Basilikum ist nicht "Bäh": Das Hauptstadt-Projekt „Essbare KiTa“

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AWO KiTa Schalthaus Beisen, Am Handwerkerpark/ Essbare KiTa Fotos: Debus-Gohl
 
AWO KiTa Schalthaus Beisen, Am Handwerkerpark/ Essbare KiTa
Kann man Blumen essen? Wie wachsen Möhren: über oder unter der Erde? Und was mögen Schnecken eigentlich besonders gerne? Diesen Fragen gehen im Projekt „Essbare KiTa“ rund 1.400 Kinder in 18 Essener Kindertageseinrichtungen nach – und zwar nicht nur in der Theorie, sondern ganz praktisch. Auch die Kita Schalthaus Beisen macht mit.

Sie legen Hochbeete an, pflanzen und beobachten, ernten und kosten. Den Auftakt begeht Projektleiterin Elke Remiorsch in diesen Tagen mit ihrer „Naschgarten-Tour“. Hübsche Holzkisten mit Kräutern wie Petersilie und Basilikum, Minze und Zitronenverbene sowie Erdbeerpflanzen bringt die Expertin für Ernährungsbildung für Kinder und Erwachsene in die Kitas. Eine gute Basis für die Kinder und ihre pädagogischen Fachkräfte, um zu zeigen, wie man öffentliches Grün gemeinsam nutzbar macht und Kindergärten in grüne Oasen verwandelt.
„Die ‚Essbare KiTa‘ ist sozusagen ein Kind des nachhaltig wirksamen Modellprojektes ‚Fünf am Tag – machen Kinder stark‘, das die Kinderstiftung Essen 2010 mit Unterstützung des Jugendamtes der Stadt Essen gestartet hat“, erklärt Verena Wassermann vom Vorstand der Kinderstiftung Essen. „Daraus ist in einigen Kitas der Wunsch gewachsen, mit den Kindern gemeinsam zu pflanzen und zu ernten.“ Gemeinsam mit Elke Remiorsch, die seit vielen Jahren für das modellhafte Ernährungsprogramm der Kinderstiftung arbeitet, freut sie sich, dass die „Essbare KiTa“ durch eine Förderung im Rahmen der „Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017“ eine breitere Basis bekommt. „Kinder wollen die Welt entdecken und gestalten“, ergänzt Elke Remiorsch. „Beim Pflanzen und Ernten, Riechen und Schmecken erleben sie den Kreislauf der Natur ganzheitlich und mit allen Sinnen.“

Aktionen so vielfältig wie die Bedingungen Vor Ort

Die Aktionen, die in den Kitas vorbereitet werden, sind so vielfältig wie die Bedingungen vor Ort. Wo belastete Böden das Pflanzen im Boden unmöglich machen, werden mit Unterstützung der Eltern Hochbeete angelegt. Im Vordergrund stehen die Wünsche der Kinder, und seien sie noch so ungewöhnlich: In der Katholischen Kita St. Marien etwa wird es ein Schneckenbuffet geben, während die Kinder in der Kita Schalthaus Beisen erfahren möchten, welche Blumen man essen kann und wie die Möhren für den Babybrei wachsen.

Die Kinder können es kaum erwarten, mit Schüppe und Gießkanne ans Werk zu gehen, um die frischen Kräuter und Erdbeerpflanzen in die Erde zu stecken.
Die eine oder andere Kostprobe wandert dabei schon in den Mund. Fazit: Ob Basilikumblätter nun lecker oder einfach nur „bäh!“ sind, bleibt Geschmackssache.

Zum Projekt "Essbare KiTa":

Die Kinderstiftung Essen und deren Gründer engagieren sich seit 1984 für die Interessen und Bedürfnisse von Kindern und ihren Familien. Ihr Ziel ist es, eine kindgerechte Großstadt zu schaffen und Kindern nachhaltige Zukunftsperspektiven zu geben. Die Kinderstiftung pflegt dazu eine enge Kooperation mit dem Kinder- und Familienbüro der Stadt Essen. Die Kinderstiftung Essen ist zudem Partner von „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017“.
- 2010 hat die Kinderstiftung Essen das Modell-Projekt „Fünf am Tag – machen Kinder stark“ gestartet, zunächst an 14 gemeinsam mit dem Kinder- und Familienbüro der Stadt Essen ausgewählten Kitas. Pate stand das EU-Förderprojekt „Fünf am Tag“, das Grundschulkinder täglich mit Obst und Gemüse versorgt. Die „Fünf-am-Tag-Kitas“ bekommen nach Bedarf und Anzahl der Kinder Geld für den Obst- und Gemüseeinkauf und für ergänzende gesundheitsfördernde Maßnahmen, zum Beispiel Bewegungsangebote oder professionelle Ernährungsberatung. Für die Fachkräfte und Eltern gibt es Fortbildungsangebote zum Thema Ernährung und Bewegung. Die Bundesministerien für Gesundheit sowie Ernährung und Landwirtschaft haben das Programm ausgezeichnet und in die bundesweite INFORM-Kampagne aufgenommen. Die „Essbare KiTa“ ist Teilprojekt des Programms und Förderprojekt von „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017“.
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