Die Qualität muss bleiben: Kreishandwerkerschaft hofft auf Zuwanderer

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Den Jahresbericht der Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen stellten (v.l.) Innungsgeschäftsführer Volker Walters, der stellvertretende Kreishandwerksmeister Erik Pamp, Kreishandwerksmeister Christian Sprenger und Assessor Joachim Susewind vor. (Foto: Schmitz)
Dortmund: Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen |

„Hohe Standards im Handwerk sind ein Garant für Qualität“, sagt Kreishandwerksmeister Christian Sprenger auf der Jahrespressekonferenz der Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen. Er hofft auf mehr Auszubildende in 2015.

Die Konjunktur 2014 war vom milden Winter geprägt“, sagt Kreishandwerksmeister Christian Sprenger. „Auf dem Bau konnte durchgearbeitet werden. Die Beschäftigungslage blieb stabil bei steigenden Löhnen.“

„Jeden Tag eine neue Herausforderung“

Die Arbeitslosigkeit in Dortmund sei mit 12,8 Prozent zwar leicht gesunken, aber immer noch zu hoch, so Sprenger. „Im Handwerk sind die Beschäftigungszahlen stabil geblieben. Die Zahl der Auszubildenden sei dagegen leicht zurück gegangen. „Leider gibt es immer noch die Tendenz, lieber zu studieren“, bedauert Sprenger. Man bemühe sich, das Handwerk attraktiver zu machen, unter anderem durch Praktika. „Wir finden allerdings, dass zwei Tage für ein Praktikum eindeutig zu wenig sind. Während zweier Wochen wie früher oder noch besser zweier Monate könnten Interessierte viel besser in den Beruf hineinschnuppern.“ Die Kreishandwerkerschaft bemüht sich auch, die Vorzüge mehr herauszustellen. „Wir erklären etwa Schülern, dass man auf dem Bau oft mehr verdient als hinter einem Bankschalter“, so der stellvertretende Kreishandwerksmeister Erik Pamp. „Auch gibt es jeden Tag eine neue Herausforderung.“

Für 2015 erwartet die Kreishandwerkerschaft, dass sich die gute Konjunktur fortsetzt. „Da die Schwarzarbeit zurückgeht, steigt die private Nachfrage. Wir hoffen, dass der Satz für haushaltsnahe Dienstleistungen in Zukunft besser genutzt werden kann. Bei der Energiewende setzen wir auf die Förderung von Investitionen. Die Politik könnte mehr Anreize schaffen; wir bieten gute Qualifikationen“, so Sprenger. Die Ausweitung der Betriebszeiten am Flughafen in Wickede begrüßt er. „Viele Handwerksbetriebe nutzen den Flughafen oder arbeiten für ihn“, erklärt der Kreishandwerksmeister.

Zuwanderer als Chance sehen

Ein wichtiger Punkt sind für die Kreishandwerkerschaft Asylsuchende. „Die Zahl der Flüchtlinge steigt stetig. Wir sehen unsere Aufgabe darin, vor allem die Jugendlichen zu integrieren. Wer integriert ist, wird nicht so leicht radikalisiert“, sagt Sprenger. „Leider besteht oft die Gefahr, dass sie nach der Lehre ausgewiesen werden.“ Die Sprachbarriere könne meist gut überwunden werden. „Ein Afghane etwa hat in zwei Jahren gut Deutsch gelernt und hat eine Ausbildung gemacht. Er ist hochbegabt“, betont Sprenger. „Das Beherrschen der deutschen Sprache ist sehr wichtig“, ergänzt Pamp. „Sonst kann es zu gefährlichen Situationen kommen, wenn Anweisungen falsch verstanden werden. Es ist schon passiert, dass mit den Bagger Stromkabel aufgerissen wurden.“

Beim Rentenpaket sieht Sprenger Nachbesserungsbedarf. „Die Rente mit 63 geht zu Lasten der jüngeren Handwerker.“ Auch beim Mindestlohn sieht er Probleme. „Das Handwerk ist nicht gegen den Mindestlohn“, bekräftigt er. „Er betrifft uns aber kaum, da die Tarife aber sowieso fast in allen Bereichen daüber liegen. Die Dokumentationspflicht kostet viel Arbeitszeit.“ Probleme sieht er in der Aufhebung des Meisterzwanges in einigen Bereichen. „Das ist ein falscher Weg, da so die Qualität der Arbeit sinken kann.“ Und Pamp ergänzt: „Qualität bietet auch Sicherheit.“
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