Linke & Piraten wollen Ampelwald auslichten

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Kowalewski, Utz, Die Linke, Fraktionsvorsitzender Die Linke / Piraten
Dortmund: Rathaus | Die Fraktion DIE LINKE & PIRATEN will die Zahl der Ampeln im Dortmunder Stadtgebiet reduzieren. Und zwar deutlich. Um die Hälfte bis zum Jahr 2025. Und neue Anlagen sollen möglichst nicht mehr dazukommen.

„Wir stellen uns vor, dass in den nächsten beiden Jahren erst einmal die Ampelanlagen ermittelt werden, die in den Folgejahren komplett abgeschaltet oder etwa durch Kreisverkehre, Zebrastreifen oder Fußgänger-Inseln ersetzt werden können“, sagt Utz Kowalewski, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE & PIRATEN.

„Ampeln behindern meist den fließenden Verkehr über Gebühr“, sagt Utz Kowalewski. „Ihr Einsatz ist in den meisten Fällen unnötig, denn sie bieten auch keinen Mehrwert in der Verkehrssicherheit“.

Eine Statistik aus Köln untermauert diese Aussage des linken Fraktionschefs. So beziffert das Kölner Amt für Straßen und Verkehrstechnik die Zahl der möglichen Konfliktpunkte zwischen den Verkehrsteilnehmern in einer herkömmlichen Ampel-Kreuzung auf insgesamt 32. In einem Kreisverkehr gleicher Größe gibt es mathematisch nicht mehr als acht Konfliktpunkte. Das sind 75 Prozent weniger!

„Unfälle in Kreisverkehren sind aufgrund der geringeren Fahr-Geschwindigkeiten weniger zahlreich und auch weniger schwer“, sagt Kowalewski. Doch auch bei Fußgängern gebe es Belege, dass Ampeln längst nicht den erwarteten Sicherheitsaspekt erfüllen. „In Köln gibt es jährlich nur halb so viele Unfälle mit Fußgängern an Übergängen ohne Ampeln wie an Übergängen mit Lichtsignalanlagen. Die Stadt Köln reduziert daher seit 2005 ihre Lichtsignalanlagen um ein Drittel – von rund 1000 auf 700.“

Auch in vielen anderen Städten Deutschlands werden Lichtsignalanlagen zurückgebaut. In vielen Städten des europäischen Auslands werden Ampeln ohnehin nur spärlich eingesetzt. Selbst in Dortmund gebe es punktuell gute Beispiele, sagt Kowalewski: „Der Stadtteil Dortmund-Scharnhorst sei hier lobend erwähnt. Dort hat man es geschafft, aus einem regelrechtem Ampelwald auf der Flughafenstraße, Gleiwitzstraße, Buschei und Droote und weiteren Straßen zu einer fast ampelfreien Verkehrsregelung zu gelangen.“ Daran müssten sich die Verantwortlichen bei der Stadt Dortmund bei ihrer Verkehrslenkung im restlichen „Nordwärts“-Gebiet unbedingt ein Beispiel nehmen.

Natürlich sei ein Kreisverkehr nicht in jedem Fall die optimale Lösung, räumt Kowaleski ein. Man müsse selbstverständlich auch das Behindertenpolitische Netzwerk zu Rate ziehen, damit sehbeeinträchtigte oder blinde Menschen bei der Umgestaltung von Ampel-Kreuzungen oder -Überwegen nicht benachteiligt würden.

Und zum Schluss dürfe man auch das Argument nicht außer acht lassen, dass Ampeln unnötig teuer seien, sagt Kowalewski. „Sie kosten Geld in der Anschaffung, im laufenden Betrieb und im Wartungsunterhalt. Ampeln müssen regelmäßig erneuert werden. Bei Ausfällen müssen teure Ersatzanlagen angemietet werden. Damit sind Lichtsignalanlagen ein Dauerkostenpunkt in jedem städtischen Haushalt.“

Leider hat der Ausschuss für Umwelt, Stadtgestaltung und Wohnen am 21. September diesen Antrag der Linken & Piraten abgelehnt. Dennoch verbucht Utz Kowalewski die Diskussion in diesem Ausschuss als Erfolg. Grund: Die SPD-Fraktion forschte im Rahmen der Diskussion nach dem Konzept für Kreisverkehre, das im Jahr 2008 erstellt worden ist aber danach offensichtlich in Vergessenheit geriet. In diesem Konzept war seinerzeit eine Prioritätenliste für den Bau neuer Kreisverkehre vorgestellt worden. Zudem konnte dort nachgelesen werden, dass es durch den Verzicht auf Signalanlagen auch Einsparungen gebe.

„Das Konzept für Kreisverkehre soll nun wieder auf die Tagesordnung kommen. Wir sind gespannt. Die anderen Fraktionen dürfen sich sicher sein, dass wir darauf achten werden, dass dieses Thema nicht erneut in einer Schublade verschwindet“, so Kowalewski.
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