"Jeder Tag ist Wahlkampf": Interview mit der Bundestagsabgeordneten Sylvia Pantel

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Sylvia Pantel (MdB, Mitte) stand dem Lokalkompass Düsseldorf am Dienstag Rede und Antwort. (Foto: Ingo Lammert)
 
(Foto: Ingo Lammert)

Im September 2013 wurde Sylvia Pantel direkt in den Bundestag für den Wahlkreis Düsseldorf-Süd gewählt. Am 29. Juni nominierte die Vertreterversammlung der CDU Düsseldorf die Politikerin aus Wersten erneut als Kandidatin für die Bundestagswahl im Herbst 2017. Am Dienstag hat Sylvia Pantel den Lokalkompass Düsseldorf besucht. Hier sprach sie über ihre politische Arbeit, ihre aktuellen Projekte und Ziele.

Seit drei Jahren vertreten Sie die Interessen der Bürger im Deutschen Bundestag. Worauf sind Sie bis dato besonders stolz?

Schwerpunkt meiner politischen Arbeit sind die Themen Familie, Bildung, Frauen, Integration und Soziales. Seit 2013 ist einiges passiert, und auch viele Projekte in der "Pipeline". Mit der Einführung des Elterngeldes Plus im Juli 2015 etwa ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessert worden. Seitdem können Mütter und Väter Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit besser miteinander kombinieren und ihr Elterngeldbudget besser ausschöpfen. Auch die Elternzeit kann seitdem flexibler gestaltet werden. In Abstimmung mit dem Arbeitgeber können 24 Elternzeitmonate bis zum achten Geburtstag des Kindes genommen werden.
Die Einführung der Geschlechterquote sowie die Rente für Mütter mit Kindern, die vor 1992 geborenen sind, bedeutet für Frauen mehr Gleichberechtigung, Wertschätzung und Gerechtigkeit.
Mit den Pflegestärkungsgesetzen haben wir zudem viele Verbesserungen eingeführt. Ich habe mich dafür eingesetzt, den Alltag von Pflegebedürftigen, Angehörigen und Pflegenden zu erleichtern, und, dass pflegebedürftige Menschen alle notwendige Hilfe bekommen. Im Juni wurde das Prostituiertenschutzgesetz im Bundestag verabschiedet und gewährleistet Frauen nun einen besseren Schutz, unter anderem in Sachen Gesundheit.

Ihr Terminplan platzt aus allen Nähten, die Wahl steht quasi vor der Tür. Wie schaffen Sie das alles?


Was ich mache, mache ich gerne. Und Wahlkampf ist für mich jeden Tag. Meistens muss ich jedoch viele Dinge gleichzeitig erledigen.

Sie sind in Düsseldorf geboren und fest verwurzelt. Was lieben Sie an der Stadt?

Düsseldorf ist eine offene, freundliche Stadt, die komprimiert sehr viel zu bieten hat: ob Bildung, Kultur, Freizeitmöglichkeiten oder wunderschöne Grünflächen.

Stammtische, Bürgersprechstunden, monatliche Info-Treffen: Der Dialog mit den Menschen ist Ihnen sehr wichtig. Welche sind die häufigsten Anliegen?

Die Bürger wollen vor allem eines - nicht für dumm verkauft werden. Viele machen ihrem Ärger Luft. Die Flüchtlingspolitik macht vielen Menschen Sorgen, sie sind verunsichert.

Wie überzeugen Sie junge Leute oder Nichtwähler mit Ihrer Politik?

Ob über Facebook, Blogs oder live vor Ort versuche ich die Leute zu erreichen. In Berlin haben wir mit diversen Schulklassen gesprochen. Aus Düsseldorf wurde kürzlich das Albrecht-Dürer-Berufskolleg zu uns nach Berlin eingeladen. Von Politikverdrossenheit kann meiner Meinung nach keine Rede sein. Viele junge Leute sind sehr interessiert an Politik. Wichtig ist für mich nur das zu versprechen, was ich wirklich halten kann.

Stichwort innere Sicherheit: Wie sicher ist Düsseldorf?


Es muss diesbezüglich noch sehr viel getan werden, auch wenn ich mich persönlich meistens sicher fühle. Und der ganz falsche Weg ist es, auf der Polizei rumzuhacken oder sich den Beamten gegenüber respektlos zu verhalten. Sie machen genug Überstunden! Durch eine bessere Videoüberwachung kann die eine oder andere Straftat sicherlich verhindert werden - wie auch das Beispiel Wilhelm-Ferdinand-Schüßler-Tagesschule beweist. Das Risiko erwischt zu werden, ist einfach viel höher. Das gilt auch für die Vorratsdatenspeicherung.

Wie ist Ihr Standpunkt in der Flüchtlingskrise?

Düsseldorf ist bislang noch in der Lage, geflüchteten Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben. Aber viele Flüchtlinge aller Altersstufen sind meiner Meinung nach zu wenig beschäftigt. Gerade Kinder brauchen einen Tages-Rhythmus. Und junge Erwachsene einen Schulabschluss oder eine abgeschlossene Ausbildung, um etwas vorweisen zu können.
Des Weiteren müssen die Menschen wissen, dass religiöser Fanatismus und Unterdrückung von Frauen - und dazu gehört wie ich finde auch das Tragen einer Burka, Polygamie sowie Kinder- und "Handschuh"-Ehen - keinen Platz in unserem Land haben. Integration kann nur durch klare Regeln gelingen. Die deutsche Sprache zu erlernen und unsere Leitkultur sind die Grundlage für eine gelingende Integration.
Unsere Gesetze müssen gelten, daher spreche ich mich zudem auch gegen das Schächten und die Zwangsbeschneidung von Kindern aus.

Wohnraum in Düsseldorf ist knapp. Was hat es mit der Initiative "Mein Zuhause ist meine Zukunft" auf sich?


Mit einer Unterschriftensammlung wollen wir die Bundesregierung auffordern, sich für mehr Eigentumsförderung für Familien einzusetzen, denn Wohneigentum gibt Familien Sicherheit und ist eine gute Altersvorsorge. Dabei könnte der Bund für das Startkapital bürgen. Mein Entwurf liegt im Kanzleramt vor.

Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person:



- Sylvia Pantel, CDU, geboren am 1. Januar 1961 in Düsseldorf; Römisch-Katholisch; verheiratet; fünf Kinder
- seit 2013 direkt gewählte Bundestagsabgeordnete für Düsseldorf-Süd
- 1984-1995 selbständige Unternehmerin in der Speditionsbranche
- 1995-2001 Vollzeitpflege einer Familienangehörigen
- Ordentliches Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe im Bundestag.
- 2012 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
- seit 2004: Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Düsseldorf-Rath
- Vorsitzende der Frauen Union Düsseldorf
- Kontakt: sylvia.pantel@bundestag.de, Tel.: 0211/757145
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