Zwei Borbecker erfüllen sich Marathon-Traum in New York

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Mitten durch die Straßenschluchten des Big Apple führte die Strecke. (Foto: privat)
 
Die Streckenführung im Überblick. (Foto: privat)

Zu einem runden Geburtstag darf man sich ruhig schon mal was wünschen. Thomas Liebisch und Manfred Burkowski haben das getan. Ihren „Fünfzigsten“ haben die beiden Borbecker Hobbyläufer zum Anlass genommen und sich mit der Teilnahme am diesjährigen New York Marathon einen langgehegten Traum erfüllt.

Ihr Abenteuer „Big Apple“ haben die beiden akribisch vorbereitet. Dabei war es weder für Manfred Burkowski noch für Thomas Liebisch eine Marathon-Premiere.
Ganz im Gegenteil. Liebisch, Mitglied der Laufgruppe Borbecker Raketen, hat bereits 23 Mal die Distanz von 42,195 Kilometern erfolgreich absolviert. Die Bilanz seines Mitstreiters sieht mit einer erfolgreichen Teilnahme am Ruhr-Marathon ein wenig anders aus. „Doch wir können uns beide quälen, wollten uns unbedingt der Herausforderung New York stellen“, erklärt Burkowski.

im Sommer begann die intensive Vorbereitung

Im Sommer begann er mit der Vorbereitung. Drei- bis viermal pro Woche schnürte der Unternehmer von da an die Laufschuhe. Bis zu 60 Trainingskilometer standen auf dem Programm. „In der heißen Phase der Vorbereitung auch einige längere Läufe, über Strecken von bis zu 30 Kilometern.“
Bei Thomas Liebisch war das Trainingsvolumen weniger umfangreich. „Ich hatte beruflich derart viel um die Ohren, dass ich gerade bei den Einheiten über die größeren Distanzen keine optimale Vorbereitung absolvieren konnte“, erklärt der Leiter Entgeltabrechnung eines großen Unternehmens.

Ankommen und die einzigartige Atmopshäre genießen


Nichtsdestotrotz. „Gefinished“ haben sie alle beide. „Das war unser erklärtes Ziel: ankommen und den Lauf, die besondere Atmosphäre an der Strecke, die vielen Menschen und natürlich die einzigartige Skyline von New York einfach nur genießen.“
Drei Tage vor dem Start des weltgrößten Marathons, für den in diesem Jahr mehr als 67.000 Profi- und Hobbyläufer gemeldet hatten, trafen die beiden Essener im Big Apple ein. Ausreichend Zeit, um den Jetlag auszukurieren und ein wenig von New York kennenzulernen. „Zumal es für mich der erste Aufenthalt war“, so Thomas Liebisch.

Grüner Bereich war Anlaufpunkt

Mit Ausschlafen war es am Veranstaltungstag nichts. Bereits um 5.45 Uhr wartete der Shuttlebus am Hotel, der die Läufer zum Startplatz brachte. „Eine imposante Atmosphäre“, sind sie heute wie damals beeindruckt. „Es gab verschiedene Sammelpunkte mit separaten Verpflegungsstationen.“ Für die beiden Essener war der grüne Bereich der korrekte Anlaufpunkt. Bis zum Start um 10.30 Uhr Ortszeit blieb ausreichend Zeit für ein Frühstück. „Nichts Schweres“, erklären die Marathonis, „das würde nur belasten.“ Zudem galt es, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. „Das ist wichtig.“ Letzte Instruktionen über die besonderen Tücken der New Yorker Strecke hatten sich die Essener tags zuvor von Herbert Steffny, einem ehemaligen deutschen Langstreckenläufer, der heute als Lauftrainer tätig ist, geholt. „Das Seminar mit Steffny gehörte zum Angebot unseres Reiseveranstalters.“ Hobbyläufer, die sich nicht wie die Profis über ihre Zeiten für den Lauf qualifizieren, müssen sich frühzeitg um einen Startplatz bemühen. „Veranstalter bieten komplette Pakete an, inklusive Meldegebühren, Flug und Hotelaufenthalt.“

Kalte Füße am Veranstaltungstag

Am Veranstaltungstag gingen die milden Temperaturen dann ganz plötzlich in den Keller. Mit dicken Klamotten und Umhängen aus Müllsäcken versuchten sich die beiden Essener bis zum Start vor der Kälte zu schützen. „Das Thermometer zeigte 5 Grad, durch den heftigen Wind fühlte sich das Ganze aber an wie minus 5 Grad“, erinnern sich Liebisch und Burkowski an mächtig kalte Füße. Als es endlich los gehen konnte, war das aber vergessen. „Du wirst getragen von einer Welle, ein unglaubliches Gefühl.“
Um die Masse an Akteuren händeln zu können, gab es auch beim Start des Lauf-events eine strikte Ablaufordnung. „Es ging in verschiedenen Waves auf die Strecke“, erläutert Liebisch. Die Borbecker waren eigentlich in der vierten eingeplant. „Wir haben uns aber irgendwie falsch angestellt und durften schon früher los.“

Extremer Wind machte Strecke doppelt schwer

Traditonell gestartet wird der New York Marathon an der Verrazano-Narrows Bridge. Auf der doppelstöckigen Brücke, die New York City mit Staten Island und Brooklyn verbindet, blies den Borbecker Hobbyläufern ein extrem kräftiger Wind ins Gesicht. „Wenn man seine Startnummer nicht festgehalten hat, war sie spätestens auf der Mitte der Brücke weg.“
Auf der 42,195 Kilometer langen Strecke haben sich die beiden Essener aus den Augen verloren. „Da läuft jeder sein eigenes Tempo.“ So musste jeder mit körperlichen Einbrüchen - „meiner war definitiv bei Kilometer 34“, so Manfred Burkowski - und den unglaublichen Gefühlen nach dem Zieldurchlauf alleine klar kommen.
Manfred Burkowski hat die ersten Eindrücke direkt im Central Park verarbeitet. „Erstaunlicherweise standen kurz nach dem Ziel einige leere Parkbänke.“ Dort ließ er alles erst einmal auf sich wirken.

Spareribs zur Belohnung

Nach der ersten Erholung ging es zurück ins Hotel. „Leider mussten wir die Strecke zu Fuß zurück legen“, so Thomas Liebisch. „Es war ja alles abgesperrt. Ein Taxi zu nehmen, fiel damit flach.“ Dabei wollten beide nach den ungeheuren Anstrengungen eigentlich nur eines: Hinlegen und Beine hoch.
Das war allerdings erst im Hotel möglich, ebenso wie eine warme Dusche, die die Sportler wieder auf normale Körpertemperatur kommen ließ. „Denn kaum hat man mit dem Laufen aufgehört, war es wieder mächtig kalt.“
Eines ist den beiden Globetrottern bis heute ebenso unvergessen wie die Atmos-phäre auf den Straßen des Big Apple. „Die Spareribs, die wir am Abend gesessen haben. Selten hat etwas so gut geschmeckt“, sind sich Burkowski und Liebisch einig. Und noch eines steht für die ambitionierten Langstreckler fest: Es wird ganz sicher nicht der letzte Traum gewesen sein, den sie sich erfüllt haben. „Wir werden ja hoffen
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