Regenrückhaltebecken in Brügmanns Hölzchen?

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Mitglieder des Freundeskreises Hoeschpark diskutieren das geplante Regenrückhaltebecken. v.l.: Irmgard Wegener, Martin Busch und Ute Ellermann. (Foto: Schmitz)
 
Auch die Hundewiese könnte dem Becken weichen. Dieser Bereich liegt in der alternativen Möglichkeit. (Foto: Schmitz)

Brügmanns Hölzchen, das ist ein kleines Waldgebiet, das an den Hoeschpark angrenzt. Schon seit längerem gibt es dort Probleme mit der Vernässung eines Teils des Wäldchens (der Nord-Anzeiger berichtete) - bisher ohne eine Lösungsmöglichkeit.

Besonders der Freundeskreis Hoeschpark e.V. bemüht sich darum, das Problem in den Griff zu bekommen. Nun hat die Stadt eine Machbarkeitsanalyse für ein Regenrückhaltebecken in Auftrag gegeben, das Gutachten liegt jetzt vor.

Mittelfristig wollte die Stadt im Zusammenhang mit der Nordspange, die an Brügmanns Hölzchen vorbeiführen soll, auch die Vernässung des Wäldchens in den Griff bekommen, doch mit der vorgeschlagenen Lösung sind die Mitglieder des Freundeskreises alles andere als zufrieden.

Das Gutachten sieht nämlich den Bau eines knapp zwei Hektar großen Regenrückhaltebeckens just auf dem Gelände von Brügmanns Hölzchen vor. "Das ist ungefähr so, als würde man ein Rückhaltebecken mitten in den Rombergpark bauen", stellt Martin Busch vom Freundeskreis Hoeschpark fest.

Gemeinsam haben Ute Ellermann, Martin Busch und Irmgard Wegener from Freundeskreis die geplante Größe des Rückhaltebeckens abgeschritten und mit Flatterband markiert. "Wir waren selbst erschrocken, wie groß das ist", sagt Uta Ellermann.

Rund 500 große Bäume müssten for das Becken abgeholzt werden, rund ein Drittel des Wäldchens ginge verloren. Bei einer zweiten Variante würde das Becken auf einem Teil der Liegewiese des Freibads Stockheide gebaut werden, aber auch hier gingen Bäume und eine kleinere Fläche des Wäldchens verloren.

Die Gutachter haben zudem das von der Nordspange abfließende Regenwasser als stark belastet eingestuft, so dass dem Rückhaltebecken auch noch ein Filterbecken zur Reinigung vorgeschaltet werden müsste.

Aus dem vorliegenden Gutachten ist zu ersehen, dass der Verlauf der Nordspange um rund 50 Meter nach Westen verlegt werden soll. Das würde bedeuten, dass die neue Umgehungsstraße nicht nur direkt am Freibad un d nahen am Zaun des Hoeschparks vorbeiführen würde, sondern auch, dass die ursprünglich vorgesehene Grünverbindung vom Freibad in Richtung Fredenbaum nicht mehr machbar wäre.

"Alle sprechen von der grünen Ost-Westverbindung für Fußgänger und Radfahrer, aber mit dieser Planung wäre das nicht mehr machbar", fügt Ute Ellermann.

Bleibt es bei dem verlegten Straßenverlauf der Nordspange, dann müsste das Planfeststellungsverfahren komplett neu aufgerollt werden.

Bleibt die Frage, warum denn die Nordspange verlagert werden soll und ein Regenrückhaltebecken nicht auf dem angrenzenden Gelände der ehemaligen Westfalenhütte angelegt werden soll. Platz genug wäre dort auf jeden Fall vorhanden.

"Auf einer der größten Industriebrachen Europas müsste doch wohl noch ein Plätzchen dafür gefunden werden können", formuliert es der Freundeskreis provokant.

Hintergrund für die Verlegung der Nordspange und der Planung des Rückhaltebeckens dürften wohl die Vermarktungsmöglichkeiten der Gewerbeflächen durch Thyssen Krupp sein, mutmaßen die Mitglieder des Freundeskreises. Bekanntlich sollen dort Logistikflächen entstehen, und diese Branche braucht große zusammenhängende Flächen.

Die Stadt weist indes darauf hin, dass es sich bei dem vorliegenden Gutachten um eine reine Machbarkeitsstudie handelt. Brügmanns Hölzchen ist übrigens das einzige Waldstück, das für die Bewohner der östlichen Innenstadt fußläufig ereeichbar ist.
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