Bahnhöfe in Scharnhorst und Kurl werden barrierefrei

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Beim Ortstermin am Kurler Bahnhof nahm die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Scharnhorst die von der Bahn geplanten Baumaßnahmen nochmals unter die Lupe. (Foto: Günther Schmitz)
Dortmund: Bahnhof Kurl |

Für die Reisenden ist es beschwerlich: Kinderwagen und Koffer müssen am Scharnhorster wie am Kurler Bahnhof mühsam Treppen hinauf und wieder hinunter getragen werden. Für Rollstuhlfahrer ist der Zugang zum Bahnsteig ohne Hilfe gänzlich unmöglich.



Das soll sich in Zukunft ändern. Im Jahr 2020, so die Pläne der Bahn, sollen die beiden Bahnhöfe per Rampe und Fahrstuhl barrierefrei zu erreichen sein. Eine Delegation der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Scharnhorst machte sich jetzt vor Ort ein Bild von den geplanten Umbauten.

Herbert Niehage von der SPD-Fraktion trug am Bahnhof in Kurl die geplanten Baumaßnahmen vor: "Nach den Plänen der Bahn soll in Kurl das Bahnhofsgebäude ganz stillgelegt werden. Der Zugang zu den Gleisen erfolgt nach dem Umbau über eine Rampe, die am Gebäude vorbeiführt. Die Rampe trifft dann an der Rückseite des Bahnhofsgebäudes auf den Tunnel, der die Gleise unterquert." Von dort führt ein Fahrstuhl auf das Niveau des Bahnsteigs.

Etwas anders sieht die Lösung für den Bahnhof in Scharnhorst aus. Dort wird die Südseite des Zugangs an der Flughafenstraße über eine Treppe erschlossen, an der Nordseite wird zusätzlich ein Fahrstuhl installiert.

"Im Zuge des geplanten RRX-Ausbaus an der Strecke werden gleichzeitig die beiden Bahnsteige verlängert und erhöht", ergänzt Karin Heiermann. Der Baubeginn an der beiden Bahnhöfen ist für 2018 festgesetzt.

"Es ist schon eine enge Kiste hier an den Gleisen", beschreibt Herbert Niehage die bauliche Situation in Kurl. "Aber es wird funktionieren. Die Trasse hier ist eine der ältesten in Deutschland. Sie wurde 1847 gebaut und ist eine des vielbefahrensten in ganz Deutschland." Ein Zaun wird vermutlich die Rampe von den Gleisen trennen, auf denen auch die ICEs mit rund 160 Stundenkilometern vorüberbrausen.

Früher konnte man die Strecke von Paris Nord bis Moskau durchgängig befahren - doch an diese glorreiche Vergangenheit der Königlich Preußischen Eisenbahn erinnert nur noch das lorbeerbekränzte Flügelrad an der Fassade des denkmalgeschützen Bahnhofsgebäudes.

"Die Barrierefreiheit des Bahnhofs war immer auch ein Anliegen der Bürgerinitiative (BI) zum Erhalt des denkmalgeschützten Kurler Bahhofsgebäudes", erläutert Herbert Niehage, der auch in der BI aktiv ist. "Wir bemühen uns aber nach wie vor um eine Nutzung des Gebäudes und haben sowohl konkrete Pläne wie auch einen Investor."

Neben dem traurigen Zustand des Bahnhofsgebäudes ist auch das Umfeld mit den stark genutzten Parkplätzen verbesserungswürdig. "Die Stadt wäre schon daran interessiert, den Parkplatz zu einem Park-&-Ride-Parkplatz weiterzuentwickeln", erklärt Karin Heiermann. Allerdings müsste die Bahn den Parkplatz dazu als Bahngelände entwidmen." Die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung sieht die weitere Entwicklung optimistisch.
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