Viel Lärm um alles am Mädchengymnasium

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Starker Ausdruck auf der Bühne: Regisseurin Sabine Breitgraf ist stolz auf ihre Truppe. (Foto: Debus-Gohl)
 
Seit neun Monaten laufen die Proben für die beiden geplanten Aufführungen am Mädchengymnasium. (Foto: Debus-Gohl)

Seit August heißt es in der Theater-AG des Mädchengymnasiums Borbeck "Viel Lärm um alles". Ausganpsunkt ist die von Shakespeare 1598 geschriebene Komödie "Viel Lärm um nichts", in der es um Liebe und Verrat, Wahrheit und Täuschung geht. Die Schülerinnen der Theater-AG haben zusammen mit Sabine Breitgrad, Tanja Schenk und Dennis Jochum ein Theaterstück entwickelt, dessen Themen heute genauso aktuell sind wie vor über 400 Jahren.

Die AG-Mitglieder haben sich intensiv mit der Thematik beschäftigt. Sowohl inhaltlich wie auch szenisch. Um die Konflikte aus dem Stück auf die Schülerproblematik zu übertragen und damit einen Bezug zu den Schwierigkeiten herzustellen, die im heutigen Leben auftauchen, haben sie eine Rahmenhandlung entwickelt.
Das anspruchsvolle Stück spielt auf mehreren Ebenen. "Deshalb auch der Titel", verraten die angehenden Schauspielerinnen: „Theaterception - Viel Lärm um alles“. Der wurde gewählt in Anlehnung an den Film 'Inception'. "Der wechselt auch die Ebenen", so die Schülerinnen. Der Inhalt des Klassikers wird auf eindrückliche Weise mit der Rahmenhandlung verknüpft.
Die Schülerinnen des Literaturkurses am Hannah-Arendt-Gymnasium sind gezwungen mit den Schülern des verhassten Bertolt-Brecht-Gymnasiums eine Komödie Shakespeares aufzuführen: Viel Lärm um nichts.
Unter der Aufsicht des strengen Herrn Paulmann müssen sich die Schülerinnen und Schüler zusammenreißen, ihre persönlichen Animositäten hintenanstellen und miteinander arbeiten. Und genau da liegt das Problem. Das Ganze erweist sich als so schwierig wie es sich anhört. Schon das erste Treffen ist eine Katastrophe. Es gibt offene Anfeindungen. Frieda und Florian können sich so überhaupt nicht ab, genauso wie ihre Rollen: Beatrice und Benedikt. Ihre Abneigungen machen sie mehr als deutlich, durch sarkastische Anmerkungen auf allen Ebenen.
Für die 18 Jungschauspielerinnen der neunten, zehnten und elften Klasse des Mädchengymnasiums bedeutete die Theaterarbeit eine Menge Arbeit. Es gab Unmengen an Text zu lernen und seit neun Monaten wird jeden Donnerstag in der Mittagspause für das Stück geprobt.
Im Februar kam dann jeweils noch ein Samstag im Monat als zusätzlicher Probentermin dazu. Doch es geht nicht allein um das Geschehen auf der Bühne. Zwei Schülerinnen der Q1 sind für die Technik zuständig. „Alle Beteiligten zeigen wirklich großes Engagement“, ist Sabine Breitgraf, die auch Regie bei dem Stück führt, stolz auf ihre Truppe.
„Ich liebe das Theaterspielen! Erst war ich unsicher, aber seit ich dann vor zwei Jahren damit angefangen habe, weiß ich, was das für ein tolles Gefühl ist, im Rampenlicht zu stehen“, schwärmt Jule (14), die sowohl Florian als auch Benedikt spielt. Sie hatte schon darstellendes Spiel als Schulfach, hat ein Theaterpädagogik-Praktikum am Grillo-Theater in Aussicht und kann sich durchaus vorstellen, auch nach der Schule in diese Richtung weiterzugehen. „Die naturwissenschaftlichen Fächer mag ich auch, aber Theaterspielen ist einfach toll“, ist sie überzeugt.
Tanja Schwenk weiß, was das Theaterspielen für die Kids bedeutet: „ Auf die Schulnoten bezogen ist das eine sehr leistungsheterogene Truppe, aber auf der Bühne sind sie alle toll. Schülerinnen, die in der Klasse nichts sagen, gehen hier aus sich raus und bringen sich ein.“ Und noch etwas Gutes hat das Theaterspielen: „Klassenübergreifend entstehen Freundschaften“, freut sich Breitgraf, die auch für das neue Konzept verantwortlich zeichnet, das drei Jahrgänge in der Theater-AG der Schule vereint.

Die Inszenierung der Theater-AG ist in der kommenden Woche am Donnerstag, 22., und Freitag, 23. Juni, im Mädchengymnasium an der Fürst-Äbtissin-Straße zu sehen. Der Vorhang hebt sich an beiden Tagen um 19 Uhr in der Aula.
Karten sind im Vorverkauf im Sekretariat des MGB oder aber an der Abendkasse zu bekommen.
Erwachsene zahlen 2,50 Euro, Schüler 1,50 Euro. Termine



Text: Doris Brändlein
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