Seit Jahresbeginn 3000 neue Flüchtlinge aufgenommen

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Die ersten Fundamente für die Flüchtlingsunterkunft am Kettwiger Bahnhof sind gegossen.
 
Auf die erste Fundamentschicht wird eine weitere aufgebracht. Erst wenn die ausgehärtet ist, können die Container aufgestellt werden.

Die Welle der Flüchtlinge, die in die Bundesrepublik einreisten, ebbte in den vergangenen Monaten ab. Dementsprechend kamen auch weniger Menschen in NRW an. Doch die, die kamen, schickte das Land nach Essen, Köln, Duisburg und Düsseldorf. Darauf wies Hartmut Peltz, Fachbereichsleiter des Amtes für Soziales und Wohnen während der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) IX hin.

„Seit Beginn des Jahres erreichten rund 3000 Menschen aus den Bürgerkriegsländern die Stadt Essen“, erklärte Peltz. Allein Im April und Mai wies das Land der Stadt rund 800 Menschen zu. Die Flüchtlinge würden nach einem Schlüssel verteilt, der zu 90 Prozent die Einwohnerzahl und zu zehn Prozent die Fläche zugrunde lege. Weil die vier großen Städte im vergangenen Jahr aber nicht so viele Unterkünfte stellen konnten, hatte das Land Einsicht und wies Flüchtlinge anderen Kommunen zu. Das seinerzeit entstandene Ungleichgewicht würde nun wieder bereinigt.

„Wir diskutieren derzeit mit dem Land, ob der Schlüssel so wirklich in Ordnung ist“, so der Fachbereichsleiter. Die Stadt Essen liegt derzeit noch mit rund 500 Flüchtlingen unterhalb der aktuellen Erfüllungsquote (Juni 2016). Sie unternehme derzeit große Anstrengungen, um die Erfüllungsquote auf wieder mehr als 90 Prozent zu erhöhen.

Die Stadt strebe an, vor allem die teuren Zeltdörfer abzubauen. Dazu gehöre auch die Unterkunft an der Heidhauser Straße. Sie soll bis zum 8. Oktober geschlossen werden.

Demgegenüber würden andere Unterkünfte aufgebaut. Dazu zähle auch der Containerstandort in Kettwig. Dort entstehen derzeit die Fundamente für die mobilen Bauten.
Die Container an der Lerchenstraße sind bereits aufgebaut. Ab November stehen dort rund 100 Plätze zur Verfügung. Ab 2017 ziehen nach den derzeitigen Planungen bis zu rund 560 Menschen ins Kloster Schuir ein.

In der ehemaligen LVR-Klinik lebten derzeit zirka 88 Menschen. Die Betreuung liege in Händen der Johanniter. Insgesamt verfüge der Standort über 239 Plätze. Sie sind für besonders schutzwürdige Personen, schwangere Frauen und Familien mit kleinen Kindern, reserviert. Im Juni übernahm die Stadt die dortigen Räume.
An der Barkhoven-/Jakobsallee seien weitere 200 Plätze geplant. Wie sich die Planung an der Walneyer Straße entwickele – 400 Plätze sind dort vorgesehen – hänge von einem ausstehenden Gutachten ab.

„Eine Mischbelegung in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes mit Essener zugewiesenen Flüchtlingen lehnt das Land ab“, informierte Peltz auf Nachfragen der Politik.

„Unser Ziel ist allerdings, die Menschen in Wohnungen unterzubringen“, so Peltz. Allerdings sei der Wohnungsmarkt weitgehend leergefegt. Hinzu komme, dass viele anerkannte syrische und irakische Flüchtlinge aus anderen Kommunen und Bundesländern nach Essen zögen. Das verschärfe die Situation auf dem Wohnungsmarkt zusätzlich.

Laut Ausländerzentralregister NRW leben bereits 5,1 Prozent aller in NRW gemeldeten Syrer sowie 8 Prozent aller Iraker und 8,7 Prozent aller Afghanen in Essen. Im Vergleich dazu beträgt die Aufnahmequote von Asylsuchenden der Stadt Essen nur lediglich 3 Prozent.

Harsche Kritik übte Bezirksbürgermeister Dr. Michael Bonmann an der Informationspolitik der Verwaltung. „Ich bin verärgert“, so Bonmann wörtlich. Die BV habe in der Vergangenheit immer wieder Vorschläge für Standorte für die Unterbringung von Flüchtlingen gemacht. „Aber was daraus wird, davon hören wir nichts. Das geht auch anderen Bezirksvertretungen so. Es geht immer nur in die Richtung, die die Verwaltung will.“ Der Bezirksbürgermeister bedauerte, dass auch der Rat die Einwände sowie Alternativvorschläge der Bezirksvertretungen bislang ignoriert.

Wohnungen dringend gesucht


Wer Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung stellen möchte, erhält persönlich Informationen im Amt für Soziales und Wohnen, Steubenstraße 53, von montags bis freitags, in der Zeit von 8.30 bis 12.30 Uhr. Weitere Infos gibt per E-Mail unter wohnraum-fuer-fluechtlinge@essen.de oder über das Infotelefon: 0201 / 88-55555 (Mo bis Do, 8 Uhr 30 bis 15 Uhr, Fr 8 Uhr 30 bis 13 Uhr).

Weitergehende Informationen zu private Unterbringung von Flüchtlingen sind im Net unter https://www.essen.de/leben/fluechtlinge_1/wohnunge... zu finden.
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