Das Ende einer Stoppenberger Ära: Nach 75 Jahren in Familienbesitz übergibt Heike Molls die Adler-Apotheke an jungen Nachfolger

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Zwischen ihren Medikamenten fühlte sie sich wohl: Heike Molls führte fast 31 Jahre die Adler-Apotheke in Stoppenberg.
 
Geschichtsträchtig: 1877 eröffnet war die Adler-Apotheke damals die erste in Stoppenberg. 1959 fand der Umzug in das neue Gebäude (im Hintergrund) statt. Bis heute das Domizil der Apotheke an der Ernestinenstraße.
75 Jahre stand der Name „Molls“ in Stoppenberg für Aspirin, Hustensaft, Nasentropfen und für vieles mehr, was unserer Gesundheit gut tut. Diese Ära geht jetzt zu Ende. Als letzte Vertreterin der im Stadtteil angesehenen Apotheker-Familie übergibt Heike Molls am 1. Oktober aus Altersgründen die Adler-Apotheke und die Apotheke am Stoppenberg an den jungen Kollegen Alexander Bonmann.
„Sie wissen schon. Die in der eckigen Schachtel“, so oder ähnlich beschrieb der eine oder andere alteingesessene Stoppenberger seinen Wunsch nach dem richtigen Medikament. Und die erfahrene Pharmazeutin mit Wurzeln im rheinischen Bonn konnte zusammen mit ihrem Team meist helfen. „Auch meine Mitarbeiterinnen sind oft seit Jahrzehnten bei uns.“ Allein Christa Feldmann, auch noch unter ihrem Geburtsnamen Wenzel bekannt, gehört bereits seit mehr als 36 Jahren zur Mannschaft der Adler-Apotheke. „Daher kennen wir die Vorlieben und Wehwehchen unserer Kunden aus dem Effeff“, sagt Feldmann. Insgesamt14 Mitarbeiterinnen – davon fünf pharmazeutisch-technische Assistentinnen – und eine Apothekerin waren zuletzt in beiden Apotheken beschäftigt. Alle werden vom Nachfolger übernommen. „Das war mir wichtig“, betont Heike Molls.
So wie das Wohlergehen der Mitarbeiter lag auch die Gesundheit ihrer Kunden ihr stets ganz besonders am Herzen. „Ich möchte kein Mittel verkaufen, von dem ich weiß, dass die Werbung mehr verspricht, als sie halten kann“, hebt sie hervor. „Nach dieser Philosophie habe ich all die Jahre gehandelt.“
Die Geschichte der Adler-Apotheke ist bewegend. Sie begann zur Blütezeit des Bergbaus mit der Gründung 1877 durch Carl Lückerath. Das Königliche Oberbergamt Dortmund hatte damals sein Ansinnen unterstützt und an die Königliche Regierung in Düsseldorf geschrieben, dass eine „Apotheke in Stoppenberg wünschenswert“ sei. Mit Erfolg – die Konzession wurde erteilt. Fünf weitere Besitzer führten das Geschäft an der Ernestinenstraße bis zum Jahre 1941, als Rudolf Molls zunächst als Pächter und ab 1955 als Eigentümer als erster der Familie Molls die Apotheke übernahm. „Zu Kriegszeiten fuhren Angestellte zum Teil mit der Handkarre zum Großhandel nach Altendorf, um Medikamente zu besorgen“, weiß Heike Molls zu berichten. „Heute werden wir fünf Mal am Tag beliefert und haben so Zugriff auf ein Lager mit 100.000 Produkten. Hinzu kommen rund 5000 Artikel in unseren Schubladen und Regalen“, erklärt sie.
Als Rudolf Molls 1974 im Alter von 67 starb, übernahm zunächst seine Schwiegertochter Karin Molls, geborene Sauer, die Adler-Apotheke. Sie war die Ehefrau seines Sohnes Heribert, der zu dem Zeitpunkt bereits die 1971 eröffnete Apotheke am Stoppenberg führte. Sohn Ulrich übernahm die Adler Apotheke nach seiner Promotion im Jahr 1978. Nach dem frühen Tod von Heribert im Alter von 34 Jahren führten ab 1977 Karin Molls die Apotheke am Stoppenberg und ab 1986 Heike Molls, geborene Thomas, nach dem Tod ihres Ehemanns Ulrich – der wie sein Bruder ebenfalls im Alter von 34 Jahren starb – die Adler-Apotheke weiter. Als Karin Molls 2005 in den Ruhestand ging, wurde Heike Molls auch Eigentümerin der Apotheke am Stoppenberg. Auch ihr Nachfolger Alexander Bonmann stammt aus einer Apotheker-Familie. Sein Vater führt die Flora-Apotheke in Rüttenscheid bereits in der dritten Generation.
Zigtausend Tabletten, Dragees, Salben, Tropfen und Tinkturen sind in den vergangenen mehr als 30 Jahren durch die Hände von Heike Molls gegangen. Sie erinnert sich an ihre Anfänge: „Das war für mich zu Beginn nicht einfach, so plötzlich und mit zwei kleinen Kindern die Verantwortung für Apotheke, Mitarbeiter und Kunden zu übernehmen. Aber man wächst mit den Aufgaben, das hat sich einmal mehr bestätigt.“ Jetzt freut sie sich auf den Ruhestand und auf mehr Zeit für ihre derzeit drei (bald vier) kleinen Enkelkinder – und die freuen sich schon auf viel Zeit mit ihrer Oma.
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