Willkommenskultur auf Essener Art - Ich kam und es wurde zum Halali geblasen...

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Essen: Steenkamp Hof |

In diesen Tagen wird viel geredet über Willkommenskultur. Gestern erlebte ich, wie schön es ist, als Fremde willkommen zu sein. Ich traf auf Menschen, die Gastfreundschaft groß schreiben und diese hegen.
Hegen? Was für ein selten benutztes Wort und welch' schöne Bedeutung ihm doch innewohnt: schützen, pflegen, behüten, fürsorglich behandeln, hüten, umsorgen, wachen über...

Am gestrigen Abend besuchte ich ein Treffen des Hegerings Borbeck. Er gehört zur Kreisjägerschaft Essen e.V. , hat 130 Mitglieder und ist zuständig für die Stadtteile Unterfrintrop, Oberfrintrop, Dellwig, Gerschede, Bedingrade, Borbeck, Schönebeck, Bochold, Bergeborbeck Teilbereiche von Vogelheim und Altendorf.

Die verbotene Taube auf dem Dach

Als ich vor Jahren als "Alltagspatin" einen Mann aus Benin (Westafrika) begleitete, musste ich ihm erklären, dass man in Essen weder Enten aus dem Baldeneysee, noch Tauben vom Fenstersims fangen und töten darf, es jedoch Orte gibt, an denen es erlaubt ist, Früchte, Beeren und Kräuter legal zu pflücken.
Gestern war ich es, die sehr viel Neues über unsere heimische Landschaft und Wildbahn lernte. Und ich erkannte, dass ich noch jede Menge zu lernen habe. Sämtliche Jäger und befreundete Schützen, Angler und Gärtner, die mir gestern einen wunderschönen Abend am Steenkamp Hof in Bedingrade bescherten, verfügen über ein ungeheures Wissen über unsere Heimat.

Tipps fürs "gute Leben" vom Fachmann

Am Rande bemerkt: Wer gutes Essen in Essen sucht, sollte sich einmal an einen Jäger wenden. Hier bekommt man ein Füllhorn voller Tipps oder vielleicht sogar etwas zum Verzehr. Ich hatte das Glück, mit Flammlachs, geräucherter Forelle und Bratkartoffeln mit Honiggurken und Apfel lukullisch verwöhnt zu werden. Die Leckereien wurden zwar nicht im Krupp-Wald geschossen, aber daran sieht man, dass die Jäger in Essen mehr zu bieten haben als man denkt.

Bausteine unserer Gesellschaft

Auf der Internetseite des Hegerings ist zu lesen "Borbecker Jäger pflegen die Grundbausteine unserer Gesellschaft - Tradition und Brauchtum". Dazu gehört auch das Jagdhornblasen, wovon ich gestern zum Abschied eine kleine Kostprobe bekam. Die Bedeutung des Halalis ist nicht eindeutig geklärt, aber ich nahm es als "freundlichen Gruß zum Abscheid" mit nach Hause. Mit im Gepäck: Ein zufriedener, gefüllter Bauch und das schöne Gefühl, willkommen zu sein.

Fazit

Ich freue mich aufs nächste "Horrido", einen leckeren Wildschwein-Sauerbraten an einem kühlen Herbstabend und viele neue Erfahrungen in und mit der Natur meiner Heimatstadt Essen, in der mir immer noch Vieles fremd ist.
In Schweden gibt es zurzeit übrigens Projekte, bei denen die Bürger den Flüchtlingen Ihre geliebte Natur zeigen. Fernsehbilder zeigten dies als ein sinnliches Erlebnis, das die Menschen auch ohne Sprachkenntnisse zusammen führt. So wie bei mir gestern Abend, denn die Waidmannssprache muss ich ja noch lernen.

Bis dahin rufe ich "Die Sau ist tot, hoch lebe das Schwein!".
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8 Kommentare
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Thorsten Kowalski aus Menden-Lendringsen | 12.09.2015 | 12:34  
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Susanne Demmer aus Essen-Nord | 12.09.2015 | 12:46  
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Susanne Demmer aus Essen-Nord | 12.09.2015 | 12:58  
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Ingrid Geßen aus Essen-West | 12.09.2015 | 16:06  
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Susanne Demmer aus Essen-Nord | 12.09.2015 | 16:10  
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Elisabeth Pauly aus Essen-Süd | 12.09.2015 | 16:47  
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Susanne Demmer aus Essen-Nord | 13.09.2015 | 19:03  
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Susanne Demmer aus Essen-Nord | 13.09.2015 | 19:15  
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