Regal ist neue Art der Hilfe: Spendenverkauf unterstützt Projektfinanzierung

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Dirk Bussler vom Konsumreform Shop mit einer Spendenkiste, die für Nachschub im Charity-Regal sorgen soll. Fotos: Debus-Gohl
 
Cindy Ilerhues stöbert selbst immer wieder gern im Charity-Regal. Ob Schallplatten, Porzellan, Deko oder Bücher - nahezu tagtäglich kommt etwas Neues dazu.

Die alte Schreibtischlampe ist echt retro. Quietschorange aus den späten 70ern. Das gute Stück begleitet mich schon mein halbes Leben, hat bereits eine Menge Umzüge hinter sich. Doch in den letzten Jahren kam es selten zum Leuchten. Weder im Arbeitszimmer noch im Hobbykeller, wo sie zuletzt gute Dienste leistete. Doch zum Wegwerfen ist sie viel zu schade.

Vielleicht gibt es ja doch noch jemanden, der sein Herz an meine orange Lampe verschenken möchte? Markus Pajonk von "Essen packt an" und Dirk Bussler vom Konsumreform Shop sind sich da ziemlich sicher. Die Initiative EPA, die sich nach Sturmtief ELA via facebook zusammengefunden hat, hat in dem Shop im GeKu-Haus an der Viehoferstraße nun ein eigenes Charitiy-Regal. Zwischen anderen Spenden - gut erhaltene Kleidung findet sich da, ebenso PC-Spiele, Bücher, Porzellan oder Elektrogeräte - wird auch meine Lampe ein Plätzchen finden. Und hoffentlich auch einen Käufer.

Warm durch die Nacht

Nahezu täglich landen neue Angebote in dem Regal. "Alles Spenden von Leuten, die unsere ehrenamtliche Arbeit unterstützen", freut sich Markus Pajonk. Der Borbecker ist ein EPA-Urgestein, von Anfang an mit dabei. Zunächst mit der Kettensäge im Dauereinsatz, um die von Sturmtief Ela verursachten Schäden in den Griff zu bekommen. "Inzwischen sind aber eine Menge mehr Projekte entstanden", erzählt Pajonk. Dazu gehört vor allem auch "Warm durch die Nacht". An drei Abenden in der Woche - montags, mittwochs und freitags - treffen sich die EPA-Akteure und ziehen los. Mit dem Suppenfahrrad geht es durch die Essener Stadt, um Obdachlosen eine warme Mahlzeit, eine Decke oder einen Rucksack für ihre Besitztümer anzubieten. Aber auch in Sachen Kampf gegen den Riesenbärenklau oder bei der Pflege von Spielplätzen sind die Ehrenamtler immer wieder im Einsatz. "Einfach weil es eine Herzensangelegenheit ist. Inzwischen sind echte Freundschaften unter den Helfern entstanden. Deshalb können wir immer wieder auch neue Ideen aufgreifen. Es findet sich in der Regel jemand, der mit einsteigt."
Was in Essen nach Ela gewachsen ist, ist in Deutschland relativ einmalig. "Das hat in anderen Städten nicht so funktioniert, beispielsweise in Münster oder auch in Sachsen nach dem Hochwasser. Da war es reine Spontanhilfe, bei uns ist sie von Dauer", analysiert Markus Pajonk die Unterschiede.
Das Charity-Regal von "Essen packt an" hilft der Initiative dabei, ihre Projekte auch breitere Füße stellen zu können. Aber es ist nur eines von vielen im Konsumreform Shop. "Die Regale werden vermietet", erklärt Dirk Bussler die Geschäftsidee. Über 100 Mieter nutzen das Angebot, versuchen ihre ausrangierten Schätze in den Räumen an der Viehoferstraße zu verkaufen. "Die Idee geht auf", wissen Pajonk und Bussler. "Es gab noch niemanden, der weniger als den monatlichen Mietpreis erwirtschaftet hat." Vor allem Sammler, Liebhaber von Kuriositäten und Menschen, für die Nachhaltigkeit nicht nur ein Wort ist, gehören zu den regelmäßigen Besuchern der Regalwände.

Möglichst in Bananenkartons

"Für Hilfsorganisationen stellen wir das Charityregal natürlich kostenlos zur Verfügung", so Dirk Bussler. Die Mitglieder von "Essen packt an" können das Angebot nun einige Monate nutzen. Wer mit einer Spende die Arbeit von EPA unterstützen möchte, kann dies täglich tun. "Von 10 bis 20 Uhr haben wir geöffnet", so Bussler. Die Spenden sollten nach Möglichkeit in (Bananen)Kartons verpackt abgegeben werden. "So können wir besser stapeln und es macht die Durchsicht einfacher." Dass irgendetwas weggeworfen wird, schließen die Verantwortlichen aus. "Was sich absolut nicht mehr zum Verkauf eignet, beispielsweise bei Kleiderspenden, wird gesammelt und weiter verwertet."

Kontakt

Spenden für das Charity-Regal von "Essen packt an" sind direkt im Konsumreform Shop an der Viehoferstraße 31 abzugeben. Das Team um Dirk Bussler ist von Montag bis Samstag von 10 bis 20 Uhr erreichbar, persönlich oder telefonisch unter 47 09 16 13. Die Spenden bitte in Kartons verpackt abgeben, so können sie besser gestapelt und gesichtet werden.
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