Bücherkompass: Rezension zu "Liebe 2.0

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Der Autor Ralf Rolla wurde 1953 als Urenkel eines katholischen! Pfarrers in Herne geboren. Er arbeitete als Redakteur bei verschiedenen Zeitungen und Rundfunksendern. Heute lebt er als freier Autor in Köln.
Sein Buch "Liebe 2.0" spielt im Jahre 2040. Technische Entwicklungen, die es in Ansätzen bereits gibt (z.B. selbst fahrende Autos), gehören wie selbstverständlich zum Stadtbild. Deutschland ist eine Diktatur, Überwachungskameras sind allgegenwärtig. Als Polizisten agieren Roboter, und das "Friedensamt für nationale Sicherheit" bewacht jeden Schritt seiner Bürger. Man begrüßt sich nicht mit "Guten Tag" etc., sondern mit "Frieden". Bedingt durch die Erderwärmung liegt Münster inzwischen direkt an der Nordsee. Zur Nahrungsaufnahme schluckt man entsprechende Pillen. Frei ist hier nur noch die Sexualität. Sexuelle Kontakte können überall in der Öffentlichkeit stattfinden, und niemand stört sich daran. Man kann jeden, der einem gefällt, zum "Klinken"auffordern. Eine Ablehnung gilt als unhöflich. Die Ehe gibt es noch, aber die Dauer ist auf 10 Jahre begrenzt. Sie kann jedoch verlängert oder auch eher beendet werden.
Mittlerweile ist es möglich, Menschen zu klonen, was aber heimlich geschieht. Die Sache fliegt auf, als dem Klon von Ben Kratzenstein die Flucht gelingt. Er wurde gezüchtet, um für Ben als Ersatzteillager zu dienen. Hier fragt man sich, ob für jeden Deutschen ein Klon gezüchtet wird. Das überlässt der Autor aber der Fantasie des Lesers. Ben verliebt sich übrigens in seinen Klon und lebt später mit ihm zusammen.
Das Buch ist fesselnd geschrieben und fasziniert besonders durch die Beschreibung der technischen Entwicklungen. Man kann aber nur hoffen, dass nicht alle Visionen des Autors - besonders im zwischenmenschlichen Bereich- Wirklichkeit werden!
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1 Kommentar
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Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 02.05.2016 | 21:40  
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