Schritt für Schritt in Richtung Inklusion

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Duisburg: Sporthalle Krefelder Straße |

In der Sporthalle Krefelder Straße ist Sportschießen nun auch barrierefrei möglich. Die Sportschützen des BSV Rheinhausen-Bergheim 1925 e .V. haben, mit Einverständnis von Duisburg Sport, vier der acht 10-Meter-Stände in der städtischen Sporthalle rollstuhlgerecht umgebaut.

Es gibt nicht viele Sportarten, in denen behinderte und nicht behinderte Sportler direkt gegeneinander antreten können. Wann immer in den letzten Jahren ein Athlet durchgesetzt hatte, zusammen mit seinen nicht behinderten Kollegen starten zu können, wurden Zweifel laut, ob die Hilfsmittel, die ihm die Ausübung des Sports überhaupt erst ermöglichen, ihm nicht einen unfairen Vorteil verschaffen. Der Deutsche Schützenbund hingegen hat nun die Initiative ergriffen. Mit dem Sportjahr 2015 hat der DSB die Schießsportabteilung des Deutschen Behindertensportbundes übernommen. Sportler mit Handicap können nun ihre Hilfsmittel beim Verband registrieren lassen und so in den regulären Wettkampfklassen antreten.

Vor diesem Hintergrund hatte der BSV bereits im Vorjahr eine Behindertenabteilung gegründet. Allerdings musste die Infrastruktur noch hergerichtet werden. Im Gegensatz zu vielen vereinseigenen Schießständen in Kellern, unter Schulen oder Turnhallen, befinden sich die Schießanlagen an der Krefelder Straße zwar im Untergeschoss der Sporthalle, sind durch den rückwärtigen Eingang aber ebenerdig zugänglich. Einzig als vor 40 Jahren die Anschusstische in einer Höhe von 1,10m errichtet wurden, waren die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern nicht berücksichtigt worden. Schützen, die im Rollstuhl sitzend schießen, konnten kaum die Waffe über die Tische halten, ohne sie dabei verbotenerweise darauf abzulegen.

Schnell war der Entschluss gefasst, die Anschusstische auf eine Höhe von 80cm abzusenken. Da die Anlage aber in städtischem Besitz ist, war ohne die Zustimmung von Duisburg Sport nichts zu machen. Dort zeigte man sich jedoch höchst angetan von dem Vorschlag und dem Engagement, das der BSV an den Tag legte. Die zuständige Sachbearbeiterin stand in regem Austauscht mit dem Behindertenbeauftragten des BSV, Herrn Dr. Ingo Meskendahl, und schnell waren alle bürokratischen Hindernisse beiseite geräumt, so dass die Schützen Anfang Januar zur Tat schreiten konnten. In einer gemeinschaftlichen Aktion wurden die Tische abgebaut, die alten, zu hohen Ständer entfernt, gegen neu angefertigte, niedrigere ausgetauscht und die Schaltkästen der Scheibenzuganlagen neu verkabelt. Wie so oft zahlte sich aus, dass vom Schweißer bis zum Elektriker alle benötigten Berufe unter den Mitgliedern vertreten sind, so dass die Arbeit komplett in Eigenleistung erbracht werden konnte.

Im Zuge von Umbaumaßnahmen an den Parkplätzen der Halle wurden außerdem durch Duisburg Sport zwei Behindertenparkplätze angelegt, so dass die Sportstätte auch von behinderten Sportlern besser erreicht werden kann.
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