Dortmund steht auf

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Stehen auf für eine Welt gegen Menschenverachtung: Oliver Bremer, Jörn Menge, Friedrich Stiller, Britta Bremer, Werner Hartl (Rothenburg), Reinhard Rauball (BVB), Sebastian Krumbiegel, Thorsten Meier (Han.)‚ OB Sierau und H. Anders-Hopgen. (Foto: Schmitz)
 
Setzt auf ein breites Bündnis gegen rechte Gewalt: Oberbürgermeister Ullrich Sierau. (Foto: Schmitz)

Unter dem Motto „Wir stehen auf!“ will Dortmund mit anderen Städten gemeinsame Sache machen. „Angesichts von über 180 Toten seit 1980 durch rechte Gewalt ist dies auch nötig“, findet Jörn Menge, Leiter der deutschlandweiten gleichnamigen Kampagne.


Für eine Welt ohne Rassimus und Menschenverachtung will sich die Westfalenmetropole zukünfig mit neuen Partnern stark machen. „Es ist die tägliche Präsenz von Rechtsextremismus auf den Starßen Dortmunds der Angst macht“, weiß Jörn Menge vom Verein „Laut gegen Nazis“ e.V. deshalb nimmt er jetzt Dortmund mit ins Boot.

Auch Smudo und ein Prinz macht mit

Schon drin sitzt bereits Smudo, Sänger der Fanta 4, der sich beim Auftakt der Kampagne im Rathaus per Video meldet: „Wir sind laut gegen Nazis und ihr könnt dabei sein gegen Intoleranz!“
Und er ist nicht der einzige Musiker, der Stellung gegen Rechtsextreme bezieht. Zu Gast am Friedensplatz ist auch Sebastian Krumbiegel, von „Die Prinzen“. Für ihn ist das Thema aktueller denn je. „Es ist in die gesellschaftliche Mitte gerückt“, findet er. „Wir lesen viel über Flüchtlinge und sollten mit Respekt auf diese Leute zugehen, die schlimmes erlebt haben“, so Krumbiegel, der sich gegen Gewalt und Ausgrenzung ausspricht.
Und auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau steht auf gegen Menschenverachtung: „Wir haben Rechtsradikale vielfältig zurückgedrängt“, erinnert er. So sei auch der in Dortmund ins Wasser gefallene Wahlkampfauftakt ein „ziemlicher Nackenschlag“ für die Partei „Die Rechte“ gewesen.

Dortmund ist weltoffen

„Wir fühlen uns der Vielfalt verbunden und sind gegen Rassismus“, spricht Sierau das breite Dortmunder Bündnis für Weltoffenheit und gegen Gewalt an. Stolz ist Sierau, dass in Dortmund in vielen Bereichen Menschen in antifaschistischer Tradition zusammen stehen.
„Wir wollen voneinander lernen, die richtigen Schritte zu machen“, sagte er spontan ja zur neuen Kooperation.

Für den BVB keine Frage mitzumachen

„Das war gar keine Frage für uns, mitzumachen“, sagt auch BVB-und Deutsche Fußball-Liga-Präsident Reinhard Rauball. Der BVB engagiere sich schon lange gegen Rechts und habe eine Arbeitsgruppe gemeinsam mit dem Fanprojekt, dem Staatsschutz und der Polizei aufgebaut. Von Null Toleranz gegen Rechts spricht er und nennt ein Beispiel.
„Wir haben 200 000 Euro für Kameras ausgegeben. Ein Zuschauer, der im Stadion den Hitlergruß gezeigt hat, konnten wir so bundesweit mit einem Stadionverbot belegen.“ Wer Mitglied des BVB sei, werde in einem solchen Fall ausgeschlossen.
„Wir haben Vorbildfunktion“, sagt Rauball, „unsere 10 Mio. Fans erwarten von uns Orientierung und ich kann mir auch vorstellen, dass alle Vereine der 1. und 2. Bundesliga mitmachen.“

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Bislang sind es Hamburg, Leipzig, Rothenburg an der Tauber und auch Hannover `96, die gemeinsam mit Dortmund gegen Rechts aufstehen.
„Oft sehen wir nur die Spitze des Eisbergs“, warnt Hartmut Anders-Hoepgen, als ehrenamtlicher Dortmunder Sonderbeauftragter für Vielfalt, Toleranz und Demokratie davor, rechte Gewalt auf die leichte Schulter zu nehmen. Viele Initiativen zeigen, dass es ein gesamtgesellschftliches Problem sei. 14 runde Tische leisten präventive Arbeit in Dortmund, dazu gibt es einen umfangreichen Aktionsplan gegen Rechts, eine Beratungsstelle für Opfer, die bereits 140 Betroffenen helfen konnte. Mit jetzt noch größeren gemeinsamen Kräften wolle man weiter und breiter gegen Rechts aufstehen. Als Auftakt einer interkulturellen Aktionswoche ist am 14. März 2014 eine große Veranstaltung geplant. Wer sich beteiligen will, wird von den Initiatoren eingeladen, mitzuplanen und mitmachen. Näheres online: Laut gegen Nazis und Wir stehen auf
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