrfach Feuer gelegt.

Im August 2008 sind die letzten beiden Mieter aus dem einstigen Vorzeigeobjekt in Barkenberg ausgezogen. Seitdem gammelt das Gebäude vor sich hin und dient nur noch den Tauben als Wohnquartier. Der Zutritt zum Gebäude wurde durch einen Zaun verhindert. Da dies aber nicht ausreichte Neugierige davon abzuhalten, das Gebäude zu betreten, wurden im Jahre 2010 offene Stellen des Habiflex zur Gefahrenabwehr von der Stadt Dorsten zugemauert.

Update, 1. April 2017: Seit dieser Woche ist nunmehr auch die letzte kleine Öffnung des ehemaligen Vorzeige-Wohnobjekts in Barkenberg zugemauert worden. Eigentlich war der einzig übrig gebliebene Zugang zu dem 40 Wohnungen umfassenden Wohnkomplex die Stahltür gewesen, die durch Schweißnähte gesichert war. Diese wurde bekanntlich mehrfach aufgebrochen, weswegen es im Ursprung auch zu dieser Meldung kam. Die Stadt Dorsten sah sich deswegen jetzt zum Handeln gezwungen. „Nachdem wir mehrere Hinweise bekommen haben, hat das Bauordnungsamt der Stadt sich entschlossen, auch die letzte Lücke dauerhaft zu schließen. Die Stahltüre wurde entfernt und anschließend ebenfalls zugemauert“, berichtet Pressesprecher Ludger Böhne von der Stadt.

Quelle: Bludau

Wulfen-wiki.de zum Gebäude: Neben Metastadt, Finnstadt und Ladenpassage gehört das Habiflex zu den mit Bundesmitteln geförderten Wulfener Versuchsbauten. 40 Wohnungen mit insgesamt 4240 qm sind in dem futuristischen Gebäude um einen Lichthof angeordnet, der später oben abgedeckt wurde. Im offenen Erdgeschoss gibt es ausschließlich PKW-Stellplätze. Eine Besonderheit sind die veränderbaren Wände in den Wohnungen. Auch kann aus dem Balkon im Winter ein zusätzlicher Raum gemacht werden, was „Gelsenkirchener Balkon“ genannt wurde. Das beim Bundeswettbewerb „Flexible Grundrisse" prämierte Gebäude hielt in der Ausführung jedoch nicht, was die Idee versprach. Viele Habiflex-Mieter hatten ständig Ärger. Die mangelhafte Isolierung führte beispielsweise dazu, dass sich überall Schwitzwasser bildete und manche Wohnungen zeitweise Tropfsteinhöhlen glichen.
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