Genossenschaft wirbt für gemeinschaftliches Wohnprojekt

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Seit 2006 gibt es den gemeinnützigen Verein Mosaik. Er hat es sich zum Ziel gesetzt, ein Wohnprojekt unter dem Motto "Leben in Vielfalt" zu realisieren.

Zum zweiten Tag des Offenen Wohnprojektes am 28. August hat der Verein die Gelegenheit, seine Ideen von 13.30 bis 15.30 Uhr in der Rudolf-Steiner-Schule, Mergelteichstr. 51, vorzustellen.

Gabriele Wiemann ist Vorstandsmitglied im Verein. Sie erzählt, wie die Idee zu einem inklusiven Wohnprojekt entstanden ist: "Ohne unseren Sohn Frederik an unserer Seite hätten wir uns sicher nicht mit einem solchen Projekt beschäftigt."

Frederik ist 21 Jahre alt und Autist. Er ist in anthroposophischen Zusammenhängen, zuerst im Kindergarten und dann in der Förderschule des Christopherus-Hauses groß geworden. " Für meinen Mann und mich war es deshalb ganz selbstverständlich, dass er in einer anthroposophischen Werkstatt arbeiten sollte."

Vor diesem Hintergrund schloss sich Gabriele Wiemann 2006 einer Elterninitiative an, aus der dann schließlich 2006 der Verein Mosaik wurde. "Die Ziele des Vereins haben sich im Laufe der Jahre dahingehend verändert, dass wir ein inklusives Wohnprojekt realisieren wollen. Für unseren Sohn konnten wir uns weder eine klassische Einrichtung noch ein ambulant betreutes Wohnen vorstellen."

Besonders wichtig ist für den Verein die soziale Teilhabe von Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen. "Ins Kino oder Tanzen gehen, in Urlaub fahren, das ist in den herkömmlichen Strukturen nicht in dem Maße möglich, wie wir uns das wünschen. Ohne Ehrenamt geht das einfach nicht", ist sich Gabriele Wiemann sicher. So bildet das freiwillige Engagement einen wichtigen Baustein des Projektes.

Derzeit verhandelt die Genossenschaft den Kauf eines Grundstücks, voraussichtlich in Aplerbeck. "Das ist nicht ganz einfach, denn wir brauchen bestimmte Infrastrukturen wie beispielsweise eine gute Anbindung an den ÖPNV oder auch gute Einkaufsmöglichkeiten. Wir hoffen sehr, dass der Kauf des Grundstücks Ende des Jahres unter Dach und Fach ist", so Wiemann. 23 Mitglieder hat die 2014 gegründete Genossenschaft bereits. "Wir wollen eine bunte Mischung, Familien, Alte, Junge."

Zwei Häuser mit insgesamt 14 Wohnungen sollen dann bis etwa 2018 entstehen, 85 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden. 500 Euro Genossenschaftsanteil und 250 Euro Aufnahmegebühr muss jedes Mitglied zahlen, für eine rund 50 Quadratmeter große Wohnung fällt noch einmal ein Eigenanteil von rund 25000 Euro an.

"Die Vorstellung, dass Frederik in einer Gemeinschaft lebt, die ihn annimmt, akzeptiert und trägt, macht es uns als Eltern sicherlich etwas leichter, ihn ausziehen zu lassen", erklärt Gabriele Wiemann.

Konkret sieht das so aus, das Frederik in eine Wohngemeinschaft mit Unterstützung ziehen wird: "Die verschiedenen Gruppierungen sollen so wohnen können, wie sie das möchten. Da wird viel über die ehrenamtliche Hilfe laufen", ist sie sicher.

"Natürlich ist es eine große Herausforderung, unsere Ideen und Wünsche so umzusetzen, dass ein gutes gemeinschaftliches Miteinander entsteht und gepflegt wird. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass es uns gelingt. Mir ist es ein starkes Bedürfnis, mich einzubringen und dazu beizutragen, dass Menschen mit und ohne Hilfebedarf auf Augenhöhe zusammen wohnen und leben können. Deshalb ist in den letzten beiden Jahren der Entschluss gereift, dass wir ebenfalls in dieses Wohnprojekt ziehen wollen." Gabriele Wiemann und ihr Ehemann werden aber nicht mit ihrem Sohn in der Wohngemeinschaft leben, sondern eine eigene Wohnung dort beziehen.
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